Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nebentätigkeit während der Elternzeit


30.07.2007 16:52 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Ingo Bordasch



Ich bin bei einem großen Arbeitgeber seit 1990 beschäftigt. Aufgrund von Einsparungsprogrammen soll es demnächst Abfindungsregelungen für die Mitarbeiter geben. Vor einiger Zeit hatte ich daher meinen Lebenslauf ins Internet gestellt (auch wenn mein Arbeitsplatz nicht gefährdet ist) und relativ kurzfristig eine neue, wesentlich bessere Arbeitsstelle gefunden. Den entsprechenden Arbeitsvertrag habe ich mit Arbeitsbeginn 01.09.2007 unterschrieben.
Da es aber immer noch keine Abfindungsregelung von meinem AG gibt und ich mich auch mündlich mit Ihm geeinigt hatte, dass ich mich nicht an die Kündigungsfrist zu halten brauche (6 Monate zum Quartal) habe ich bisher noch nicht gekündigt (in der Hoffnung noch in den Genuss einer Abfindungsregelung zu kommen, da wahrscheinlich zwischen 50.000 und 100.000,- EUR).
Vorsichtshalber habe ich rechtzeitig sieben Wochen vorher Elternzeit bis Ende April 2008 beantragt damit ich die Firma ganz sicher Ende August verlassen kann.
Ich stehe jetzt vor der Entscheidung, ob ich die neue Arbeitsstelle ohne Abfindung antreten soll, oder ob ich dort gleich wieder innerhalb der Probezeit kündigen sollte, um dann während der Elternzeit eine neue Stelle zu suchen und eine Abfindung zu bekommen. Dies würde sich rechnen, da die Abfindung in jedem Fall wesentlich höher wäre, als die Kosten für 8 Monate Elternzeit ohne Gehalt.

Die Frage ist, welche Konsequenzen es hat, wenn ich während der Elternzeit mehr als 30 Stunden pro Woche bei einem anderen AG arbeite (während der ersten zwei Wochen in der Probezeit beim neuen Arbeitgeber, da im Arbeitsvertrag 40h pro Woche vereinbart sind / eine Erlaubnis zur Nebentätigkeit zu bekommen ist kein Problem) da ich ja im Moment zwei unterschriebene Arbeitsverträge habe, oder kann ich auch schon vor Arbeitsantritt beim neuen AG kündigen (3 Monate Probezeit)?
Könnte außer einer fristlosen Kündigung noch mehr auf mich zukommen?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Fragesteller,

1.
während der Elternzeit dürfen Sie nur bis zu 30 Stunden pro Woche arbeiten.
Grundsätzlich dürfen Sie mit Zustimmung Ihres (Haupt-)arbeitgebers während der Elternzeit auch bei einem anderen Unternehmen bis zu 30 Stunden tätig sein.

D.h. sind Sie mehr als 30 Stunden tätig, verlieren Sie Ihren Status als Anspruchnehmer der Elternzeit.
Sie haben jedoch die Möglichkeit die Elternzeit zu unterbrechen in dem die Mutter die Elternzeit nimmt.

2.
Grundsätzlich können Sie einen Arbeitsvertrag bereits vor Antritt kündigen.
Dies kann aber in dem Arbeitsvertrag ausdrücklich oder dem Sinn der Vereinbarungen nach ausgeschlossen worden sein. Die Kündigungsfrist beginnt grundsätzlich mit Zugang der Kündigung und nicht mit vereinbartem Diensantritt zu laufen; BAG, Urteil vom 25. 3. 2004, Az.: 2 AZR 324/03.
Ist eine Kündigung vertraglich ausgeschlossen, können Sie sich jedoch schadensersatzpflichtig machen.

In den meisten Arbeitsverträgen ist vereinbart dass eine weitere Tätigkeit von der Zustimmung des Arbeitgebers abhängig gemacht werden kann. Ist dies bei Ihnen der Fall müssen Sie Ihren zweiten Arbeitgeber von dem ersten Arbeitsvertrag in Kenntnis setzen und Zustimmung verlangen, selbst dann wenn Sie die Tätigkeit nicht ausüben. Der Arbeitgeber darf aber nur in Ausnahmefällen die Zustimmung verweigern.

Insgesamt bietet es sich in Ihrem Fall daher an Ihren neuen Arbeitsvertrag von einem Kollegen überprüfen lassen.

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzen kann,
sondern ausschließlich dazu dient, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen
übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Durch Weglassen oder Hinzufügen weiterer Sachverhaltsangaben Ihrerseits kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen.

Ich hoffe, mit der Beantwortung Ihrer Anfrage, weitergeholfen zu haben.
Für Rückfragen nutzen Sie bitte die Möglichkeit der kostenlosen Nachfrage.
Für eine weiterführende Interessenvertretung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ingo Bordasch
Rechtsanwalt

Tel.: 030 - 293 646 75
Fax.: 030 - 293 646 76
frag-einen-anwalt@RA-Bordasch.de
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER