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Nebentätigkeit als Berater - Wie mache ich die korrekte Rechnungsstellung?

05.10.2009 17:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Hans-Jochen Boehncke



Ausgangssituation:

Ich bin ganz normal als Arbeitnehmer in einer Firma angestellt und beziehe da meinen Hauptverdienst.

Meine Frage:

Nebenbei (außerhalb der Firma) berate ich einige wenige Geschäftskunden und Freunde bei Ihrem Online Marketing. Ich mache keine Implementierung sondern nur Beratung.

Ich möchte für diese Nebentätigkeit, die noch nicht einmal jeden Monat anfällt, nicht zu viel Aufwand bei der Abrechnung und Rechnungsstellung haben geschweige denn ein Gewerbe anmelden gibt es eine Möglichkeit, dass ich als Berater bzw. Privat Person Rechnungen schreiben kann ohne ein Gewerbe anzumelden? Was muss ich beachten?

Was mache ich mit der Mehrwertsteuer? Berechnen nicht berechnen was ist sinnvoll?

Was muss ich beachten damit die Rechnung gültig ist? Persönliche Umsatzsteuernummer? Fortlaufende Nummerierung?

Gibt es irgendwelche Grenzen und muss ich irgendwas bei meiner Steuererklärung beachten?

Wo kann ich ein Muster finden welches die gesetzlichen Vorgaben erfüllt und meinen Anforderungen entspricht?

Sehr geehrter Herr Fragesteller,

Ihre Fragen sind sehr nachvollziehbar und gerne beantworten wir diese wie folgt:

1.
Jede entgeltliche Beratung bedarf leider sowohl einer Anmeldung beim Gewerbeamt wie auch beim örtlich nächstgelegenen Finanzamt.

Aber keine Sorge: Das ist kein "Aufwand", den Sie scheuen müssten. Bei Ihrer Stadtverwaltung- Ordnungsamt- finden Sie das Formular zur Gewerbeanmeldung zum Download. Runterladen, ausfüllen, zum Gewerbeamt gehen, Sie werden sich mit dem Personalausweis ausweisen- ca. 20 EURO zahlen und schon sind Sie Einzelunternehmer.

Hinweis: Achten Sie auf Ihren Arbeitsvertrag. Haben Sie dort eine Klausel zur Nebentätigkeit? Ggf. unter dem Vorbehalt einer Einwilligung? Vermeiden Sie eine Abmahnung.

Als Unternehmer haben Sie auch Vorteile: Neben den jetzt offenen Metroeinkauf natürlich die Möglichkeit, z. B. Fahrtkosten oder Materialen für die Beratung einzukaufen und als Kosten gegen Ihre Einnahmen aus der Tätigkeit zu rechnen.

Als Einzelunternehmer müssen Sie zudem nur eine Gewinn- und Verlustrechnung legen, also Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen. Das ist recht einfach und ohne Beratung möglich.

2.
Ja, beim Finanzamt haben Sie sich steuerlich als Gewerbetreibender anzumelden und steuerlich zu führen.

Voraussichtlich können Sie einen Antrag auf sog. Istvertreuerung stellen- seit 1. Juli 2009 gilt dies für Unternehmer, welche im Vorjahr keinen höheren Umsatz als 500 T€ erzielt haben.

Hierzu gilt: Bei der Istversteuerung ist für die Besteuerung die Vereinnahmung eines Entgelts entscheidend. Die Umsatzsteuer entsteht mit Ablauf des Voranmeldezeitraums, in dem das Entgelt vereinnahmt wurde. Sog. Sollversteuerer müssen dagegen schon bei Rechnungslegung den ausgewiesenen Mehrwertsteuerbetrag abführen- auch wenn dieser erst viel später bezahlt wird.

Zudem: Ich haben gerade einmal gegoogelt und bei der freundlichen Handwerkszitung einen entsprechenden Muster-Antrag auf Istversteuerung gefunden- Ihr Finanzamt hilft Ihnen da aber sicher weiter:

http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/service/download/dhz_3985003.html

3.
Grundsätzlich müssen Sie Rechnungen unter Ausweisung von Mehrwertsteuer legen.

Hier gilt im Einzelnen Folgendes:

In der Regel besteht die Verpflichtung eines Unternehmers, vierteljährlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben, in der er die zu zahlende USt selbst berechnen muss.

Der Unternehmer hat die Voranmeldung monatlich abgeben, wenn die USt für das vorangegangene Kalenderjahr mehr als 7.500 Euro betragen hat.

Im Jahr der Unternehmensgründung und im folgenden Kalenderjahr bestht die Regel, dass der Unternehmer die USt-Voranmeldungen immer monatlich abzugeben hat.

Beträgt die Steuer für das vorangegangene Kalenderjahr nicht mehr als 1000 Euro, kann das Finanzamt den Unternehmer von der Verpflichtung zur Abgabe der Voranmeldungen und Entrichtung der Vorauszahlungen befreien.

Sie werden daher einfach zum jeweiligen Monatsende elektronisch an das FA melden, ob Umsatzsteuer bei Ihnen angefallen ist- und als Istversteuerer bedeutet das, ob die Umsatzsteuer bei Ihnen in dieser Zeit bezahlt wurde.Dann müsste diese bis zum 10. des Folgemonats abgeführt werden- die Erteilung einer Einzugesermächtigung hilft.

Geben Sie die "0"- ist auch nichts abzuführen.

Ihre Geschäftskunden, welche selbst Mehrwertsteuer (Umsatzsteuer) abrechnen, werden Ihre Ausweisung klaglos hinnehmen, weil Sie Ihre ausgewiesene Mehrwertsteuer selbst als Vorsteuer auf selbst ausgewiesene Mehrwertsteuer absetzen. Ein durchlaufender Posten also.

4.
Zu den Formalien einer Rechnung gerne ein Muster:

Ihr Vor- und Zunahme, vollständige Anschrift, Ihre Bankverbindung, Ihre Steuernummer als Gewerbetreibender.

Genaue Bezeichnung Ihres Auftraggebers (Bei Firmen deren Name, bei Einzelunternehmen Vor- und Zuname), exakte Anschrift.

Ort und Datum der Rechnungslegung

Ihre Rechnungsnummer (fortalufend 1/2009, 2/2009 etc.)
Ihr Az. (z. B. Beratung Mustermann GmbH)
Leistungszeit: Vom 11.09.2009 bis 14.11.2009

Was haben Sie netto für welche Leistung abgerechnet?

6 Beratungsstunden zu 60,00 EURO netto = 360 EURO

Zwischensumme netto: 360,00

19% MWSt. xy EURO

Gesamtsumme brutto: xx EURO.

"Ich bitte um Anweisung des ausgewiesenen Betrages unter Angabe der Rechnungs- Nummer (und des Az) auf das im Brifbogen benannte Konto bis zum 19.10.2009 (genaues Datum, regelmäßig 14 Tage- so kommen Ihre Kunden in Verzug).

Grußformel

Unterschrift

Die so abgerechneten Beträge sind Einküfte aus einem Gewerbebetrieb. Ihnen steht ein Gewerbesteuerfreibetrag von 24.500 EURO als Einzelunternehmer zur Verfügung.

Hmmm- wäre ich zwischendurch bei der Antwort nicht aus dem System geflogen hätten Sie die Antwort noch fixer bekommen. Ihnen bei der Beratung viel Erfolg.



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