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Neues Arbeitsverhältnis

| 14.07.2014 18:28 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lorenz Weber


Hallo,

unsere Nichte arbeitet und wohnt nun seit mehr als 6 Jahren in Zürich. Man hat ihr jetzt eine Stelle als leitende Angestellte in Berlin angeboten. Da im angebotenen Vertrag eine Probezeit vereinbart ist und sie auch bei Nichtgefallen in die Schweiz zurückkehren möchte will sie ihren Wohnsitz für mindestens noch ein Jahr in der Schweiz behalten. Wie sieht unter diesen Umständen ihre steuerliche Situation aus

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich ist Ihre Nichte nach § 49 Abs. 1 Nr. 4 EStG in Deutschland beschränkt einkommensteuerpflichtig, es sei denn es findet die Grenzgänger-Regelung nach dem Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) Anwendung, was hier aber nicht ganz klar ist.

Es käme nämlich darauf an, ob Ihre Nichte unter die Grenzgängerregelung des Art. 15a DBA fällt, dann hat der Ansässigkeitsstaat, also die Schweiz, das Besteuerungsrecht. Deutschland kann dann aber eine Quellensteuer erheben, die nicht mehr als 4,5% des Bruttobetrages des Vergütung übersteigen darf.

Wegen der langen Wohndauer in der Schweiz kommt die Regelung nach Art. 4 Abs. 4 DBA, wonach Deutschland die Einkünfte, die aus Deutschland stammen, im Jahr der Beendigung der unbeschränkten Einkommensteuerpflicht und in den fünf folgenden Jahren besteuern kann, nicht zum tragen.

Hier stellt sich mir aber die Frage, wie in Berlin gearbeitet aber in der Schweiz gewohnt werden soll, ohne, dass in Deutschland ein Wohnsitz begründet wird. Es dürfte daher schwer fallen bei Ihrer Nichte eine Grenzgängerin anzunehmen.

Art. 15a Abs. 2 DBA besagt hierzu:

Grenzgänger im Sinne des Absatzes 1 ist jede in einem Vertragstaat ansässige Person, die in dem anderen Vertragstaat ihren Arbeitsort hat und von dort regelmäßig an ihren Wohnsitz zurückkehrt. Kehrt diese Person nicht jeweils nach Arbeitsende an ihren Wohnsitz zurück, entfällt die Grenzgängereigenschaft nur dann, wenn die Person bei einer Beschäftigung während des gesamten Kalenderjahres an mehr als 60 Arbeitstagen auf Grund ihrer Arbeitsausübung nicht an ihren Wohnsitz zurückkehrt.

Da der Weg von Berlin in die Schweiz nicht mal eben zum normalen Arbeitsweg zählt (ich gehe davon aus, dass Ihre Nichte jedenfalls an mehr als 60 Tagen in Deutschland verweilen wird), dürfte Ihre Nichte mit Ihren Einkünften aus Deutschland auch grundsätzlich in Deutschland steuerpflichtig sein.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 14.07.2014 | 20:24

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