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Neubau: Erneuerung der fertigen Decken aufgrund eingeschnittener Dampfsperre


13.09.2017 16:33 |
Preis: 30,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren,

folgender Sachverhalt liegt zugrunde:

Wir bauen derzeit ein KfW-55-Haus und haben kürzlich einen Blower-Door-Test durchführen lassen. Dieser fiel leider negativ aus. Grund hierfür war unter anderem, dass hohe Volumenströme im Bereich der Strahleröffnungen an der bereits fertig verspachelten und gestrichenen Rigipsdecke festgestellt wurden. Die Decke wurde vom Zimmermann vor einigen Wochen hergestellt. Der Elektriker hat Teile der Rigipsplatten wieder abgenommen, seine Bohrungen für die Öffnungen vorgenommen, die Dampfsperre sodann eingeschnitten, Töpfe für die Strahler eingesetzt und diese Töpfe wieder mit der Dampfsperre mittels eines Klebebandes verklebt. Wir vermuteten, dass die Luftströme aufgrund nicht hinreichend abgeklebter Töpfe entstanden. Wir mussten der Sache also weiter auf den Grund gehen und haben in Anwesenheit des Zimmermanns, des Elektrikers und einer neutralen Person des Ingenierbüros Teile der Decke geöffnet. Beim Öffnen der Decke klappte ein Topf komplett herunter (das Klebeband hält nicht) bei einem weiteren geöffneten Topf löst sich das Klebeband. Das Ergebnis ist nun, dass alle Decken heruntergenommen und erneuert werden müssen. Der Elektriker lässt durchblicken, dass er sich für den Schaden ersatzpflichtig sieht und diesen auch begleichen möchte. Er hat seine Versicherung bereits eingeschaltet.

Wir sind natürlich daran interessiert, uns an diesem Mehraufwand schadlos zu halten und hätten nach Erneuerung der Decken auch gerne den derzeitigen Zustand wiederhergestellt. Wir sind uns aber nicht sicher, wie wir uns nunmehr verhalten sollen, damit wir nicht auf den Kosten der Wiederherstellung und weiteren Kosten, die uns vielleicht auch noch gar nicht bekannt sind, bspw. durch die nunmehr entstehende Bauverzögerung, sitzenbleiben.

Wie sollten wir nun aus Ihrer Sicht vorgehen?
Wir sind natürlich an einer zeitnahen Behebung des Schadens interessiert.

Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

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Sehr geehrter Ratsuchender,


Sie sollten sich unverzüglich vom Elektriker bzw. dem Versicherer verbindlich schriftlich (ohne wenn und aber) geben lassen, dass er für den Schaden verantwortlich ist, den Schaden (Aufzählung so genau wie möglich) ebenso ersetzt wie die Folgekosten.

Lassen Sie sich das Gespräch mit dem Elektriker auch von den Zeugen schriftlich bestätigen und fertigen Sie Beweisfotos vom derzeitigen Ist-Zustand an.


Weigert der Elektriker oder sein versicherer sich, sollauf Zeit gespielt werden, sollte SOFORT ein selbständiges Beweisverfahren nach § 485 ZPO eingeleitet werden, mit dem ein neutraler Gutachter dann über das Gericht den Schaden, die Schadenursache und die Kosten der Beseitigung nebst Herstellungskosten des derzeitigen Ist-Zustandes gerichtssicher feststellt.

Ob Sie so ein besonderes Verfahren ohne anwaltliche Hilfe einleiten sollten, müssen Sie selbst entscheiden. Wirklich ratsam wäre es nicht, so dass Sie dann das selbständige Beweisverfahren über einen Rechtsanwalt einleiten sollten.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 15.09.2017 | 11:32

Sehr geehrter Herr Bohle,

vielen Dank für Ihre umgehende Antwort.

Erlauben Sie mir bitte, bezugnehmend auf meine Ausgangsfrage nach dem weiteren Ablauf, eine Nachfrage:

Ist es richtig, dass nunmehr der Schadensverursacher, und nicht wir, die Firmen zur Behebung des Mangels und Wiederherstellung des Ist-Zustandes beauftragen müssen und wir auch darauf bestehen können, dass genau die Firmen eingesetzt werden, die wir uns seinerzeit ausgesucht haben? Wir möchten natürlich auch nicht, dass "irgendjemand" kommt und die Mängel behebt.

Weiter würde mich interessieren, ob die Voraussetzungen eines selbstständigen Beweisverfahrens bereits jetzt vorliegen. Oder müssen wir hier erst den Verursacher auffordern, uns eine schriftliche Bestätigung zu erteilen bzw. ihn bei Verweigerung der Bestätigung zur Zustimmung eines Verfahrens nach § 485 BGB auffordern?

Vielen Dank und freundliche Grüße.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 15.09.2017 | 11:39

Sehr geehrter Ratsuchender,


sofern die Schäden fachgerecht behoben werden, wird auch eine andere Firma zur Beseitigung herangezogen werden können; den Einsatz einer bestimmten Firma können Sie nicht verlangen.


Nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung liegen die Voraussetzungen für ein selbständiges Beweisverfahren vor; gleichwohl sollte eine kurze Erklärungsfrist gesetzt werden, da eben auch das Beweisverfahren eine gewisse Zeit dauern wird und Sie nachvollziehbar an einer schnellen Schadenbeseitigung Interesse haben. Daher würde ich die Frist setzen und die Reaktion abwarten.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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