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Negative Bewertung in Ebay wegmachen?

02.01.2011 22:09 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


14:33
Hallo,

ich brauche dringend Hilfe.

Eine Negative Bewertung in Ebay kann meinen Power-Seller-Status weglöschen, was bedeutet, dass ich alleine durch den Rabatt von 25% mehrere Tausend € Verlust mache.

Folgendeer Sachverhalt:

Kunde kauft ein Samsung Galaxy Tab, verschwießt.

Es ist von aussen *NICHT* zu erkenne, dass es ein sogenanntes "T-Mobile-Branding" hat, daher war es mir unbekannt und nicht mit in der Ebay-Auktion angegeben.

Kurz drauf beschwerte sich der Kunde per Mail über das T-Mobile-Branding und wollte dies innerhalb der Widerrufsfrist zurückgeben.

Darauf hin passierten 2 Dinge:

1) Zuerst erwiederten wir, dass ein Widerruf kein Problem darstellen würde.
Ich sagte dem Kunden, dass er das Gerät einsenden oder vorbeibringen solle, wir ihm innerhalb von kürzester Zeit(~1 Tag) danach das Geld überweisen würden / aushändigen würden.
Dieser wollte aber *SOFORT* sein Geld zurück, nicht in kurzer Zeit. Wir erklärten, dass wir das Gerät erst überprüfen müssten und wir uns damit sehr beeilen würden, aber dies nicht innerhalb von wenigen Minuten machbar wäre.

Der Kunde war verärgert.

2) Kurz drauf meldete sich der Kunde erneut. Durch ein Missvreständniss meinerseits, verwechselten wir einen Ebay-Kauf mit einem Vort-Ort-Kauf und sagtem ihm telefonisch, sowie schriftlich, dass aufgrund der Tatsache, dass der Kauf *NICHT* über Ebay geschlossen wurde, kein Widerruf machbar sei.
Der Kunde meldete sich nie wieder, stellte dies auch nicht richtig.

Er bewertete mich nun mit: "Ungenügende Produktbe.; T-Mobile Branding; Verweigert Widerrufsrecht w. Abholung" negativ.

Ich möchte gerne diese Bewertung weghaben, egal wie.
Leider lässt sich der Kunde nicht zu Gesprächen ein, ist sehr verärgert und weigert sich auf eine Einigung, egal welcher Art.

Gibt es eine Chance, die Bewertung wegmachen zu lassen (vom Amtsgericht, wegklagen oder whatever)?

Das mit dem T-Mobile-Branding konnten wir ja nicht wissen und den Widerruf haben wir ja sogar eine sehr schnelle Lösung angeboten, die der Kunde nicht wollte.
Es steht nur das Missverständniss im Raum, ist das ein Problem?

- Bitte nur ein Anwalt antworten, der auch direkt die weiteren Schritte einleiten sollte, wenn hier die Chancen gut stehen, die Bewertung wegzunehmen -
02.01.2011 | 22:54

Antwort

von


(106)
Anwandener Straße 43
90431 Nürnberg
Tel: 0911 25395207
Web: http://www.Gabriele-Koch.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich anhand des geschilderten Sachverhalts und des Einsatzes wie folgt beantworte:

Wenn die Möglichkeiten, die Ebay selbst bietet, gescheitert sind, wovon ich ausgehe, besteht zunächst die Möglichkeit, den Kunden außergerichtlich durch ein Anwaltsschreiben zur Löschung der Bewertung aufzufordern. Sollte auch dies nicht zur Löschung führen, könnte Klage beim zuständigen Amtsgericht zu erhoben werden.

Die Rechtsprechung ist in diesem Bereich sehr uneinheitlich, so dass die Erfolgsaussichten einer Klage leider nicht rechtssicher beurteilt werden können. Grundsätzlich gilt jedoch, dass kein Anspruch auf eine positive Bewertung bzw. auf Löschung einer negativen Bewertung besteht. Lediglich dann wenn der Bewertungskommentar unrichtige Tatsachenbehauptungen enthält, besteht ein Anspruch darauf, dass diese gelöscht werden, was aber nicht zwingend zu einer positiven Bewertung führen muss. Reine Meinungsäußerungen sind dagegen vom Grundrecht auf Meinungsfreiheit abgedeckt. Insoweit besteht kein Anspruch auf Löschung, auch dann nicht, wenn die Meinung für den Vertragspartner nicht positiv ist.

