Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Neuer Partner - Rechte für uneheliches Kind?

27.03.2012 19:03 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stephan Bartels


Hallo,

ich habe mit meinem Exfreund (nie verheiratet) eine Tochter, 3. Wir haben das gemeinsame Sorgerecht. Er sieht sie jedes 2. Wochenende und zahlt den Mindestunterhalt.

Mein neuer Partner und ich werden bald heiraten. Wir werden auch ein gemeinsames Kind bekommen, so dass wir dann eine 4-köpfige Familie sind. Er und meine Tochter aus letzter Beziehung verstehen sich sehr gut, so dass jetzt folgende Frage aufgekommen ist:

Was für Rechte hat mein neuer Partner/Ehemann gegenüber meiner Tochter? Hintergrund ist vor allem die Angst, dass er, sollte mir etwas zustoßen, die Kleine nie wieder sehen darf, wenn mein Exfreund das nicht möchte.

Meine Tochter wächst mit meinem neuen Partner auf, die beiden sind wie Vater und Tochter und er kümmert sich sehr und ist sehr verantwortungsbewußt. Da er aber nicht ihr leiblicher Vater ist, und eine Adoption ausgeschlossen ist, da ihr leiblicher Vater niemals seine Rechte aufgeben würde, haben wir große Bedenken, was in meinem Todesfall passieren würde.Deswegen wüßte ich gerne:

Was für Rechte hat mein neuer Partner/Ehemann gegenüber meiner Tochter? Darf mein Exfreund ihm die Kleine verweigern? Gibt es Möglichkeiten (Testament?), zumindest ein Umgangsrecht einzufordern? Und macht es dabei einen Unterschied, ob ich mit meinem neuen Partner "nur" in einer Beziehung oder in einer Ehe lebe?

Vielen Dank für Ihre Antwort,

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Ihrem Lebensgefährten steht ein eigenes Umgangsrecht nach § 1685 Abs. 1 u. 2. BGB zu, wenn die danach erforderlichern gesetzlichen Voraussetzungen vorliegen. Die Vorschrift lautet:

"§ 1685 BGB
(1) Großeltern und Geschwister haben ein Recht auf Umgang mit dem Kind, wenn dieser dem Wohl des Kindes dient.

(2) Gleiches gilt für enge Bezugspersonen des Kindes, wenn diese für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben (sozial-familiäre Beziehung). Eine Übernahme tatsächlicher Verantwortung ist in der Regel anzunehmen, wenn die Person mit dem Kind längere Zeit in häuslicher Gemeinschaft zusammengelebt hat."

Das danach erforderliche Merkmal des "Zusammenlebens in häuslicher Gemeinschaft" ist erfüllt, so dass es für die Frage nach dem Umgangsrecht darauf ankommt, ob die beiden auch "längere Zeit" zusammen gelebt haben. Dabei ist nicht die Erfüllung eines absoluten Zeitraums zu verstehen. Es kommt vielmehr darauf an, ob das Kind während des Zusammenlebens mit Ihrem Lebensgefährten eine maßgeblich Beziehung zu ihm aufgebaut hat. Hierfür kommt es u.a. auf das Alter des Kindes an. Im Streitfall, wenn der leibliche Vater Ihrem Lebensgefährten den Umgang mit dem Kind nicht freiwillig einräumt, müsste hierüber ein Gericht entscheiden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Stephan Bartels, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 27.03.2012 | 20:18

Hallo, danke für die Antwort!

Gibt es Vorgaben, wie so ein Umgangsrecht dann aussähe? (1x die Woche, 1x im Monat etc.) und bestünde theoretisch die Chance auf mehr als Umgangsrecht? Sprich - wäre es möglich, dass im Falle meines Ablebens und im Falle der längeren häuslichen Gemeinschaft mit meinem neuen Partner, meine Tochter bei meinem neuen Partner leben bleiben könnte?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 28.03.2012 | 10:59

Sehr geehrte Fragestellerin,

statische Vorgaben für das Umgangsrecht gibt es nicht. Für die Gerichte ist ausschließlich das Wohl des Kindes maßgebend.

In Ihrem Fall käme auch eine eine fortgesetzte Betreuung durch Ihren Lebensgefährten in Betracht unter Beibehaltung des Umgangs mit dem leiblichen Vater, wenn durch eine solche Regelung, dem Kindeswohl am besten Rechnung getragen wäre.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70438 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Bekam eine präzise Antwort!!! Vielen Dank. ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Die Antwort kam schnell und ausführlich. Die Struktur der Antwort war etwas gewöhnungsbedürftig, sodass ich überlegen musste, wie die Gliederung zu verstehen ist. Spätestens bei meiner Nachfrage war dann jedoch alles geklärt, ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Super Beratung ...
FRAGESTELLER