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Neuillustration Kindergeschichte

| 16.09.2010 10:28 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Hallo,
ich habe ein bekanntes Kinderbuch neu illustriert - darf ich es veröffentlichen? Der (deutsche) Autor der Geschichte ist bereits seit dem 18. Jh. tot.
Die Frage ist, ob urheberrechtlich dabei etwas zu beachten ist?
Ich gebe der Hauptfigur einen anderen Namen und habe weitere geringfügige (sprachliche) Änderungen vorgenommen, um die Geschichte der heutigen Zeit anzupassen. Etwa 95% lass ich aber so wie es ist. Auf dem Cover würde ich angeben „frei nach..." Oder müsste es spezifischer beschrieben werden: „Text von" ... „Bilder von" mir?
Gibt es Hindernisse, die zu beachten sind, bzw. können an irgendeiner Stelle Gebühren für die Verwendung des Textes auf mich zukommen?
Wie sieht es aus, wenn ich den Text übersetze und das Buch im (europäischen + amerikanischen) Ausland anbiete?

Ich hoffe der Sachverhalt gestaltet sich so einfach, wie ich mir das vorstelle.
Vielen Dank für eine Antwort,
mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

gerne beantworte ich Ihre Fragen auf Grundlage Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt:

Der Text des bekannten Kinderbuches müsste zum heutigen Zeitpunkt gemeinfrei sein, da nach Ihrer Schilderung der Autor der Geschichte seit dem 18. Jhr. tot ist und somit das Urheberrecht und die damit verbundenen Leistungs- und Schutzrechte erloschen sind. Insofern ist Ihr Vorhaben urheberrechtlich unbedenklich.

Hindernisse könnte sich aber aus dem Wettbewerbsrecht § 1 UWG: Zweck des Gesetzes ergeben, soweit Sie bei der Neuillustration auf Erzeugnisse Dritter (Drucke, usw.) zurückgreifen wollen.

Weiterhin könnte ein Inhaber von Werktiteln, z.B. ein Verlag, Schutzrechte aus den § 5 MarkenG: Geschäftliche Bezeichnungen , § 15 MarkenG: Ausschließliches Recht des Inhabers einer geschäftlichen Bezeichnung, Unterlassungsanspruch, Schadensersatzanspruch geltend machen, wenn das Buch bzw. einzelne Inhalte des Buches durch eine Titelschutz-Anzeige geschützt sind.

Durch ihre Neuillustration könnten Sie aber ein eigenes Urheberrecht haben, wenn von Ihnen irgendeine eigene schöpferische Leistung erbracht wurde. Darüber hinaus sind Kinderbuch-Bilder Werke der bildenden Kunst, wodurch im Grunde ein weitgehender Schutz besteht.

In Bezug auf Ihre Übersetzung gilt § 3 UrhG: Bearbeitungen . Danach haben Sie an Ihren Übersetzungen, ein eigenes Urheberrecht, da sie wie selbständige Werke im Sinne des Urhebergesetzes behandelt werden.

Ob Sie das Kinderbuch auch im amerikanischen Ausland anbieten können, kann ich nicht abschließend beurteilen. Insbesondere das US-amerkanische Recht hat im Vergleich zur deutschen Gesetzgebung im Bereich des Wettbewerbs- sowie Urheberrecht viele Besonderheiten.

Da Sie ein bekanntes Kinderbuch neuillustrieren möchten, empfehle ich Ihnen hinsichtlich etwaiger Schutzrechte an dem Text, vorab gründlich zu recherchieren. Es ist nicht auszuschließen, dass Dritte einen markenrechtlichen Schutz durch entsprechende Markeneintragung haben können. Erst nach dieser Recherche sollten Sie auf dem Cover oder auf der Rückseite des Covers den Vermerk: „Text von ..." „Bilder von ..." angeben.

Abschließend hoffe ich, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage vermittelt zu haben und bedanke mich für eine positive Bewertung.

