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Nicht abgegebene Umsatz- und Einkommenssteuererklärungen


17.01.2005 16:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Vorgeschichte:

Frühjahr 1998 – meine Frau verschwindet einfach. Taucht nach einigen Wochen wieder auf, wir leben seitdem getrennt. Die Kinder wohnen bei mir im gemeinsamen Haus.

Ende 1998 – Mein Arbeitgeber nutzt die Chance, da ich angeschlagen bin, sich von mir zu trennen - ich hatte zuvor eine starke Position im Unternehmen.

1999 - Beginn einer selbstständigen Tätigkeit

2000 - Aufgrund geringer Erlöse brauche ich nur noch die Steuerklärungen nur noch jährlich abgeben, schreibt das Finanzamt. Völlig übersehen habe ich, dass ich, wenn die Umsatzsteuerschuld über 1000 DM liegt, automatisch wieder abführen muss.

Ende 2000/Anfang 2001 - Start eines bis heute nicht abgeschlossenes Scheidungsverfahren. Ungerechtfertigte Anschuldigungen, Rosenkrieg etc. Die Kinder bleiben bei mir. Ich bin psychisch mit zunehmenden Verfahrensverläufen fertig mit den Nerven.

Ich kümmere mich um die Kinder, von denen eins 2000 volljährig wurde und noch zur Schule geht. Ich zahle alle gemeinsamen Verbindlichkeiten für unser gemeinsames Haus. Ich zahle Unterhalt an meine Frau, die es ablehnt zu arbeiten. Umgang mit der Mutter lehnen die Kinder weitgehend ab.

Das Geld, egal, woher es kommt, reicht vorn und hinten nicht aus.

Ich bin seitdem kaum noch in der Lage Schriftverkehr zum Scheidungsverfahren ordentlich zu führen, alles immer zu spät, alles in letzter Minute. Psychosomatische Auswirkungen ohne Ende. Es dreht sich mir den Magen um, wenn „offizielle“ Papiere bearbeiten muss. Ich bekomme richtige Beklemmungen.

Meine Buchführung landet im Schuhkarton, Aufträge bleiben aus. Ein steter Wechsel zwischen kleineren Aufträgen und Arbeitslosengeld – bis Ende 2004. Weder Steuerklärung noch vereinnahmte Ust. habe ich abgeführt. Die das Haus finanzierende Bank übt monatlich richtig Druck auf mich aus.

Anfang 2004 – Das Finanzamt schätzt meine Umsatzsteuer für 2001, ich überweise den Betrag. Über Monate hinweg trage ich die Buchhaltung für 2001 nach und gebe sie an den Steuerberater. Mit Klärung von noch zwei Scheckeinreichungen kann ich die Erklärung in Kürze ans Finanzamt geben.

Der Rosenkrieg geht weiter – meine Ex beantragt Ende 2004 die Teilungsversteigerung. In den letzten Jahren habe ich immer wieder versucht das Haus zu einem vernünftigen Preis verkaufen zu können, damit könnte ich auch Schulden bei Finanzamt bezahlen.

Meine Eltern wohnen auch in dem Haus. Oma übernahm bis zu ihrem Tode Anfang 2003 die Versorgung der Kinder. Der Verlust schmerz alle auch heute noch sehr.

Mitte 2004 – Mein Sohn erkrankt schwer, mehrwöchiger Klinikaufenthalt. Aus sozialen und gesundheitlichen Erwägungen sollte er weiterhin im Haus wohnen bleiben können.

Ende 2004 – Das Finanzamt schätzt meine Umsatz- und nunmehr auch Einkommenssteuer für 2002. Ich überweise entsprechend von geliehenem Geld.

Ich soll nunmehr die Steuererklärungen 2003 und 2004 nachreichen. Ich krieg das nicht auf die Reihe. Allein beim Schreiben dieser Zeilen zittere ich am ganzen Körper, habe Atemnot, es geht mir einfach schlecht.

Dem Rechtsanwalt muss ich auch noch schreiben,

Wenn ich Kundenaufträge habe, dauert es ewig, bis ich zum Termin komme. Beim Kunden selbst wirke ich noch gut, ich schlüpfe einfach in ein Rolle, es geht irgendwie.

Fragen:

Was kommt auf mich zu? Welche steuerstrafrechtlichen Konsequenzen drohen? Wer kann mir wie helfen? Kann ich mit einem persönlichen Gespräch im Finanzamt dieses milde stimmen und eine letzte Chance bekommen?

Ich weiß weder ein noch aus... dabei will Frieden schließen, mit dem Finanzamt, mit der Bank, mit dem Scheidungsverfahren. Dabei war ich 30 Jahre ein braver Steuerzahler.

Sehr geehrter Ratsuchender,

unabhängig von den persönlichen Problmen haben Sie ein weiteres:

Denn die Steuerklärungen müssen abgegeben werden, da ansonsten ein Verfahren (zumindest) wegen Steuerverkürzung droht.

Sie schreiben, dass Sie Unterlagen an Ihren Steuerberater schon übergeben haben. Dieser kann natürlich entsprechende Fristverlängerungsanträge beim Finanzamt stellen, wobei ich mich frage, ob Sie wirkich im Januar 2005 schon aufgefordert worden sind, die Steuererklärung für 2004 abzugeben. Die Fristen -insbesondere wenn ein Steuerberater eingeschaltet ist - können noch gar nicht laufen.

Ansonsten müssen Sie hier in der Tat mit der Einleitung eines Verfahrens rechnen, wobei zwischen Geldbuße und Freiheitsstrafe auf Bewährung wirklich alles möglich ist.

Sofern Ihr Steuerberater sich nicht mit dem FA schnellstens in Verbindung setzt, sollten Sie dieses selbst in einem persönlichen Gepräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter machen. Nehmen Sie zu diesem Gespräch neben allen Belegen auch weitere aussagekräftige Unterlagen mit, aus denen sich der Sachverhalt belegen läßt.

Allerdings müssen SIE nun schnell reagieren; es nützt nichts, nun eine "Vogel-Strauß-Taktik" vorzunehmen.

Ich wünsche Ihne alles Gute.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle
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