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Negativer Eintrag durch Inkassounternehmen

| 31.03.2017 11:35 |
Preis: ***,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Anerkennung der Forderung und Schufa Eintrag

In 2013 wurde unsererseits ein Renovierungskredit mit einer Online-Bank abgeschlossen. In 2014 wurde leider eine Rate nicht bezahlt, per Mail angemahnt und mit Abgabe an eine Inkasso-Firma und einen Schufa-Eintrag gedroht. Leider hatten wir eine ganze Zeitlang Probleme mit dem PC und keinen Mail-Zugang, so dass diese Rate unbezahlt blieb und die Online-Bank den Vorgang an ein Inkasso-Unternehmen abgetreten hat. Darüber wurden wir damals per Mail informiert, jedoch gab es kein gerichtliches Verfahren und kein rechtskräftiges oder für vorläufig vollstreckbar erklärtes Urteil oder ein Schuldtitel nach § 794 der Zivilprozessordnung gemäß §28a BundesdatenschG.
Im späteren Verlauf bekamen wir ein Schreiben des Inkassobüros bzgl. der offenen Forderung; wir baten um monatlichen Ausgleich in einer festgelegten Höhe. Dieser Ratenzahlung sind wir seither immer pünktlich nachgekommen.

Jetzt ist uns im Rahmen einer gewünschten Anmietung aufgefallen, dass hierzu ein negativer Eintrag in der Schufa erfolgt ist, der u.a. auch das Scoring erheblich verschlechtert. Dort ist seit 2014 jede einzelne „offene Forderung" eingetragen, d.h. immer wenn wir eine Rate pro Monat bezahlt haben, wurde eine erneute Meldung an die Schufa über den noch offenen Betrag gemacht. Dies ist dem potentiellen Vermieter aufgefallen, so dass hier der Mietvertrag verweigert wird, bis dies bereinigt ist. Der Score interessiert den Vermieter nicht, nur diese "Liste" mit monatlich offenen Forderungen. Dabei begleichen wir den Betrag doch immer und zuverlässig!

Die Forderung kann von uns nicht ad hoc ausgeglichen werden, da sie sehr hoch ist. Wie kann man rechtlich gegen die Art der Eintragung vorgehen, damit der Vermieter zufrieden gestellt sein kann? Der Vermieter wäre auch mit einem Schreiben des Kreditgebers oder der Schufa einverstanden.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


In 28 a BDSG sind weiter Fälle der Eintragung (außer Titel) gelistet, so z. B. Anerkennung oder Abmahnung. Sie können sich darauf berufen, dass keiner der Fälle bei Ihnen vorlag, so dass der Eintrag zu löschen ist. Wenden Sie sich an die Schufa und gleichzeitig an die Inkassofirma schriftlich an:
Sehr geehrte…
Wir beantragen die Löschung der Forderung …., da der Eintrag zu Unrecht erfolgte. Die Voraussetzungen des § 28a BDSG (hier allein in Betracht kommend § 28a Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 und 4) lagen/liegen nicht vor. Wir haben die Forderung nicht anerkannt, insbesondere nicht durch die Leistung von Abschlagszahlungen (vgl. Gierschmann/Thoma/
Säugling, Systematischer Praxiskommentar
Datenschutzrecht,28a BDSG). Des Weiteren wurden wir weder mindestens zweimal schriftlich gemahnt noch vor der Übermittlung der Angaben über die bevorstehende Übermittlung unterrichtet".
Nach Ihrem Schreiben wird die Schufa die Inkassofirma anschreiben und 2 Wochen Zeit zur Stellungnahme geben. Schneller geht es dort leider nicht. Ob Sie damit tatsächlich die Löschung erreichen, kann ich aufgrund derzeitiger Info nicht beurteilen, weil ich die Einzelheiten der Ratenvereinbarung nicht kenne. Evtl. steht dort, dass Sie die Forderung anerkennen. Dann kommt die Löschung nicht in Frage. Die Löschung einer "Liste" kommt dann auch nicht in Frage.
Ich vermute, dass den Vermieter stört, dass Sie monatliche Zahlungen haben in der Höhe, dass Sie dann das Geld für die Miete evtl. nicht genug haben können. Daher wäre noch eine alternative Lösung, mit der Inkassofirma eine neue Ratenzahlungsvereinbarung zu schließen, dass die Zahlungen geringer sind.

In meinem Artikel hier gibt noch weitere Info:
http://www.123recht.net/Schufa-Eintrag-sofortige-Loeschung-aus-Kulanz,-verjaehrte-Forderungen-und-Ombudsmannverfahren-__a157694.html
(Link in Browser kopieren)



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 31.03.2017 | 13:03

Sehr geehrte Frau Zelinskij-Zunik,
vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort.
Ich nehme an, dass wir die Forderung insofern anerkannt haben, da wir mit dem Inkassounternehmen eine Ratenzahlung per Mail abgestimmt haben.
Bezieht sich §28a BDSG eigentlich auch direkt auf die Inkasso-Forderung? bei dieser sind wir ja nie säumig geworden und haben hier keine Mahnschreiben erhalten (nur vorher, von der Online-Bank).
Die Auflistung der Forderung in der Schufa stört den Vermieter aufgrund der allgemeinen Höhe (jedoch als Renovierungskredit nicht unüblich) und da die Raten in der Liste der Schufa mal 20 Euro runter gehen, mal 80, mal 40 hochgehen usw. Das wirkt auf den Vermieter, als würden die Raten nicht bezahlt.
Dabei ging seit 2014 immer der gleich Betrag monatlich an die Inkassofirma.
Nochmals vielen Dank für Ihr Input!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 31.03.2017 | 13:56

Sehr geehrter Fragesteller, gerne beantworte ich Ihre Nachfrage:
Die Onlinebank hat (vermute ich) die gesamte Forderungen gegen Sie (nicht beuahlte Rate und die Raten die noch nicht fällig sind abgetreten, m.d.F. dass die Inkassofirma nunmehr Forderungsinhaberin ist und auch die versäumte Zahlung melden darf, wenn die Voraussetzungen 28a vorliegen. Gleichzeitig war die Bank zu Eintragung berechtigt. Das alles ist für Sie ohne Bedeutung, da Sie bei der Schufa das Recht haben, zu prüfen, ob der Eintrag zu recht erfolgt. Schreiben Sie die Schufa an (auch dass die Forderung gar nicht fällig war und Sie nicht säumig waren) und dort wird alles geklärt.Fragen Sie auch dann, warum die Raten so unterschiedlich gelistet sind, obgleich Sie den selben Betrag zahlen. Evtl. wird der Vermietet mit der Antwort zufrieden.
Freundliche Grüße aus München
Zelinskij

Bewertung des Fragestellers 04.04.2017 | 11:51

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