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Neuer Teppich bei Auszug


03.11.2006 19:27 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

ich wohne seit 3.5 Jahren in einer Mietwohnung. Zum 30.11.2006 habe ich den Mietvertrag fristgerecht gekündigt, da ich für ein Jahr ins Ausland gehe. Leider kam es im Laufe der Mietzeit zu Schäden am Teppich in einem der Zimmer, da eine gebeizte Holztruhe auf den Teppich "abgebeizt" hat. Nach Informationen vieler Teppichreinigungsfirmen sind diese Beizflecken nicht mehr zu entfernen.

Aufgrund der Beizflecken möchte die Vermieterin den Teppich in diesem Zimmer erneuern lassen (ca. 15qm). Der Teppich ist ca. 4 Jahre alt und wurde vom Vormieter selber mitgebracht (zeitlich kurzes Wohnverhältnis) und im Auftrag der Vermieterin verlegt. Da der Teppich von sehr hoher Qualität sein soll, hat meine Vermieterin den Teppich schätzen lassen, da der Vormieter den Teppich gekauft hat und somit keine Rechnung vorhanden ist.
Dabei gab ein großes Teppichhaus meiner Vermieterin den Hinweis auf einen anderen exklusiven Teppichhändler, der diesen Teppich vertrieben haben könnte. Dieser Händler sagt aus, dass er den Teppich verkauft hat, ihn aber nicht mehr im Sortiment führt. Ein gleichwertiger Teppich kostet nach der aktuellen Preisliste 65.35 €/qm.

Meine Vermieterin möchte nun einen neuen Teppich vergleichbarer Qualität legen lassen. Der Preis soll sich also an den 65.35 €/qm orientieren, die der Teppichhändler für den Teppich des Vormieters angegeben hat.

Meine Fragen dazu sind:

1)
Welchen Anteil an den Kosten, die beim Verlegen eines neuen Teppichs entstehen, habe ich zu tragen? Diese Frage bezieht sich vorallem auf das Alter des Teppichs von ca. 4 Jahren.

2)
Kann meine Vermieterin bei der Auswahl des neuen Teppichs von dem oben angegeben Preis ausgehen, den der Teppichhändler mitgeteilt hat?


Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen!
03.11.2006 | 20:19

Antwort

von


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Tel: 08153 8875319
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Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Sollten die Schäden nicht durch normale Abnutzung beschädigt worden sein, müssen Sie diesen Schaden ersetzen.

2.Dabei ist aber in Abzug zu bringen, dass der Teppich bereits 4 Jahre alt ist. Die Vermieterin ist so zu stellen, wie sie stehen würde, wenn der Teppich „normal“ abgenutzt wäre. Sie kann also lediglich den Wert eines 4 Jahre alten Teppichs ansetzen.

3.Sie darf dabei grundsätzlich von dem Wert ausgehen, den der Teppich ursprünglich hatte. Wenn es ein sehr hochwertiger Teppich war, müßte sie in einem Verfahren nachweisen, was der Teppich gekostet hat und davon wird dann eine Wertminderung von 4 Jahren einbezogen. Die Lebensdauer eines Teppichs wird – je nach Qualität - zwischen 8 und 12 Jahren liegen. Somit können Sie vom Neupreis nach 4 Jahren zwischen 30% und 50% abziehen.

4.Die Schätzung des Teppichhändlers als Grundlage mag sinnvoll erscheinen. Ich würde Ihnen aber raten, selbst einen Händler zu beauftragen, um den aktuellen Teppich zu schätzen.

Sie müssen also für den Teppich aufkommen, jedoch abzüglich eines Wertverlustes. Die Vermieterin kann nicht den vollen Neupreis verlangen.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüssen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Weiler Rechtsanwälte
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80331 München
Tel: (089) 20604130
kanzlei@weiler-rechtsanwaelte.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


Nachfrage vom Fragesteller 04.11.2006 | 11:50

Sehr geehrte Fr. Heussen,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Fragen. Eine kleine Nachfrage habe ich noch:
Meine Vermieterin hat sich ebenfalls erkundigt und stimmt mir zu, dass ich nur 50% der anfallenden Kosten beim Verlegen eines neuen Teppichs zu zahlen habe.
Allerdings möchte sie jetzt den Teppich im angegrenzenden zweiten Zimmer ebenfalls wechseln lassen, da die Zimmer ineinander übergehen. Wenn der Teppich in diesem Zimmer in gutem Zustand ist, kann meine Vermieterin dann die Neuverlegung in diesem Zimmer ebenfalls zu 50% bei mir geltend machen?

Vielen Dank für die Beantwortung dieser Nachfrage!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.11.2006 | 12:17

Wenn der TEppich im zweiten Zimmer normal abgenutzt ist, sehe ich hierfür keine Rechtfertigung. Höchstens eine minimale Beteiligung ist denkbar, wenn die Teppiche tatsächlich ineinander übergehen und nicht getrennt voneinander verlegt werden können. Dann beruht die neue Verlegung auch auf der Beschädigung, die Sie verursacht haben. Jedoch kann das nur eine geringe Beteiligung ausmachen, denn die Vermieterin trägt hier ein hohes Mitverschulden, wenn sie die Teppiche so verlegt, dass sie nicht getrennt austauschbar sind.

ANTWORT VON

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