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Neubau an Grenze

31.03.2012 10:38 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von

Rechtsanwalt Reinhard Otto


Der Nachbar will sein jetziges Haus abreißen und ein Neues bauen.Dieses wird ca. 2 m höher und nimmt mir dadurch den freien Blick und die Morgensonne. Das Gebäude steht etwa 2m neben der Grenze.
Da ich durch diese enge Bebauung für mich einen Wertverlust sehe, möchte ich Einspruch einlegen.

Habe ich eine Chance?

mfg
Bernd Ehrlich



























Guten Morgen,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der von Ihnen mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Grundsätzlich haben Sie keinen geschützten Anspruch auf einen freien Blick, sondern müssen hinnehmen, dass durch rechtmäßige Baumaßnahmen dieser Blick ggf. beeinträchtigt werden kann.

Ähnlich verhält es sich mit der drohenden Abschattung Ihres Grundstückes.

Entscheidend ist daher, ob das geplante Vorhaben des Nachbarn baurechtlich rechtmäßig ist oder nicht.


Bei der geplanten Maßnahme des Nachbarn handelt es sich um ein genehmigungspflichtiges Bauvorhaben, dessen Zulässigkeit sich u.a. nach der für Sie geltenden Landesbauordnung Baden-Württemberg richtet.

Nach § 55 LBauO BW sind Anlieger als Beteiligte vom Bauantrag zu benachrichtigen und können Einwendungen binnen zwei Wochen erheben, § 55 Abs. 2 LBauO BW.


In materiellrechtlicher Hinsicht wird zu prüfen sein, ob der Grenzabstand von 2 Metern den Vorgaben des § 5 LBauO BW entspricht, was abhängig von der Wandhöhe und -breite ist.

Es wird ferner zu prüfen sein, ob die vorgesehene Aufstockung mit einem etwa bestehenden Bebauungsplan und ansonsten mit der übrigen vorhandenen Bebauung in Einklang steht oder nicht.

Es gibt also durchaus Ansatzpunkte, das geplante Vorhaben Ihres Nachbarn evt. doch verhindern zu können, so dass ich Ihre Frage nach der vorhandenen Chance durchaus positiv beantworte.

Sie sollten aufgrund der Komplexität und der nicht ganz einfachen Rechtslage im Baurecht frühzeitig einen Anwalt beauftragen.


Mit freundlichen Grüßen



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