Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.122
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Neue Wohnung, Laminatmängel


08.07.2007 18:41 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Wir haben ab dem 01.08.2007 eine neue 3 ½ Zimmer Wohnung, mit Laminatboden (Buche-Dekor), angemietet. Diese hatten wir zuvor kurz besichtigt. Da uns die Wohnung gefallen hat haben wir am 26.05.2007 einen Vorvertrag, bei den Vermietern zusammmen mit der Hausverwalterin, unterschrieben. Bei diesem Gespräch haben wir gefragt, ob wir im Wohnzimmer und evtl. Schlafzimmer einen neuen Laminatboden verlegen dürfen, da uns der in der Wohnung befindliche von der Farbe her nicht gefällt, und bekamen von den Vermietern die mündliche Zustimmung für ein Nussbaum-Dekor.
Am 02.07.2007, nachdem die Vermieter aus ihrem Urlaub zurück kamen, haben wir den Hauptmietvertrag unterzeichnet. Bei diesem Gespräch forderten die Vermieter, vor Unterschrift des Mietvertrages, dass wir der einheitlichen Optik wegen in allen 3 Räumen neues Laminat verlegen sollten. Uns wurde an diesem Tag erlaubt noch einmal die Wohnung zu betreten um die Küche auszumessen. Dabei haben wir uns den Laminat noch einmal angesehen und festgestellt, dass an mehren Stellen größere Ecken beschädigt sind (Trägermaterial sichtbar). In allen 3 Räumen sind ca. 40% der Fugen fingernagelbreit geöffnet, was wir mit Fotos dokumentiert haben. Daraufhin haben wir die Vermieter angesprochen ob sie sich an den Kosten für das neue Laminat beteiligen würden und haben die o.g. Mängel beschrieben. Was die Vermieter mit den Worten ablehnten: „Sie haben den Boden gesehen, das ist kein Neubau und der nächste Mieter möchte dann wieder einen hellen Boden haben, das können wir nicht machen.“
Lt. Nachfragen liegt der Boden seit ca. 8 Jahren in der Wohnung und wurde damals von einem Mieter verlegt.
Die Wohnungsübergabe soll ca. am 25.07.2007 erfolgen, mit Übergabeprotokoll und Fotodokumentation.

Laut unseren Recherchen ist der Vermieter zur Übergabe eines mängelfreien Bodens verpflichtet.

Unsere Fragen hierzu:
1. Ist der Laminatboden wie oben beschrieben mangelhaft und muss auf Kosten des Vermieters ersetzt werden?
2. Haben wir Anspruch auf einen mängelfreien Boden bei Übergabe?
3. Welche Fristen kann man für die Erneuerung setzen?

Geben Sie uns bitte Empfehlungen zum weiteren Vorgehen.

08.07.2007 | 19:07

Antwort

von


252 Bewertungen
Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
Sehr geehrter Ratsuchender,

1.Es liegt dann ein Mangel der Mietsache vor, wenn die Wohnung einen Mangel hat. Ein Mangel ist eine für den Mieter nachteilige Abweichung des tatsächlichen Zustands der Mietsache vom vertraglich vorausgesetzten.

2.Grundsätzlich ist der Vermieter nicht verpflichtet, einen Bodenbelag zu stellen. Wenn jedoch eine Wohnung mit Bodenbelag vermietet wird und dann der Boden einen Mangel aufweist, wodurch das Wohnen beeinträchtigt wird, haben die Mieter einen Anspruch auf Beseitigung des Mangels. Sie schildern, dass das Laminat an manchen Stellen schadhaft ist und „fingernagelbreite“ Öffnungen zwischen den Brettern vorhanden sind. Für schadhafte Stellen wird der Vermieter eine Beseitigung bezahlen müssen. Ob das auch für die Öffnung zwischen den Brettern gilt, bedarf der Inaugenscheinnahme. Es könnte sich dabei um „unerhebliche“ Mängel handeln, wofür keine Minderung oder Beseitigung verlangt werden kann, § 536 Abs. 1 S. 3 BGB. Die Nutzung der Wohnung muss tatsächlich beeinträchtigt sein, was bei einer geringen Öffnung wohl noch nicht der Fall sein wird. Jedoch muss dass von einem Kollegen vor Ort begutachtet werden, um Ihnen hier die konkreten Erfolgsaussichten nennen zu können.

Fazit: nach derzeitigem Kenntnisstand können Sie eine Zahlung für die schadhaften Stellen verlangen. Das sollten Sie bei der Wohnungsübergabe mit dem Vermieter verbindlich klären. Die kleine Öffnung zwischen den Brettern stellt voraussichtlich noch keinen erheblichen Mangel dar.

Das sollten Sie aber mit einen Kollegen vor Ort prüfen lassen. Für die Mängel müssen Sie eine Frist (4 Wochen sollten angemessen sein) zur Beseitigung setzten und nach dessen Ablauf können Sie die schadhaften Stellen auf eigene Kosten beseitigen und Ersatz Ihrer Aufwendungen verlangen. Wenn Sie dabei das gesamte Laminat auswechseln, sollte der Handwerker gesondert ausweisen, welcher Kostenanteil für die Beseitigung der schadhaften Stellen aufzuwenden gewesen wäre. Dann können Sie im Verfahren nachweisen, wie hoch die Aufwendungen waren.


Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.
Für eine weitere Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Nina Heussen
Rechtsanwältin
Diep, Rösch & Collegen
Fürstenstraße 3
80333 München
Tel: (089) 89 33 73 11 / (089) 45 75 89 50

info@anwaeltin-heussen.de
Abschließend darf ich mir erlauben, noch auf Folgendes hinzuweisen:

Meine Auskunft bezieht sich nur auf die Informationen, die mir zur Verfügung stehen. Eine umfassende Sachverhaltsermittlung ist für eine verbindliche Einschätzung unerlässlich. Diese Leistung kann im Rahmen der Online-Beratung nicht erbracht werden.
Darüber hinaus können eine Reihe weiterer Tatsachen von Bedeutung sein, die zu einem anderen Ergebnis führen. Bestimmte Rechtsfragen wie z. B. die Frage der Verjährung oder von Rückgriffsansprüchen gegenüber Dritten etc., können mit dieser Auskunft nicht abschließend geklärt werden, da es hier auf die Details im Einzelfall ankommt. Ferner sind verbindliche Empfehlungen darüber, wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, nur im Rahmen einer Mandatserteilung möglich.


ANTWORT VON

252 Bewertungen

Heinrich-Brüne-Weg 4
82234 Weßling
Tel: 08153 8875319
Web: www.anwaeltin-heussen.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Erbrecht, Kaufrecht, Urheberrecht, Internet und Computerrecht, Miet und Pachtrecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER