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Neubau Terrasse steuerlich absteuerlich absetzbar?

| 24.03.2021 15:09 |
Preis: 63,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

wir haben letztes Jahr im Juni unseren Neubau bezogen. Im Juli haben wir die Terrasse pflastern lassen., also nachdem wir eingezogen sind. Sie die Handwerkerkosten (Lohn) steuerlich absetzbar?

Freundliche Grüße

24.03.2021 | 17:12

Antwort

von


(362)
Alte Schmelze 16
65201 Wiesbaden
Tel: 0611-13753371
Web: http://deutschland-schulden.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

da die Leistungen erst nach Ihrem Einzug erbracht worden sich können Sie diese nach § 35a Absatz 3 und 4 Einkommensteuergesetz als haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen.

Zitat:
§ 35a - Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen
(1) .....
(2) ....
(3) Für die Inanspruchnahme von Handwerkerleistungen für Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen ermäßigt sich die tarifliche Einkommensteuer, vermindert um die sonstigen Steuerermäßigungen, auf Antrag um 20 Prozent der Aufwendungen des Steuerpflichtigen, höchstens jedoch um 1 200 Euro. 2Dies gilt nicht für öffentlich geförderte Maßnahmen, für die zinsverbilligte Darlehen oder steuerfreie Zuschüsse in Anspruch genommen werden.
(4) Die Steuerermäßigung nach den Absätzen 1 bis 3 kann nur in Anspruch genommen werden, wenn das Beschäftigungsverhältnis, die Dienstleistung oder die Handwerkerleistung in einem in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegenden Haushalt des Steuerpflichtigen oder - bei Pflege- und Betreuungsleistungen - der gepflegten oder betreuten Person ausgeübt oder erbracht wird. 2In den Fällen des Absatzes 2 Satz 2 zweiter Halbsatz ist Voraussetzung, dass das Heim oder der Ort der dauernden Pflege in der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum liegt.


Entscheidend sind dabei vor allem 3 Voraussetzungen:

1. Die Leistung muss vor Ort erbracht werden.

Die Leistung in Ihrem Haushalt erbracht werden, eine Tätigkeit in den Räumen des Handwerkes zählt nicht, z.B. die Instandsetzung von Möbeln in einer Werkstatt. Da bei Ihnen vor Ort gearbeitet wurde ist dieser Punkt unproblematisch.

2. Nur der Lohnanteil ist absetzbar
Nur der reine Lohn ist absetzbar, meisten wird der Handwerker schon in der Rechnung auf § 35a ESTG hinweisen. Wenn nicht achten Sie darauf, dass die Kosten entsprechend aufgeschlüsselt sind.

3. Keine Barzahlung.
Wichtig ist, dass der Betrag bar überwiesen wurde. Der § 35a soll grade Schwarzarbeit verhindern, daher wird hier die Überweisung und damit auch die leichte Nachvollziehbarkeit zur Bedingung gemacht.


Ich hoffe damit Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke


Rückfrage vom Fragesteller 25.03.2021 | 09:10

Guten Morgen Herr Fricke ,

vielen Dank für Ihre Antwort. Eine kurze Nachfrage habe ich noch. Ich hatte vorher im Internet recherchiert und es gab relativ häufig den Hinweis, dass es sich nicht um einen Neubau handeln dürfe. Wie ist denn das zu verstehen oder ist wirklich nur das Einzugsdatum das entscheidende Kriterium, dass man also schon in dem Haus wohnen muss?

Freundliche Grüße


Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 25.03.2021 | 10:40

Sehr geehrte/r Fragesteller/in,

nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofes müssen die Arbeiten in einem bereits bestehenden Haushalt erbracht werden. Da Sie bereits eingezogen sind ist dies der Fall.

Vergleichbar wären z.B. auch Gartenarbeiten oder andere Arbeiten im Außenbereich, hier hat der BFH bereits (BFH Urteil v. 13.07.2011 - VI R 61/10) wie folgt geurteilt:

Zitat:

Dieses enge Verständnis der Vorschrift greift nach Auffassung des erkennenden Senats zu kurz. Denn der Wortlaut der Regelung bezieht ausdrücklich Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten (Blümich/Erhard, § 35a EStG Rz 32; Eversloh in Lademann, EStG, § 35a EStG Rz 86) in die Steuerermäßigung ein, obgleich sich das Herstellungskosten begründende Merkmal der wesentlichen Verbesserung als Renovierung verstehen lässt (Eversloh in Lademann, a.a.O.) und auch Modernisierungsmaßnahmen Herstellungsaufwand begründen können (Kratzsch in Frotscher, a.a.O.). § 35a Abs. 2 Satz 2 EStG begünstigt deshalb Instandsetzungsmaßnahmen zur Erhaltung oder Wiederherstellung des vertraglichen oder ordnungsgemäßen Zustands sowie Modernisierungsmaßnahmen (Blümich/Erhard, § 35a EStG Rz 32; Eversloh in Lademann, a.a.O.), und zwar unabhängig davon, ob die Aufwendungen für die einzelne Maßnahme Erhaltungs- oder Herstellungsaufwand darstellen (vgl. Bode, in: Kirchhof/Söhn/ Mellinghoff, a.a.O.; Durst in Korn, § 35a EStG Rz 33; a.A. Schmidt/Drenseck, a.a.O.; Kratzsch in Frotscher, a.a.O.). Die sachliche Begrenzung der begünstigten Maßnahmen ist deshalb aus dem Tatbestandsmerkmal „im Haushalt" zu bestimmen (Blümich/Erhard, a.a.O.; Eversloh in Lademann, a.a.O.). Handwerkerleistungen sind demnach nur begünstigt, wenn sie im räumlichen Bereich eines vorhandenen Haushalts erbracht werden. Damit können Handwerkerleistungen, die die Errichtung eines „Haushalts", also einen Neubau, betreffen, die Steuerermäßigung nicht vermitteln; Maßnahmen eines Handwerkers im vorhandenen Haushalt, zu dem auch der dazugehörige —stets schon vorhandene— Grund und Boden gehört (BTDrucks 16/643, 10 und BTDrucks 16/753, 11), sind hingegen stets nach § 35a Abs. 2 Satz 2 EStG begünstigt. Denn nur so kann der Intention des Gesetzgebers Rechnung getragen werden, Wachstum und Beschäftigung zu fördern (BTDrucks 16/643, 1 und BTDrucks 16/753, 1).

In Anwendung dieser Rechtsgrundsätze sind die geltend gemachten Aufwendungen sowohl für die Erd- und Pflanzarbeiten als auch für die Errichtung der Stützmauer an der Grenze zum Nachbargrundstück nach § 35a Abs. 2 Satz 2 EStG begünstigt. Ob der Garten neu angelegt (Herstellungskosten) oder ein naturbelassener Garten umgestaltet (Modernisierungs- und Erhaltungsaufwand) worden ist, ist insoweit ohne Belang.


Nach einer weiteren Entscheidung des Bundefinanzhofes (BFH, Beschluss v. 5.7.2018, Az. VI R 53/17) kommt es vor allem auf die Bezugsfertigkeit an. Da Sie bereits eingezogen sind, ist diese offenbar gegeben und damit die Maßnahme nach § 35a begünstigt.

Mit freundlichen Grüßen,
RA Fabian Fricke

Bewertung des Fragestellers 25.03.2021 | 12:49

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