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Neue Wohnung - Mietvertrag mündlich geschlossen


29.01.2007 14:49 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo sehr geehrter Anwalt,
ich habe vor 2 Wochen mir eine kleine Wohnung angeschaut die der Vermieter absofort Vermietet hat. Da mir diese Wohnung sehr gefiehl und ich auch nicht wirklich weit aus meinem gewohnten Umfeld gerissen wurde sagte ich dem Vermieter zu. Wir einigten uns per Handschlag darauf das ich die Kaution an Ihn überweise und er noch eine Woche zutritt zur Wohnung habe, da er die Duschwanne wieder instant setzen wollte. In dieser Zeit wollte er mir einen Mietvertrag in die Wohnung legen den ich in doppelter ausführung unterschreiben wollte / sollte und er mir einen Zettel in mit der Kontoverbindung dazu lege damit ich die Kaution und die erste Miete überweisen kann. Im laufe der letzten Woche rief er mich an un fragte mich wann ich in der Wohnung anzutreffen sei um den Mietvertrag zu unterzeichnen. Ich sagte Ihm darauf hin das ich am gestrigen Sonntag den 28.01.07 ab ca 13 Uhr in der Wohnung sei und die Küche fertig streichen wolle. Er sagt mir das er dann vorbei kommen wolle und mi den Mietvertrag und den 2ten Schlüssel für die Wohnung übergeben wolle. Gegen 15 Uhr am gestrigen Sonntag rief er mich an und fragte mich ob ich in der Wohnung sei, was ich natürlich bejahte. Er meinte dann ich solle bei Ihm zuhause vorbei kommen und mir dort alles abholen. Ich sagte ihm gleich am Telefon das dies nicht möglich sei da ich noch Beruflich Arbeiten müsse und ich dies nicht schaffe. Da sagte er dann müssen wir mal schauen wie wir das machen. Ich sagte darufhin okay und verabschiedete mich. Heute morgen rief er mich an und teilte mir mit das ich die Wohnung räumen soll und morgen die Schlüssel übergabe sei. Ich fragte nach dem Grund und er meinte das ich mit 23 Jahre zu Jung für seine Wohnung sein würde und er ein Preuße und ich ein Mainzer wäre. Ich sehe in dieser Bemerkung keinen einzigen Rechtlichen Grund mir die Wohnung wegzunehmen bzw mich aus der Wohnung zu treiben. Was soll ich nu8n tun und wie soll ich mich verhalten?
Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Schilderungen gern wie folgt beantworten möchte.

Ein Mietvertrag kann grundsätzlich auch mündlich geschlossen werden. Dazu ist erforderlich, dass sich Vermieter und Mieter über die wesentlichen Vertragsbestandteile einigen. Abzugrenzen ist ein solcher Vertragsabschluss von bloßen Absichtserklärungen.

Nach Ihren Schilderungen spricht hier viel dafür, dass ein Mietvertrag bereits per Handschlag "besiegelt" worden ist. Hiervon kann sich der Vermieter nicht mehr grundlos einseitig lösen. Die genannten abstrusen „Argumente“ von ihm sind daher unbeachtlich.

Problematisch ist allerdings, dass Sie einen wirksamen Mietvertragsschluss darlegen und notfalls auch beweisen müssen. Hier steht zu befürchten, dass die Gegenseite alles abstreiten wird. Allerdings sind Sie bereits im Besitz eines Schlüssels und haben bereits in der Wohnung gestrichen. Sollten Sie noch Zeugen für die Handschlagsvereinbarung haben, stehen Ihre Chancen gut, Ihren Einzug in die neue Wohnung einzuklagen.

Wenn Sie dies nachweisen können aufgrund von Zeugen, sollten Sie Ihren Vermieter unverzüglich schriftlich auffordern, Ihnen die vermietete Wohnung zur Verfügung zu stellen. Sie sollten darauf hinweisen, dass nach Ihrer Auffassung bereits ein Vertrag zustande gekommen ist, von dem er sich nicht mehr einseitig lösen kann. Möglicherweise wird hier zudem eine einstweilige Verfügung zu erwirken sein, damit durch den Einzug eines anderen Mieters keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden.

Überdies stellen die genanannten Ablehnungsgründe grundsätzlich Diskriminierungen im Sinne des Allgemeinen Gleichbenhandlungsgesetzes dar. Allerdings werden sich nur dann Ansprüche hieraus ergeben, wenn Ihr Vermieter mehr als 50 Wohnungen vermietet.

Es ist anzuraten, hier ggf. einen Rechtsanwalt zu kontaktieren.

Abschließend bitte ich zu beachten, dass diese Antwort zwar alle wesentlichen Aspekte des von Ihnen geschilderten Falles umfasst, jedoch daneben Tatsachen relevant sein könnten, die möglicherweise zu einem anderen Ergebnis führen würden. Verbindliche Auskünfte sind daher nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich, für die ich Ihnen gern zur Verfügung stehe.

Ich hoffe, Ihnen hiermit die Einschätzung Ihrer Rechtslage ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen für Ihr weiteres Vorgehen viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen

Tobias Kraft
Rechtsanwalt


www.jeromin-kraft.de
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