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Neurologe hat Autismus meines Sohnes nicht erkannt.

| 16.11.2015 13:42 |
Preis: ***,00 € |

Medizinrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Philipp Wendel


Mein Sohn ist 28 Jahre alt.Schon im Kindergartenalter hatte er immer wieder Probleme mit anderen Kindern.Wir haben dann immer nachgefragt,was denn los sei und versucht, ihm zu helfen.Ich bin an ihm fast verzweifelt,denn er hat mit seiner Art uns alle im Haus durcheinander gebracht. Ich hielt ihn für schwer erziehbar, laut meiner Mutter machten wir vieles falsch an der Erziehung. Er hat das Gymnasium verlassen müssen wegen schlechter Leistungen und auch laut Klassenlehrerin, weil er mit den anderen Schülern nicht zurecht kam.Oft konnte er nicht zur Schule gehen wegen Bauchschmerzen oder anderer Gründe.Ich habe dann versucht,rauszufinden,warum. Er hat dann geblockt . Wir hatten in dem Zusammenhang viele heftige Diskussionen, es hat sich jedoch nichts geändert. Zum Erleichtern des Schulwechsels haben wir einen Psychologen hinzu gezogen,der ihm auch gut durch den Übergang geholfen hat. Dann wieder große Probleme beim Praktikum im nahen Krankenhaus. Er hatte wieder Bauchschmerzen oder wollte an manchen Tagen einfach gar nicht hin. Die weiterführende Schule, für die er das Praktikum brauchte,hat er dreimal abgebrochen. Den dritten Versuch haben wir nur eh bekommen,weil mein Mann mit unserem Sohn mit den Klassenlehrer vor Ort sprachen. Es war eine sehr schlimme Zeit für uns.Unsere Tochter war mittlerweile ausgezogen-sie konnte die Streitereien nicht mehr ertragen. Ich konnte sie nicht davon abbringen. Jeweils ein halbes Jahr ging es mehr schlecht wie recht in der Schule, dazwischen immer wieder Fehlzeiten, die wir uns nicht erklären konnten.Das jeweils zweite halbe Jahr blieb er nur noch zu Hause,verbrachte viel Zeit in seinem Zimmer am Computer,schlief tagsüber, war nur nachts wach.Wieder heftigste Diskussionen. Inzwischen war unser Sohn beim Neurologen in Behandlung,bekam Antidepressiva. Ich war in Psychotherapie, bekam den Rat, unseren Sohn raus zu werfen.Ich wusste jedoch,dass er alleine nicht klar kommen würde, dies war also keine Lösung. Mit Hilfe des Arbeitsamtes bekam er dann einen Platz in einer Schule für Abbrecher und Umschüler, viele von ihnen hatten psychische Probleme. Wieder ging es die ersten Wochen gut ( er hatte den Eignungstest mit Bestnoten bestanden), dann fingen die bekannten Probleme wieder an. Erst wollte er gefahren werden, dann später den Unterricht anfangen-irgendwann ging wieder gar nichts mehr.Einer der Lehrer empfahl unserem Sohn,sich einweisen zu lassen. Dies hatte ihn so mitgenommen, so dass er dies kurze Zeit später weinend dem Neurologen erzählte. Der Neurologe wechselte die Medikamente und schrieb ihn arbeitsunfähig. Unser Sohn hatte sich dann selbst eine Psychotherapeutin gesucht, die Besuche dort haben ihn jedesmal schwer mitgenommen, raus gekommen ist dabei jedoch nichts außer dass ihm gesagt wurde, er müsse sich mehr gegen mich bzw. mich und meinen Mann wehren. Vor fünf Jahren habe ich meine Arbeit aufgeben müssen,ich habe es nervlich nicht mehr geschafft, dorthin zu fahren. Das Gefühl, dass ich bei meinem Sohn nichts erreichen kann,egal wie sehr ich mich auch anstrenge ,hat meine Kräfte aufgezehrt. Ich kann niemanden mehr einladen, kaum noch andere besuchen--ich fühle mich wie an der langen Leine unseres Sohnes. Immer wieder habe ich mich informiert, was ich ändern könne, nicht hat sich getan,nur die Kämpfe und Diskussionen sind geblieben. Vor anderthalb Jahren bin ich dann im Internet auf Merkmale für Asperger bzw. Autismus gestoßen. Daraufhin hat unser Sohn darüber mit seiner Neurologin (wir hatten inzwischen den Arzt gewechselt) gesprochen. Diese hat uns dann sofort geraten, ihn testen zu lassen. Es hat dann noch mehrere Wochen gedauert, bis wir eine Klinik gefunden hatten ,die einen Termin für einen entsprechenden Test geben konnte. Im Oktober letzten Jahres bekamen wir dann die Diagnose: hochfunktionaler Autismus.
Jetzt meine Frage : Würde es etwas bringen, den Neurologen, der dies nicht erkannte, auf Schmerzensgeld zu verklagen ?

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1.
Ausgangspunkt der juristischen Prüfung ist die Frage, ob man dem Neurologen einen Behandlungsfehler vorwerfen kann - und - falls ja, ob sich dieser auch Beweisen lässt oder ob hier ein hohes Prozesskostenrisiko für Sie entstehen würde.

DIe Arzthaftung könnte sich hier aus einem "Diagnosefehler" des Neurologen ergeben. Ein solcher liegt vor, wenn der Arzt erhobene oder sonst vorliegende Befunde falsch interpretiert und deshalb nicht die aus der berufsfachlichen Sicht seines Fachbereichs gebotenen - therapeutischen oder diagnostischen - Maßnahmen ergreift.

Nachteil: Hier müssten Sie die Voraussetzungen eines Behandlungsfehlers und dessen Ursächlichkeit für den geltend gemachten Gesundheitsschaden darlegen und beweisen, was in der Praxis häufig schwierig ist.

Möglicherweise kann man dem Neurologen aber auch einen sog. Befunderhebungsfehler vorwerfen. Ein Befunderhebungsfehler ist gegeben, wenn die Erhebung medizinisch gebotener Befunde unterlassen wird.

Vorteil: Hier wird unterstellt, dass die unterlassene Befunderhebung zu einem reaktionspflichtigen Ergebnis geführt hätte. Der Arzt müsste dann den Gegenbeweis führen.

2.
Um diese Fragen zu beantworten, müsste man Einsicht in die angefertigten Patientenunterlagen des Neurologen über die Behandlung Ihres Sohnes beantragen. Nach Erhalt der Dokumentation wird dann mit entsprechend juristisch ausgelegten Fragen ein medizinischer Sachervständiger beauftragt, die Behandlung nach "entsprechenden Fehlern" zu analysieren.

Ein solches Gutachten wäre über den medizinischen Dienst der Krankenkassen oder die jeweiligen Ärztekommissionen der einzelnen Bundesländer kostenlos zu bekommen.

3.
Ich rate Ihnen sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen, der im Bereich des Medizinrechts tätig ist. Mit diesem können Sie in Ruhe die entscheidenden Punkte besprechen (insebsondere auch der Zeitraum der Behandlung etc.).


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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Bewertung des Fragestellers 16.11.2015 | 20:39

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Stellungnahme vom Anwalt:
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