Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Neubau Einfamilienhaus: Haus steht zu tief! Schadensersatz?


13.06.2006 13:53 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht



Mit unserem Bauträger (Baufirma) haben wir einen Bauvertrag für den Neubau eines Einfamilienhauses abgeschlossen. Schlüsselfertig inkl. Bodenplatte, Erdarbeiten etc., also man kann sagen, "Standard". Baubeginn war Anfang April diesen Jahres; gerade ist Estrich hereingekommen. Das Grundstück haben wir ebenfalls (woanders) gekauft.

Wir bauen in leichter Hanglage. Die Strasse verläuft gerade den Hang hinauf. Das Haus steht mit der Längsseite, an der auch die Haustür ist, parallel zu dieser Strasse, Abstand ca. 6 m. Das bedeutet, rechts von der Haustür wurde Erdreich ausgehoben, links aufgeschüttet, um die Ebene herzustellen.

Links ist das Haus also Über Strassenniveau, rechts unter Strassenniveau. Die Mitte (Haustür) sollte dabei die Höhe haben, dass sie 1 Treppenstufe über Strassenniveau geht. Das wurde vorher gemeinsam mit der Baufirma geplant und besprochen und ist in der entsprechenden Zeichnung der Baumappe auch so eingetragen.

Was erst jetzt aufgefallen ist, weil man es auf den ersten Blick schwer erkennt: Die Eingangstür liegt eher 1 Stufe unter Strassenniveau!

Dadurch gerät nicht nur unsere gesamte Planung der Aussenanlagen durcheinander, es entstehen uns auch erhebliche Mehrkosten (Konzeption & Umsetzung bezüglich Wasser vom Haus fernhalten, viel größere Stützmauer als geplant, etc.). Uns ist das alles schon eher aufgefallen (mehr Senke auf Aushubseite als erwartet, Bedarf an großer Stützmauer), aber erst jetzt haben wie die viel zu tiefe Haustür bemerkt und wissen nun, dass wir viel besser dastehen würden, wäre das Haus auf der geplanten Höhe!

Diese mehrkosten beziffere ich auf mindestens 5000 EUR und wird uns wohl zum Nachfinanzieren zwingen.

Weiterhin mindert das natürlich den Gesamtwert des Objekts bei eventuellem späteren Verkauf (auch wenn wir das nicht vorhaben), schließlich ist das alles andere als üblich, dass die Haustür derart unter Strassenniveau ist!

Die genannten Nachteile, die für uns ohne Zweifel bestehen, sind aus unserer Sicht durch den Bauträger verschuldet. Wir sind sehr wütend, allerdings auch etwas ratlos, wie wir agieren sollen, daher dringende Fragen:

1)Können wir Schadensersatzansprüche geltend machen?

2) zu 1:Wenn ja, wie hoch ist realistisch? Gibt es Vorgaben?

3) können eventuell bestehende Schadensersatzansprüche auch, eventuell einseitig (unsererseits) durch Kaufpreisminderung erreicht werden?

4) Wie sinnvoll und rechtens ist es überhaupt, Geld einzubehalten und wann hat man Sicherheit, es nicht mehr zahlen zu müssen?

5) Inwieweit geht das ganze ohne teuren juristischen Beistand und kräftezehrende Klageverfahren?

6) Wann müssen wir den Bauträger förmlich auf den Mangel hinweisen? Hintergrund: Wir befürchten, dass die weiteren Bauarbeiten eingestellt werden, wenn wir "Ärger machen", und würden dieses Thema gern so weit wie möglich nach hinten verlagern.

Ich bedanke mich vielmals im Voraus!

-- Einsatz geändert am 13.06.2006 13:56:52

-- Einsatz geändert am 13.06.2006 14:22:47

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, welche ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsberichts summarisch gerne wie folgt beantworte:

Meines Dafürhaltens kommt hier ein Schadensersatzanspruch Ihrerseits in Betracht. Und zwar unabhängig davon (Sie berichten hierüber nichts), ob die Erstellung des Hauses mit gesonderter Vereinbarung auf Grundlage der VOB, oder „nur“ den §§ 631 ff. BGB erfolgte.

Eine sichere Prognose, wie hoch ein evt. Schadensersatzanspruch sein könnte, ist aus der Ferne und auf Grundlage Ihres Berichts sicher nicht möglich (und im Detail in der Rechtsprechung zudem umstritten). Ob Sie einen Schadensersatzanspruch im Wege der Aufrechnung bzw. der Kaufpreisminderung geltend machen können, würde ich vorsichtig bejahen. Allerdings fehlen für eine verläßliche Einschätzung schlicht die Vertragsunterlagen – ich meine aber, grundsätzlich eher ja.

Geld im Wege zB der Minderung einzubehalten ist ein Ihnen ja nach Einzelfall zustehendes Recht. Inwieweit und insbesondere zeitlich ab wann es „Sicherheit bietet“, lässt sich pauschal nicht beantworten. Ich meine aber auf Grundlage Ihres Sachverhaltsberichts, dass Sie hier umgehend Maßnahmen ergreifen sollten – und dazu gehört nun einmal auch die Wahrnehmung des Minderungsrechts.

Ob und inwieweit es ohne, um Sie zu zitieren, „teuren juristischen Beistand und kräftezehrende Klageverfahren“ geht, lässt sich an dieser Stelle schlicht konkret nicht beantworten. Ich meine aber, dass Sie sich ggfls. darauf einlassen werden müssen.

Die Hinweispflicht, egal ob nach VOB (§ 4 Nr.7 bzw. § 13) oder nur BGB )§ 638), werden Sie nicht allzu lange aufschieben können – auch wenn die Gefahr, dass der Bauträger dann „bockt“, nicht von der Hand zu weisen ist.

Ich kann Ihnen schlussendlich nur raten, hier unverzüglich einen baurechtlich versierten Kollegen vor Ort aufzusuchen, da eine sichere Beurteilung dieser relativ schwierigen Materie „aus der Ferne“ recht schwer ist.


Für eine Rückfrage stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen,

Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER