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Neuberechnung Unterhalt


| 18.10.2006 11:50 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Guten Tag!
Mein Freund hat einen 17jähr.Sohn.Er ist seit 16
Jahren geschieden und zahlt seitdem regelmäßig Unterhalt für den Sohn.
Er verdient 1400Euro netto u.zahlt momentan 312Euro.Es liegt kein Titel etc.vor,da er sich damals mit seiner Exfrau so geeinigt hat.Seit dem 1.8.06 hat der Sohn eine Ausbildung begonnen.Er verdient 300Euro netto und wohnt bei seiner Mutter,die wohl kein eigenes Einkommen hat(Sozialamt),aber wieder neu Verheiratet ist.Soweit wir wissen müßte jetzt eine Neuberechnung stattfinden.Das Jugendamt sagt das sie dafür nicht mehr zuständig sind.Meiner Rechnung nach müßte er doch jetzt 105Euro weniger bezahlen?
300-90 Selbstbehalt =210 davon hälftig 105 Euro ?
Nun meine Fragen:
1.Reicht es aus wenn er sich mit seiner Exfrau einigt oder müssen wir uns einen Anwalt nehmen?

2.Ist meine Rechnung mit 105 Euro richtig?

3.Könnte er einfach die 105 Euro einbehalten falls seine Exfrau nicht zustimmt?

4.Gibt es noch andere Möglichkeiten eine Neuberechnung zu bekommen ohne das wir direkt einen Anwalt einschalten müssen?

Vielen Dank im voraus.


-- Einsatz geändert am 18.10.2006 12:12:44

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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Die einzelnen Fragen beantworte ich wie folgt:

zu 1.

Eine Einigung über die Höhe des Kindesunterhalts kann mit der Kindesmutter ohne weiteres, auch ohne Hinzuziehung eines Anwalts erreicht werden. Sie sollte jedoch schriftlich festgehalten werden - unter Angabe der jeweiligen Einkommen.

zu 2.

Ihre Berechnung ist grundsätzlich richtig. Dazu die folgenden Anmerkungen.

Bei einem monatlichen bereiniggten Nettoeinkommen des Vaters in Höhe von 1.400 € ergibt sich unter Anwendung der Düsseldorfer Tabelle ein Unterhaltsbedarf in Höhe von 312 €.

Zu beachten ist allerdings, dass sich Zu- oder Abschläge ergeben können, wenn der Vater keine weiteren Unterhaltspflichten hat oder auch noch gegenüber anderen Personen (Kinder, Ehefrau etc.) unterhaltsverpflichtet ist. Denn die Tabelle weist monatliche Unterhaltsrichtsätze aus, bezogen auf einen gegenüber einem Ehegatten und zwei Kindern Unterhaltspflichtigen.

Nach Feststellung der Höhe des Unterhaltsbedarfs ist zu prüfen, inwieweit das Kind diesen Bedarf aus eigenem Einkommen decken kann.

Von dem Einkommen des Kindes sind zunächst die berufs- oder ausbildungsbedingten Aufwendungen abzuziehen. Nach der Düsseldorfer Tabelle wird die Ausbildungsvergütung eines in der Berufsausbildung stehenden Kindes, das noch im Haushalt der Eltern oder eines Elternteil wohnt, um einen ausbildungsbedingten Mehrbedarf, in der Regel um 90 €, gekürzt. Kann das Kind einen höheren ausbildungsbedingten Mehrbedarf belegen, wird dieser abgezogen.

Das so bereinigte Einkommen des minderjährigen Kindes, das noch von einem Elternteil in dessen Haushalt betreut wird, wird zur Hälfte auf dessen Unterhaltsbedarf angerechnet.

Ausgehend von einem Unterhaltsbedarf in Höhe von 312 € würde sich also folgende Rechnung ergeben:

312 € - (300 € - 90 €) : 2 = 207 €

(also eine Verringerung um 105 €)

Schließlich ist zu schauen, ob der Unterhalt vom Vater entsprechend seiner Leistungsfähigkeit getragen werden kann. Nach der Düsseldorfer Tabelle ist zugunsten eines erwerbstätigen Unterhaltsverpflichteten gegenüber minderjährigen und ihnen gleichgestellten Kindern von einem monatlichen Selbstbehalt in Höhe von 890 € auszugehen, der durch die Unterhaltspflichten nicht tangiert werden soll.

zu 3.

Da der Unterhaltsanspruch des Kindes nicht tituliert ist, kann der Vater in der Tat die Unterhaltszahlung ohne weiteres reduzieren. Es wäre dann Sache des Kindes, gegebenenfalls im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens einen höheren Unterhaltsbetrag geltend zu machen.

zu 4.

Eine anderweitige Neuberechnung kann seitens des Vaters nicht erreicht werden. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, sollte daher durch einen Anwalt vor Ort eine genaue Berechnung erfolgen.

Die Mutter des minderjährigen Kindes hat jedoch gemäß § 18 Absatz 1 Nr. 1 Sozialgesetzbuch Achtes Buch (SGB VIII) einen Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen des Kindes oder Jugendlichen durch das Jugendamt. Nach Eintritt der Volljährigkeit hat dann das Kind bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres gemäß § 18 Absatz 4 SGB VIII ebenfalls einen Anspruch auf Beratung und Unterstützung bei der Geltendmachung von Unterhaltsansprüchen. In diesem Rahmen kann durch die Mutter oder später durch das Kind vom Jugendamt eine Berechnung seines Unterhalts verlangt werden.


Ich hoffe, Ihnen mit diesen Ausführungen weiter geholfen zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen


Ingo Kruppa
Rechtsanwalt
www.kruppa-ruprecht.de
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