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Nicht angemahnte Forderung - Eintrag in Schufa

| 16.02.2011 09:14 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Guten Morgen,

Ich wüsste gern, wie folgender Sachverhalt zu bewerten ist.

Vor etwa 19 Monaten erhielt ich eine bestellte Warenlieferung eines Versandhauses und beglich diese per Nachname.

12 Monate später (!)nerhielt ich zu meinem Erstaunen Post von einem Inkassobüro, welches mir den bereits beglichenen Betrag als Forderung, zusätzlich diverser Mahnkosten in Rechnung stellte. Ich erklärte daraufhin schriftlich die Situation (Forderung beglichen per Nachname und lehnte somit auch eine Zahlung der Forderung ab.) Weiterhin machte ich deutlich, dass mir bisher vom vermeintlichen Gläubiger keine Zahlungserinnerung, Mahnung oder dergleichen zugegangen sei. Wäre dies der Fall gewesen, hätte ich umgehend reagieren können und ein Einschalten des Inkassobüros hätte ausbleiben können. Ich teilte daher mit, auch die "Kontoführungs- und Bearbeitungsgebühr", welche das Büro in Rechnung stellte, nicht anzuerkennen.

Leider habe ich den Nachname Zahlbeleg (da keine Rückfragen o.ä. eingingen) nicht über 12 Monate aufbewahrt :(

Es folgte ein weiteres Schreiben des Inkassobüros mit einer Aufstellung der Mahnkosten des Versandhauses, beziffert mit je 8,00 pro angeblich erfolgter Mahnung und der Aufforderung zur schriftlichen Stellungnahme.

Dieser Bitte kam ich mit einem Schreiben nach, welches nochmals die o.g. Umstände darlegte.

Daraufhin widerum erfolgte die Zustellung eines Vollstreckungsbescheides, welchem ich innerhalb der Frist widersprach.

Es folgte ein weiteres Schreiben des Inkassobüros, ich zitiere wörtlich: "Frau X, Wo bleibt der Widerruf Ihres Einspruches?! Zahlungsunfähigkeit kann eine Vollstreckung nicht abwenden!" (Ich widersprach der Forderung nicht wegen mangelnder Liquidität, sondern wegen Unrichtigkeit.)

Ich reagierte auf dies Schreiben nicht, da ich keinesfalls gedenke den Einspruch zu widerrufen, geschweigedenn mich durch derart unverschämte Formulierungen einschüchtern zu lassen.

Dies letzte Schreiben erhielt ich im November 2010. Seither erhielt ich keine Schreiben dieser sache bezüglich mehr.

Des Interesses halber und in Absicht möglichen Imobilienerwerbs holte ich vor kurzem eine Auskunft bei der Schufa ein. Zu o.g. Zusammenhang ist ein Eintrag als "Forderungsverkauf" durch den Versandhandel vermerkt. Mir scheint dies ein Negativmerkmal zu sein.

Soweit mir bekannt ist, dürfen Daten an die Schufa gemeldet werden, sofern die Forderung ausreichend angemehnt und unbestritten ist. Dies ist nun nicht der Fall.

Ich wüsste gern ob und wie ich mich gegen diesen Umstand wehren kann?

Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen


Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich Ihnen aufgrund des geschilderten Sachverhalts und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Es ist leider nicht so einfach, bei der SCHUFA gespeicherte Daten löschen zu lassen, da bei der SCHUFA eingetragene Zahlungsverpflichtungen grundsätzlich bis zum Ablauf der Löschungsfrist gespeichert bleiben, auch wenn die Verpflichtungen sich erledigt haben und die Forderungen bezahlt wurden. Die Frist zur Löschung beträgt 3 Jahre seit Erledigung der Forderung. Danach erfolgt eine automatische Löschung.

Einen Anspruch gemäß § 35 BDSG auf vorzeitige Löschung vor Ablauf der 3-Jahres-Frist haben Sie nur dann, wenn die gespeicherten Daten falsch sind oder zu Unrecht gespeichert wurden.

Eine vorzeitige Löschung des Eintrags bei der SCHUFA ist aber dennoch möglich, wenn

- die Forderung der SCHUFA erstmals nach dem 1. Januar 2007 mitgeteilt wurde
- der Betrag der Forderung unter 1000 € oder bei 1000 € liegt
- die Forderung innerhalb eines Monats beglichen sowie vom Gläubiger der SCHUFA als beglichen mitgeteilt wurde
- die Forderung nicht tituliert wurde

Wenn auch nur einer dieser Punkte nicht zutrifft, bleiben die Daten weiterhin gespeichert.

Sie können folgendes versuchen: Schreiben Sie den Gläubiger an und teilen Sie diesem mit, dass sämtliche Forderungen vollständig bezahlt wurden und sich demnach erledigt haben. Bitten Sie die Gläubiger gleichzeitig darum, den Eintrag bei der SCHUFA löschen zu lassen. Erfolgt keine Löschung, besteht die Möglichkeit, die SCHUFA anzuschreiben und um Löschung zu bitten. Hierzu sollten Sie aber die Zahlung anhand von Belegen nachweisen können und diese mitschicken. Zudem sollten Sie argumentieren, dass Ihr Interesse an der Löschung der Daten dem Interesse der Wirtschaft an der Einschätzung des wirtschaftlichen Risikos wesentlich überwiegt. Die SCHUFA ist allerdings nur unter den oben genannten Voraussetzungen verpflichtet, die Daten zu löschen. In der Regel erfolgt aber ein Sperrvermerk, bis die Angelegenheit abschließend geklärt ist.

Des Weiteren sollten Sie sowohl vom Gläubiger als auch vom Inkassobüro eine Datenschutzauskunft nach § 34 BDSG verlangen. Aus dieser sollte dann ersichtlich sein, wohin Ihre Daten weitergegeben wurden.

Ich hoffe, dass ich Ihnen eine erste rechtliche Einschätzung geben konnte.

Mit freundlichen Grüßen,

Marion Deinzer
Rechtsanwältin

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Bitte nutzen Sie bei Unklarheiten die kostenlose Nachfragefunktion. Wenn Sie eine weitere Vertretung über die hier erteilte Erstberatung hinaus wünschen, bitte ich Sie, mich zunächst per E-Mail zu kontaktieren.

Ich weise Sie darauf hin, dass diese Plattform lediglich zur ersten rechtlichen Orientierung dient und eine ausführliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann. Es ist nur eine überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems aufgrund Ihrer Angaben zum Sachverhalt möglich. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Angaben zum Sachverhalt kann sich eine abweichende rechtliche Bewertung ergeben.

Bewertung des Fragestellers 16.02.2011 | 11:39

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