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Neu gepflanzte Bambushecke unrettbar krank - Wer muss für Ersatz aufkommen?

| 31.03.2014 14:14 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Im Sommer 2011 haben wir den Garten unseres Einfamilienhauses komplett von einem Gartenbaubetrieb neu anlegen lassen. Unter anderem wurde auch eine Hecke aus etwa 30 Bambuspflanzen gepflanzt. Von Anfang an habe ich deutlich gemacht, dass wir für die Hecke eine pflegeleichte Lösung suchen, die rasch einen guten Sichtschutz bietet bei geringst möglichem Pflegeaufwand.

Unmittelbar im folgenden Sommer (2012) habe ich erstmals beim Gartenbaubetrieb reklamiert, dass die Bambuspflanzen krank aussehen und außerdem offensichtlich von kleinen gelben Läusen befallen waren. Mir wurde geraten, die Bewässerungshäufigkeit zu verringern und gegen den Lausbefall ein Spritzmittel einzusetzen. Beides habe ich getan.

Im nächsten Jahr (2013) sahen die Pflanzen immer noch krank aus und die Läuse waren noch immer vorhanden - mittlerweile weiße Schmierläuse. Ich habe deshalb weitere 3 Mal aus den gleichen Gründen reklamiert. (Unter anderem hatte ich am 14.08.2013 geschrieben: „... Ich möchte nicht, dass wir in ein oder zwei Jahren dumm dastehen und alles auf eigene Kosten neu bepflanzen müssen…".) Ich hatte auch darum gebeten, den Lieferanten mitzubringen, was der Gartenbauer jedoch nicht veranlasste. Der Gartenbauer selbst kam allerdings und hat die Pflanzen mit verschiedenen Mitteln behandelt, in der - wie sich zeigte, erfolglosen - Hoffnung auf Besserung.

Nun, im dritten Jahr (2014), hat sich der Bambus ganz offensichtlich nicht erholt und sieht noch immer krank, teilweise schon abgestorben, aus. Er ist auch praktisch nicht gewachsen und hat noch immer Lausbefall. Alle anderen Pflanzen im Garten sind gesund und munter.

Vor einigen Wochen hatte ich deshalb erneut reklamiert - also zum fünften Mal, und vorgeschlagen, die Pflanzen zu ersetzen, da sie ja offensichtlich nicht zu retten sind. Der Gartenbauer lehnt nun aber einen kostenfreien Austausch ab und beruft sich darauf, dass auch sein Lieferant der Bambuspflanzen jetzt jegliche Garantieleistung ablehne.

Ich musste dem Gartenbauer - und dem Bambus - aber doch wohl zuerst eine Chance auf Nachbesserung einräumen und hätte deshalb nicht schon gleich darauf bestehen können, die Pflanzen rauszureißen und zu ersetzen? Nun soll ich aber den gesamten Schaden alleine tragen, und dass, obwohl ich genau davor gewarnt hatte?

Ärgerlich ist außerdem, dass wir wieder von vorne anfangen, denn drei Wachstumsjahre wären wohl auf jeden Fall verloren, wenn wir eine neue Bambushecke pflanzen lassen.

Ich suche keinen Rechtsstreit und wäre durchaus bereit zu einer Kompromisslösung. Vorstellen könnte ich mir z. B., dass ich die neuen Pflanzen bezahle und der Gartenbauer die Arbeitskosten übernimmt für den Austausch der Pflanzen inklusive Erdaustausch (wg. möglicher Larven oder Eier).

Bevor ich aber einen solchen Vorschlag überhaupt mache möchte ich mich gerne informieren, wie denn die rechtliche Lage in diesem Fall aussieht. Konkret: Könnte ich vollständigen Ersatz und Austausch der kranken Bambushecke fordern? Auf welcher Grundlage? Ist die Garantie bzw. Gewährleistung - trotz meiner mehrfachen Reklamationen (Korrespondenz und Bilder liegen vor) tatsächlich verfallen? Oder muss ich die vollen Kosten nun selbst tragen?

Sehr geehrter Fragesteller,

ich bräuchte für die konkrete Beantwortung bitte eine Kopie des gegenständlichen Vertrages mit dem Gartenbaubetrieb.

Bitte schicken Sie mir diesen am besten per Email oder Fax zu (mail@zellner-law.de / 08651 9655 425).

Sie erhalten nach Durchsicht des Mietvertrages eine konkrete Beantwortung mit entsprechenden Rechtsgrundlagen und ggf. Gerichtsentscheidungen.