Bezogen auf Ihren geschilderten Sachverhalt sehe ich daher leider keine sehr guten Erfolgsaussichten, denn die Angaben des Kunden, dass das Branding nicht angegeben war und das Widerrufsrecht verweigert wurde, sind ja zunächst einmal richtig. Auf die Frage, ob Sie hieran ein Verschulden trifft oder ob es ein Versehen war, kommt es in diesem Fall gar nicht an. Wenn, dann könnte ich mir allenfalls vorstellen, dass man sich hier vergleichsweise einigen könnte, da der Kunde, zumindest dann, wenn er nicht rechtsschutzversichert ist, sicherlich das Kostenrisiko scheuen wird.

Ich bedaure, Ihnen keine positivere Antwort geben zu können, hoffe aber, Ihnen einen Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen
Gabriele Koch
Rechtsanwältin

Bei Bedarf nutzten Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass diese Antwort nur eine erste Einschätzung ist, die ausschließlich auf den von Ihnen gegebenen Informationen beruht und eine umfassende juristische Beratung nicht ersetzten kann. Jede noch so kleine Änderung des Sachverhalts kann zu einer vollkommen anderen rechtlichen Beurteilung führen.


Nachfrage vom Fragesteller 02.01.2011 | 23:03

Hallo,

dies enttäuscht mich doch sehr.

Meines Wissens nach, und ich bin immerhin schon 2 Jahre selbstständig und habe so einige Sachen mit Anwälten schon lösen lassen, könnte dies doch unter Verläumdung, Rufschädigung oder Geschäftsschädigung fallen - was es ja auch ist.

Klar, der Kunde hat hier erstmal nichts unwahres gesagt, trotzdem hat jeder Verkäufer das Recht auf Nachbesserung.

Diese wurde mir nicht gewährt - wieso also negativ bewertet? -> Geschäftsschädigung.

Das mit dem Missverständniss ist meiner Meinung nach doch auch nur "wer Fehler sucht wird Sie in Menschen finden".
Ich habe 6 Emails wo ich den Widerruf gestatte und die Umstände versuche für den Kunden so angenehm wie Möglich zu machen und 1 wo ich den Widerruf ablehne - überwiegt das nicht?

Ich bin mit Ihrer Antwort nicht zufrieden und glaube hier hätten andere Anwälte ganz andere Dinge gesehen.

Es wurde schon wegen weniger eine Einstweilige Verfügung durchgebracht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.01.2011 | 14:33

Sehr geehrter Fragesteller,
dass Sie über die Antwort nicht erfreut sind, kann ich gut nachvollziehen, zumal der Kunde die Bewertung hier tatsächlich nur auf einen Teil des Vorganges stützt und das, was geklappt hat, einfach unberücksichtigt lässt. Ich habe auch nicht geschrieben, dass eine Klage oder einstweilige Verfügung aussichtslos wäre und dass man es nicht zumindest versuchen könnte, sondern lediglich, dass die Erfolgsaussichten nicht übermäßig gut sind, jedenfalls dann nicht, wenn die Frage des Löschungsanspruches vom Gericht entschieden wird.
Meine Antwort stützt sich dabei auf die gängige Rechtsprechung und die geht eben in die Richtung, dass ein Anspruch auf Löschung nur dann besteht, wenn die Bewertung unwahre Tatsachenbehauptungen enthält. Natürlich gibt es auch immer wieder Richter, die das anders sehen, letztendlich sind es immer Einzelfallentscheidungen und die Grenze zwischen Meinungsäußerung und Tatsachenbehauptung ist oft fließend. Ich denke aber, es ist Ihnen nicht damit geholfen, wenn ich hier unter Bezugnahme auf Einzelfallentscheidungen beste Erfolgsaussichten in Aussicht stelle und vor Gericht ist dann alles ganz anders. Wenn Sie das Risiko dennoch eingehen wollen, bin ich gerne bereit , eine einstweilige Verfügung zu beantragen oder Klage zu erheben. Begründen lässt sich das auf jeden Fall.
Hier noch ein paar Urteile zu dem Thema, die alle im Internet nachzulesen sind:
Landgericht Düsseldorf, AZ: 12 0 6/04, Urteil vom 18.02.2004
AG Koblenz, Urteil vom 02.04.2004, AZ 142 C 330/04
OLG Oldenburg , Urteil vom 03.04.2006, Az 13 U 71/05
LG Hannover Urteil vom 13.05.2009, Az 13 U 71/05
AG München, Urteil vom 16.11.2009, Az. 142 C 18225/09
Amtsgericht Schönebeck, Urteil v. 28.11.2005 â€" Az: 4 C 525/05

Mit freundlichen Grüßen



Gabriele Koch
Rechtsanwältin

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