Rückfrage vom Fragesteller 17.09.2010 | 11:50

Sehr geehrter RA Alakus,
danke für Ihre Antwort.
Leider repetieren Sie in großen Teilen einen Ihrer früheren Beiträge. Den hatte ich bereits gelesen.
Was meinen Sie konkret mit Ihrem Verweis auf § 1 UWG: Zweck des Gesetzes ? Ich habe lediglich vor, den Text zu verwenden, keine Drucke oder Lithographien anderer, da ich ja wie geschrieben die Story neu illustriere.
Oder meinten Sie, dass auch derjenige Rechte an dem Werk erwirbt, der es für mich druckt? Das kann ich doch mit demjenigen individualvertraglich festlegen, soweit mir bekannt ist.
Eine Titelschutz-Anzeige währt 6 Monate, nicht wahr? Im Titelschutz-Anzeiger habe ich weder im Titelregister noch in der Newssuche Eintragungen zu meinem Titel gefunden.
Meinten Sie diesen Punkt auch mit Ihrem Hinweis, ich solle „etwaige Schutzrechte an dem Text" gründlich recherchieren bevor ich Angaben zum Autor auf dem Cover mache?
Wenn jemand den Titel, den Autor oder bestimmte Textpassagen als Marke eingetragen hat, lässt sich das doch mit einem Blick ins Markenregister klären und ist unabhängig von der Frage, wie ich den Urheber der Geschichte angebe, oder verstehe ich das falsch?
Ich will ihn nicht ungenannt lassen, da der Text ja nicht von mir ist - es ging mir nur um die Frage, ob die eine oder andere meiner Formulierungen rechtliche Relevanz hat, da ich den Namen der Hauptperson ändere (ist das rechtlich relevant?) und geringfügige Änderungen (Modernisierungen) am Text vornehme.
Mit freundlichen Grüßen,
Ratsuchender

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 17.09.2010 | 14:12

Sehr geehrte/r Ratsuchende/r,

vielen Dank für Ihre Nachfragen, die ich wie folgt beantworte:

1.
Der Verweis auf das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) ist so zu verstehen, dass Sie selbst bei der bloßen Verwendung des Textes und der Neuillustration der Geschichte auf ein bereits bestehendes Werk zurückgreifen könnten und sich daher aus dem UWG Schranken ergeben könnten.

Um das zu veranschaulichen, gebe ich Ihnen folgendes Beispiel:

Sie möchten das "Aschenputtel" nach den Gebrüder Grimm neu illustrieren. Nun gibt es mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verlag, welcher bestimmte Schutzrechte an diesem Märchen hält. Sollten Sie nun den Text von Aschenputtel an die heutige Zeit anpassen und dabei eine Neuillustration vornehmen, so müssten Sie dennoch auf ein gedrucktes Werk eines bestimmten Verlages zurückgreifen. Die Aschenputtelversion des Verlages, die Sie verwenden, kann aber in dem Ausdruck und Stil eine Eigenart aufweisen, so dass Sie bei bloßer Wiedergabe des Textes der Verlag sein Werk darin wieder erkennt und deshalb gegen Sie mit den Mitteln aus dem UWG (Aufforderung zur Unterlassung, Zahlung von Schadensersatz) vorgeht.

In Bezug auf denjenigen, der das Werk für Sie druckt, können Sie selbstverständlich individualvertraglich festlegen, welche Rechte und Pflichten übertragen werden sollen.

2.
Eine Titelschutz-Anzeige dient dazu einen Werktitel für einen gewissen Zeitraum (6-12 Monate) quasi zu reservieren. Der Titelschutz wird mit der Anzeige aber nicht erreicht, sondern erst mit der tatsächlichen Ingebrauchnahme des Titels.
Hierzu bedarf es keiner gesonderten Eintragung. Da aber die Erstellung eines Werkes oft lange Zeit in Anspruch nimmt, wird ein Werktitel durch eine Titelschutz-Anzeige in der Weise reserviert, dass der Zeitrang des Titelschutzes auf den Zeitpunkt der Anzeige vorverlagert wird.

Mit der gründlichen Recherche meinte ich vor allem, dass durch Ingebrauchnahme eines Werktitels, der nicht registriert sein muss, markenrechtlicher Schutz nach § 5 MarkenG: Geschäftliche Bezeichnungen , § 15 MarkenG: Ausschließliches Recht des Inhabers einer geschäftlichen Bezeichnung, Unterlassungsanspruch, Schadensersatzanspruch bestehen kann. Daher wird ein Blick ins Markenregister in der Regel nicht reichen.
Auf das vorgenannte "Aschenputtel"-Beispiel übertragen bedeutet dies fiktiv, dass der Werktitel "Aschenputtel" bereits durch Ingebrauchnahme eines Dritten, ohne Eintragung in ein Markenregister markenrechtlichen Schutz genießen kann.

3.
Die von Ihnen beabsichtigten Änderungen können urheberrechtliche Relevanz haben, da Sie nach Ihren Angaben etwa 95 % der Geschichte unverändert lassen. Allerdings gilt dies nicht, wenn die Kindergeschichte gemeinfrei ist. Wie in meiner Antwort bereits erläutert, ist dies aber der Fall.

Es kann sein, dass Sie deshalb eine Ähnlichkeit zu einer meiner Antworten gesehen haben. Daher möchte ich klarstellen, dass ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes individuell auf Ihre Frage eingegangen bin.
Gleichwohl möchte ich mich dafür entschuldigen, sollte der Eindruck einer Repetition entstanden sein.

Ich hoffe, Ihnen auch mit der Beantwortung der Nachfrage weitergeholfen zu haben und bedanke mich für eine positive Bewertung.

Bewertung des Fragestellers 30.09.2010 | 21:01

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