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Neuberechnung Ehegattenunterhalt - neues Unterhaltsrecht

22.09.2008 23:32 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Ex-Mann und ich sind seit 2005 geschieden, wir haben zwei gemeinsame Kinder, 4 und 6 Jahre alt. Er ist seit Juni diesen Jahres wieder verheiratet, es gibt dort zwei gemeinsame Kinder unter 6 Jahren.
Zum Zeitpunkt der Scheidung war ich nicht berufstätig, es lag ein Mangelfall vor. Der seitdem gezahlte Unterhalt (beruhend auf seinem Einkommen (Brutto/Jahr 49.100€) betrug seither 457 für mich und je 164 € für die Kinder.
Seit 01.01.08 hat er eine neue Stelle mit einem höheren Verdienst (71.500 brutto).
Das bereinigte Einkommen nach Berechnung der Gegenseite beträgt 3428,65 - 10% ergibt 3085,79€.
Ich habe inzwischen eine Teilzeitstelle angenommen, mit 720,80 € netto im Monat.
Als neue Kindesunterhaltsbeträge sind für unsere Kinder 244 und 294€ angesetzt, auf die wir uns schon weitgehend geeinigt haben. (Umgruppierung in Stufe IV wegen 5 unterhaltspflichtigen Personen).
Seine jetzige Frau erhebt keinen eigenen Unterhaltsanspruch, da sie nahezu Vollzeit berufstätig ist.
Wir scheitern nun bei dem Versuch, den Ehegattenunterhalt für mich auszurechnen. Der strittige Punkt ist, inwieweit mein Einkommen angerechnet wird. Uns ist nicht klar, wie es mit der Rechnung nach Bereinigung beider Einkommen weiter geht.
Kann uns jemand weiterhelfen? Wie funktioniert das "Standardverfahren"
Herzlichen Dank

Sehr geehrte Ratsuchende,

für die Beantwortung Ihrer Frage benötige ich noch folgende Information:

- Bezahlt Ihr Ex-Mann auch Barunterhalt an die Kinder aus der neuen Ehe? Falls ja, wieviel? Lebt er mit den Kindern in einem Haushalt?

Bitte nutzen Sie die Nachfrage-Funktion zur Beantwortung. Sie erhalten sodann eine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Steinfelder
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2008 | 09:39

Ja, er lebt mit Kindern und der neuen Frau in einem Haushalt.
Demzufolge fließt kein Barunterhalt (wenn ich das Wort richtig verstehe), allerdings wurde der Unterhaltsanspruch der Kinder bislang immer mit einberechnet, sprich von seinem Nettoeinkommen mit abgezogen, bevor es um die Berechnung des Ehegattenunterhalts ging.
Dies geschah mit den gleichen Beträgen, wie auch mein jüngeres Kind unterhaltsberechtigt ist. In diesem Fall 2 x 244 €.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.09.2008 | 11:28

Vielen Dank für die Information. Anhand dieses Sachverhaltes möchte ich Ihre ursprüngliche Frage wie folgt beantworten.

Ich möchte vorab allerdings darauf hinweisen, daß im Rahmen einer Erstberatung die Rechtlage nur grob dargestellt werden kann. Gerade im Unterhaltsrecht kommt es wirklich auf jede Kleinigkeit an. So haben z.B. das Wohnen in der eigenen Immobilie oder eheprägende Schulden sowie Kinderbetreuungskosten erheblichen Einfluss auf den Unterhaltsanspruch.

In Ihrem Fall gehe ich allerdings davon aus, daß Sie sich im Prinzip über den Unterhalt einig sind, es fehlt nur noch der "letzte Rechenschritt".

Im folgenden lege ich folgende Daten zugrunde:

Netto-Einkommen Ex-Mann: 3428 Euro
Ihr Netto-Einkommen: 721 Euro

Ich gehe davon aus, daß in diesen Beträgen bereits berufsbedingte Aufwendungen berücksichtigt und abgezogen worden sind. Falls nicht, so sollten Sie bereits an dieser Stelle pauschal einen Abzug von je 5 %, höchstens aber 150 Euro machen, es sei denn, es werden höhere berufsbedingte Aufwendungen geltend gemacht (z.B. Fahrtkosten).

Sodann gehe ich davon aus, daß die folgenden Kindesunterhaltsbeträge als fest vereinbart gelten:

Kind A1: 294 Euro
Kind A2: 244 Euro
Kind B1: 244 Euro
Kind B2: 244 Euro

Hieraus ließe sich der Unterhalt sodann wie folgt berechnen.

Gesamtbedarf:

Einkommen des Kindesvaters abzgl. Kindesunterhalt: 3428 - 1026 = 2402 Euro

Hiervon ist der Erwerbstätigenbonus abzuziehen, also 10 % von 3428 Euro --> 2402 - 343 = 2059 Euro

Ihr Einkommen abzgl. Erwerbstätigenbonus: 721 - 72 = 649 Euro

Der Gesamtbedarf von Ihnen und Ihrem Ex-Mann beträgt also 2059 + 649 Euro = 2708 Euro

Dieser Betrag ist durch zwei zu teilen und entsprechend der Einkommen zu verteilen, also:

2708 /2 = 1354 Euro

1354 - 649 (Ihr Einkommen) = 705 Euro

1354 - 2059 (Einkommen Ex-Mann) = -705 Euro

Demzufolge hätte Ihr Ex-Mann 705 Euro Ehegattenunterhalt zu bezahlen.

Wie bereits oben erwähnt, ist dies nur eine sehr grobe Unterhaltsberechnung. Es können z.B. noch Vorteile aus Zusammenleben mit dem neuen Ehegatten anzurechnen sein oder Ihr Einkommen könnte zu einem Teil wegen der Kindesbetreuung als überobligatorisch gelten. Sofern Sie also eine genauere Berechnung wünschen, so sollten Sie -evtl. sogar mit Ihrem Ex-Mann zusammen- zu einem Fachanwalt vor Ort gehen und dort alle Umstände vortragen.

Falls Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne per E-Mail an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Lars Steinfelder
Rechtsanwalt

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