Mit freundlichen Grüßen

Rückfrage vom Fragesteller 05.04.2014 | 12:00

Hallo Herr Zellner, darf ich noch einmal kurz nachhaken? Der Gartenbauer meint, auf Pflanzen gäbe es überhaupt keine Garantie/Gewährleistung, weil viel zu viele Faktoren deren Wohlbefinden beeinflussen könnten. Insofern könne ich für den Bambus gar keine Gewährleistung fordern. Da Sie nichts dergleichen erwähnt haben, kann ich doch davon ausgehen, dass das so nicht zutrifft? Oder kann der Gartenbauer Recht haben mit seiner Ansicht?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 05.04.2014 | 13:55

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage.

Pflanzen unterliegen dem Gewährleistungsrecht ebenso wie jede andere Sache auch. Entscheidend ist, dass die Pflanzen in mangelhaftem Zustand übereignet wurden - vgl. dazu zB.: Amtsgericht Viersen, 33 C 129/03 .

"Denn das pauschale Vorbringen des Klägers über Verlust von Blättern der Pflanze reicht nicht aus, um den vom Kläger behaupteten Sachmangel zu begründen. Wenn eine Pflanze Blätter verliert, bedeutet dies nicht zwangsläufig, daß die Pflanze mangelhaft im Sinne von § 434 BGB ist."

Ebenso ist bei Pflanzen eine Beschaffenheitsvereinbarung nach § 434 Absatz 1 Satz 1 BGB möglich - OLG Koblenz, Beschluss vom 05.03.2012 - 5 U 1499/11 .

Entscheidend in Ihrem Fall ist, dass die Mangelhaftigkeit nachweisbar ist. Dies sollte jedoch hier nicht problematisch sein, da der Gartenbauer ja bereits versuchte, den offensichtlichen Mangel selbst zu beheben und die Nachbesserung nicht fruchtete.

Sie sollten daher ein entsprechendes anwaltliches Schreiben an den Gartenbauer verfassen lassen.


Mit freundlichen Grüßen,

Dominik Zellner

Ergänzung vom Anwalt 31.03.2014 | 14:17

Sehr geehrter Fragesteller,

ich beantworte Ihre Fragen wie folgt:

1) Könnte ich vollständigen Ersatz und Austausch der kranken Bambushecke fordern - Auf welcher Grundlage?

Bei einem sogenannten gemischtem Vertrag (hier Werkvertrag in Bezug auf die gesamte Gartengestaltung und Kaufvertrag in Bezug auf die Pflanzen) ist zunächst für jede Leistung die Vorschrift des entsprechenden Vertragstyps heranzuziehen - BGH NJW 2008, 1072 . Sie können hier aufgrund kaufrechtlicher Gewährleistungsansprüche gemäß § 434 i.V.m. § 437 BGB den Ersatz und den Austausch fordern, da die Sträucher mangelhaft sind.

2) Ist die Garantie bzw. Gewährleistung - trotz meiner mehrfachen Reklamationen (Korrespondenz und Bilder liegen vor) tatsächlich verfallen?

Nein - dies ist nicht der Fall. Ob dem Gartenbauer ein Anspruch aus § 478 BGB gegenüber dem Lieferanten zusteht oder nicht, ist im Verhältnis zu Ihnen unbeachtlich.

Zu beachten ist jedoch hier die Verjährung, diese beträgt nach § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB zwei Jahre. Jedoch entstehen die Rechts aus § 437 BGB neu, falls eine mangelhafte Nacherfüllung (wie hier - die Nacherfüllung fruchtete nicht) vorliegt (siehe Palandt/Weidenkaff § 438 Rn. 16a).

3) Oder muss ich die vollen Kosten nun selbst tragen?

Nein - Ihnen stehen weiterhin Gewährleistungsrechte zu.

4) Ratschlag

Da Sie an einer außergerichtlichen Einigung interessiert sind, rate ich Ihnen, ein entsprechendes anwaltliches Schreiben an den Gartenbauer in Auftrag zu geben, um eine Lösung zu erzielen. Dabie kann dem Gartenbauer auch deutlich gemacht werden, dass im Verhältnis zu Ihnen er in der Pflicht steht, den Mangel zu beseitigen oder entsprechend den Kaufpreis zu mindern. Darüber hinaus kommt auch eine Schadensersatzpflicht - §§ 437 Nr.3 , 280 ff. BGB - in Betracht.

Ich hoffe Ihre Fragen verständlich beantwortet zu haben.

Sollten Sie mich beauftragen wollen, wird die hier entrichtete Gebühr auf die weitere Tätigkeit angerechnet.


Mit freundlichen Grüßen,

Rechtsanwalt D. Zellner

Bewertung des Fragestellers 31.03.2014 | 15:29

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Danke für die schnelle Reaktion. Nun sehe ich klarer. Ich werde mit dem Gartenbauer sprechen. Falls wir uns nicht einigen, werde ich mich bei Ihnen melden. Herzlichen Dank.

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