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Nicht angetretene und abgesagte Arbeit

31.01.2008 21:36 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


23:03

Guten Tag!

Ich möchte Ihnen zu folgendem Fall eine Frage stellen. Ich hatte Ende Dez. 2007/Anfang Jan. 2008 bei einem Arbeitgeber ein Zweitinterview, in dem ich dem Arbeitsverhältnis zugesagt habe, es aber keine konkrete Vereinbarung über den Antrittstermin gegeben hat (die Interviewer waren zu zweit anwesend). Ich habe jedoch gesagt, daß ich nach meinen Kündigungsfristen zum Februar anfangen kann. Ich habe etwa zwei Wochen später den Arbeitsvertrag zugeschickt bekommen, der jedoch bezüglich der vereinbarten Arbeitszeiten (45 Wochenstunden anstatt der besprochenen 40 Stunden und eine Erklärung, daß ich auch an Sonn- und Feiertagen etc. jederzeit zur Mehrarbeit bereit sein müsse)nicht mit den Vereinbarungen aus dem Interview übereinstimmt hat. Bzw. sind mir die Interviewer auf diese Fragen vage ausgewichen. Ich habe nach Erhalt des Vertrages überlegt, ob ich das Verhältnis überhaupt antreten soll und habe im Internet über die Firma recherchiert und habe diese immer mehr als unseriös empfunden. So sind die Wochen verstrichen, der Arbeitgeber hat sich nicht mehr bei mir gemeldet, und ich dummerweise auch nicht mehr bei ihm, obwohl ich das Arbeitsverhältnis nicht mehr antreten wollte (ich weiß, das war nicht klug). Heute, am 31.01., habe ich einen Anruf der Firma auf meiner Mailbox erhalten, daß ich morgen um 12.00 dort erwartet werde. Ich habe noch nichts unternommen.
Ich möchte Sie bitten, mir zu helfen: Was kann ich tun, um der Firma zu vermitteln, daß ich nicht kommen werde, ohne arbeitsrechtlich angreifbar zu sein?

Herzlichen Dank für Ihre Hilfe!

31.01.2008 | 22:21

Antwort

von


(185)
Ückendorfer Straße 90
44866 Bochum
Tel: 02327 8325990
Web: http://kanzlei-trettin.de
E-Mail:

Sehr geehrte Fragestellerin,

ich bedanke mich für Ihre Anfrage und beantworte diese auf der Grundlage Ihrer Schilderung und Ihres Einsatzes gerne wie folgt:

Wenn ich Sie richtig verstehe, haben Sie den Ihnen zugesandten Arbeitsvertrag nicht unterschrieben. Deshalb kommt es darauf an, ob zuvor bereits ein mündlicher Arbeitsvertrag geschlossen worden war oder nicht.

Fehlt es an einem mündlichen Vertrag, wird man davon ausgehen dürfen, daß Ihnen die Gegenseite (erst) durch Übersendung der Unterlagen ein Angebot auf Abschluß eines Arbeitsvertrages gemacht hat. Dieses Angebot haben Sie jedoch nicht angenommen, so daß Sie insoweit auch nicht gebunden und verpflichtet sind.

Ob Sie dagegen Verpflichtungen aufgrund eines schon mündlich geschlossenen Arbeitsvertrages haben, läßt sich im Rahmen dieser Plattform nicht mit Sicherheit beantworten. Diesbezüglich kommt es auf den genauen Inhalt des von Ihnen angeführten Gesprächs an. Gegen einen mündlichen Vertragsschluß spricht m. E., daß offenbar keine konkrete Vereinbarung über den Beginn des Arbeitsverhältnisses getroffen wurde. Auch läßt sich angesichts der von Ihnen geschilderten Abweichungen wohl argumentieren, daß hier nicht lediglich eine mündliche Vereinbarung schriftlich fixiert werden sollte.

Vor diesem Hintergrund sollten Sie schnellstmöglich das Gespräch mit dem "Arbeitgeber" suchen und sich darauf berufen, daß zwischen Ihnen kein Arbeitsvertrag existiert. Dies wird die Gegenseite vermutlich - und möglicherweise zutreffend (siehe oben) - anders sehen. Hilfsweise sollten Sie deshab auch die Kündigung zum nächstmöglichen Termin erklären.

Welchen Verlauf die Sache danach nimmt, läßt sich anhand der zur Verfügung stehenden Informationen nicht sicher sagen. Sollte bereits ein Arbeitsvertrag bestehen, und erscheinen Sie dennoch einfach nicht zur Arbeit, können dem Arbeitgeber unter Umständen Schadensersatzansprüche gegen Sie zustehen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen damit weiterhelfen, und stehe Ihnen gerne für eine kostenlose Nachfrage zur Verfügung. Sofern Sie darüber hinaus eine Beratung oder Vertretung in dieser Sache wünschen, nehmen Sie bitte Kontakt über die u. a. E-Mail-Adresse auf.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

fea@trettin-rechtsanwaelte.de
www.trettin-rechtsanwaelte.de


Rückfrage vom Fragesteller 31.01.2008 | 22:32

Guten Abend!

Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich habe dem Arbeitgeber schon gesagt, daß ich bei ihm anfangen möchte, aber wir haben nicht direkt vereinbart, daß ich am 1.02., um so und soviel Uhr dort sein werde, nur, daß ich kommen werde. Auf meine Fragen zwecks Überstunden haben die potentiellen Arbeitgeber gesagt, daß "wir das dann im konkreten Fall lösen werden", es gab keine konkrete Vereinbarung, nur daß es eine angebliche 40 Stundenwoche sei und man "halt Pause machen würde, wenn Zeit sei." Besiegelt sollte das mit dem Vertrag werden, den ich nicht zurückgesandt hatte. Ist das nun schon eine konrete Zusage meinerseits? Ich befürchte es fast...und ich muß ehrlich sagen, ich dachte, der Arbeitgeber wäre auch nicht mehr an mir interssiert gewesen, weil sich niemand mehr gemeldet hatte! Kann ich diesem "Arbeitgeber" schriftlich via Email absagen? Ich arbeite ja momentan bei einem anderen Arbeitgeber. Kann ich bei der Firma, zu der ich nicht gehen möchte, dann überhaupt fristgerecht kündigen? Und wenn ich kündige, hat das Konsequenzen wegen Nichterscheinens?
Vielen Dank noch einmal für Ihre Hilfe,
herzliche Grüße!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 31.01.2008 | 23:03

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Nach Ihrer Schilderung spricht Vieles für einen mündlichen Arbeitsvertrag, zumal offenbar beide Seiten davon ausgegangen sind, daß Sie die Arbeitsstelle tatsächlich antreten werden.

Von diesem Arbeitsvertrag können Sie sich durch eine ordentliche Kündigung lösen. Diese bedarf gem. § 623 BGB der Schriftform; eine Kündigung per E-Mail ist unwirksam. Es gilt die vereinbarte oder die gesetzliche Kündigungsfrist. Bis zu deren Ablauf bestehen Ihre Vertragspflichten grundsätzlich fort. Erfüllen Sie diese nicht, kann dies einen Schadensersatzanspruch Ihres Arbeitgebers begründen.

Wie bereits ausgeführt, sollten Sie die Kündigung nur hilfsweise erklären und primär argumentieren, daß kein Vertrag besteht. So sind Sie für den Fall, daß tatsächlich doch ein Arbeitsverhältnis besteht, auf der sicheren Seite.

Abhängig von der Reaktion der Gegenseite können Sie auch versuchen, diese zum Abschluß eines Aufhebungsvertrages zu bewegen. Eine Verpflichtung zum Abschluß eines Aufhebungsvertrages besteht jedoch nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Trettin
Rechtsanwalt

ANTWORT VON

(185)

Ückendorfer Straße 90
44866 Bochum
Tel: 02327 8325990
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