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Neue Arbeitsstelle während Freistellung in Kündigungsfrist

15.06.2007 00:06 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Gleichzeitig mit meiner Kündigung erhielt ich meine (unwiderrufliche) Freistellung von der Arbeit (Abgeltung von Urlaubsansprüchen und zur schnelleren Stellensuche). Noch während meine dreimonatige Kündigungsfrist lief, habe ich eine neue Arbeitsstelle angetreten.
Muß mein ehemaliger Chef mein Gehalt noch bis Ende der Kündigungsfrist weiterzahlen (ich wäre dann für 8 Wochen "Doppelverdiener") oder ist es rechtens, dass er die Zahlung mit meinem Antritt der neuen Stelle eingestellt hat?

Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

Hat der Arbeitgeber Sie mit der Kündigung vorbehaltlos bis zum Ende des Arbeitsvertrages freigestellt, kann diese Freistellung nicht mehr widerrufen werden. Wenn Sie innerhalb der Kündigungsfrist eine neue Stelle finden, sind Sie nicht verpflichtet, dies Ihrem bisherigen Arbeitgeber mitzuteilen.

Danach ist auch das Gehalt bei dem neuen Unternehmen nicht auf das bisherige Gehalt anzurechnen. D.h. Sie wären wie ausgeführt für die entsprechende Zeit Doppelverdiener, müssten aber bei Ihrem neuen Arbeitgeber eine zweite Lohnsteuerkarte vorlegen. Wichtig ist hierbei, dass Sie die unwiderrufliche Freistellung schriftlich vorliegen haben, um dies im Zweifel nachweisen zu können. Ihr noch Arbeitgeber muß das Gehalt bis zum Auslaufen des Arbeitsvertrages weiter bezahlen.

Wäre eine unwiderrufliche Freistellungserklärung nicht vorhanden, müssten Sie den noch Arbeitgeber informieren, wenn Sie vor Ablauf der Kündigungsfrist eine neue Stelle finden. Der Verdienst würde dann auf die noch laufende Gehaltszahlung des ehemaligen Arbeitgebers angerechnet werden.

Ich hoffe Ihnen einen entsprechenden Überblick verschafft zu haben.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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