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Nebenkostenposten, stark gestiegene Nebenkosten, nicht antwortender Vermieter


15.10.2017 20:44 |
Preis: 40,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle



Folgende Sachlage:
Seit 2016 gehört die Mietwohnung von mir und meiner Freundin einer GmbH. Vorher war sie in Privatbesitz.
Am 22.8.2017 haben wir eine Nebenkostenabrechnung über 697,13€ Nachzahlung für das Jahr 2016 erhalten, in der fälschlicherweise von einer Vorauszahlung von 99€ ausgegangen wurde. Die Vorauszahlungen für 2016 betrugen jedoch für den Januar 114€ und den Rest des Jahres 128€. Die Nachzahlung wurde am 2.10.2017, korrigiert um die tatsächliche Vorauszahlung, unter Vorbehalt überwiesen.

1.
Die Nebenkosten sind im Vergleich zum Vorjahr stark gestiegen.
- Abwasser 58%
- Hausstrom 152%
- Hausreinigung, Winterdienst, Hausmeister 89%
- Versicherungen 45%
Desweiteren taucht der Posten "Reparaturen/Fremdleistungen" mit 67,64€ auf.
Können diese hohen Steigerungen in Frage gestellt werden?

2.
In unserem Mietvertrag werden alle Nebenkostenposten einzeln aufgezählt und Hausmeister/Hauswart ist nicht dabei.
Kann einfach ein neuer Posten abgerechnet werden?

3.
Die Lichter in den Kellerabteilen (nur vom jeweiligen Mieter zugänglich) sind nachweislich an den Hausstrom angeschlossen.
Kann eine Änderung dieses Zustands gefordert werden?

4.
Am 1.9. wurde ein Einschreiben mit Aufforderung zur Einsicht in die Unterlagen und zur Erläuterung der stark gesteigenen Nebenkosten versendet, welches am 2.9. am Firmensitz der GmbH eingieng.
Bis heute gab es keine Reaktion darauf und auch unter der angegeben Telefonnummer meldet sich sofort ein Anrufbeantworter.

Wie soll ich/wir weiter vorgehen?
Sehr geehrter Ratsuchender,



der Vermieter ist gehalten, wirtschaftlich die Immobilie zu verwalten. Die von Ihnen aufgeführten Steigerungen dürften aber dieser Verpflichtung zuwiderlaufen, was aber erst nach Einsicht in die Unterlagen geklärt werden kann.

Reparaturkosten sind nicht von Mietern zu tragen, gehören daher auch nicht in die NK-Abrechnung.



Nein; der Hausmeister kann nun nicht einfach in den NK-Abrechnungen als neue Position aufgeführt werden.



Eine Abänderung der Zuteilung des Allgemeinstroms kann aber so nicht gefordert werden.



Sie haben ein Anrecht auf Einsicht in die Abrechnungsunterlagen.

Diese Einsicht hat entweder beim Vermieter oder dessen Verwaltung stattzufinden. Sie haben aber das Recht, Kopien zugeschickt zu bekommen, sofern Sie die Kosten dafür tragen und keine wesentliche Gründe gegen den Versand sprechen.

Sofern der Vermieter dem nicht nachkommt, haben Sie hinsichtlich der NK-Vorauszahlungen ein Zurückbehaltungsrecht, d.h. die monatlichen Vorauszahlungen halten Sie solange zurück, bis ordnungsgemäß Auskunft erteilt worden ist. Ist das der Fall, muss aber der gesamte zurückbehaltene Betrag dann ausgezahlt werden.




Alternativ könnten Sie natürlich auf Einsicht in die Unterlagen klagen; allerdings dürfte das Zurückbehaltungsrecht der schnellere und kostengünstigere Weg sein.

Sowie alle aussagekräftigen Unterlagen vorliegen, sollten Sie dann die NK-Abrechnung komplett prüfen (lassen), da nach Ihrer Sachverhaltsdarstellung die Möglichkeit besteht, dass die Abrechnung insgesamt fehlerhaft ist.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

Nachfrage vom Fragesteller 16.10.2017 | 22:54

Vielen Dank für die Auskunft.

Wegen des Zurückhaltungsrechts: Ist es nötig bzw. ratsam erneut die Forderung schriftlich zu stellen und damit zu begründen, warum man die Vorauszahlung einstellen wird?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.10.2017 | 08:09

Sehr geehrter Ratsuchender,


ja, das sollten Sie machen, also erneut unter kurzer Fristsetzung die Einsicht in die Unterlagen verbunden mit der Mitteilung, die Vorauszahlungen bis zur Einsichtnahme zurückzuhalten, setzen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle, Oldenburg

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