Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.252
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nebenkostenabrechnung nach 11 Monaten


21.11.2007 20:30 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Guten Tag Frau Anwältin,
Guten Tag Herr Anwalt,

ich habe vom 15.02.2006 bis 13.11.2006 in einer 25m² grossen Mietwohnung (Wochenendpendler) gewohnt.
Da in der Wohnung mit der Zeit gesundheitsschädlicher Schimmel auftrat, wie auch in etlichen anderen Wohnungen des Hauses, habe ich mit einem Anwalt die fristlose Kündigung am 13.11.2006 verkündet.
Jedoch hat die Gegenseite die Kündigung des Mietverhältnisses erst zum 31.12.2006 schriftlich akzeptiert.
Nach meinem direkten Auszug am 13.11.2006 wurde in der Wohnung durch den Hausmeister stossgelüftet und ordentlich geheizt, damit der Schimmel bekämpft werden kann..
(Dies habe ich selbst gesehen.)
Die Endabrechnung des Energiekonzerns habe ich korrekterweise unverzüglich selbst angefordert und mit Euro 34,- im Dezember 2006 beglichen.
Die Kautionsrückzahlung von ca. Euro 300,- habe ich erst jetzt, im Oktober 2007, vollständig von der Wohnungsverwaltung zurückerhalten.

Nun bekomme ich heute, am 21.11.2007, die Nebenkostenabrechnung in Höhe von Euro 441,- mit der Bitte um Begleichung bis 03.12.2007.
Abrechnungszeitraum ist vom 15.02.2006 bis 31.12.2006 veranschlagt.

1.) Bin ich schon am 13.11.2006 aus der Wohnung ausgezogen.
2.) Sind die Heizkosten immens hoch, vermutlich auch durch den Hausmeister, der wohl die letzten 2 Monate die Heizung aufgedreht hat um die Schimmelbildung einzudämmen.
3.) Es fand keine Ablesung der Heizung etc. direkt nach meinem Auszug am 13.11.2006 statt. Dies ist doch bestimmt nicht korrekt und macht vielleicht die gesamte Abrechnung ungültig?

Auch habe ich gehört, dass man 12 Monate nach Mietkündigung die Nebenkosten nicht mehr bezahlen muss.
Fristlose Kündigung war zwar am 13.11.2006 durch meinen Anwalt, jedoch hat die Gegenseite, wie schon erwähnt, die Kündigung des Mietverhältnisses erst zum 31.12.2006 akzeptiert.

Ich möchte die Nebenkosten auf keinen Fall bezahlen.
Wie verfahre ich nun?

Danke für Ihre Hilfe,
mit den besten Grüßen!
Sehr geehrter Fragensteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Anhand Ihrer Angaben beantworte ich Ihre Fragestellungen wie folgt:

Zunächst ist für mich nach Ihren Angaben nicht klar, welche Einigung Sie mit Ihrer Wohnungsgesellschaft hinsichtlich Ihrer fristlosen Kündigung getroffen haben. Wurde ein Aufhebungsvertrag geschlossen? Nach Ihren Angaben gehe ich eher davon aus, dass Sie einfach am 13.11.2006 ausgezogen sind und mithin die Beendigung des Mietverhältnisses streitig ist. Bitte überprüfen Sie, ob nicht das Nebenkostennachzahlungsverlangen die ausstehende Miete für Dezember 2006 beinhaltet.

Weiterhin dürfte zwischen den Mietvertragsparteien streitig sein, wer für die Entstehung des Schimmelpilzes verantwortlich ist. Für Sie spricht natürlich, dass noch andere Wohnungen im Haus betroffen waren.

Sollte Ihre fristlose Kündigung wirksam sein, schulden Sie selbstverständlich die Nebenkosten, die nach Ihrem Auszug angefallen sind, nicht. Problematisch ist jedoch, dass Sie scheinbar keine Verbrauchswerte erfasst haben. Sie müssen jetzt den Beweis führen, dass die Nebenkostennachforderung erst nach Ihrem berechtigten Auszug entstanden sind. Ggf. haben andere Mieter ebenso wie sie mitbekommen, dass der Hausmeister gegen den Schimmel gelüftet und geheizt hat, die Sie dann ggf. als Zeugen benennen können. Die Verbrauchswerte könnten geschätzt werden. Vorteilhafter wäre es, wenn anhand von Messerfassungsgeräten die Verbrauchswerte auch jetzt noch abgerufen werden könnten. Zumeist ist dies aber leider nur zum 31.12., wenn überhaupt, möglich.

Um Ihnen einen ungefähren Anhaltspunkt zu geben, teile ich mit, dass bei einem gewöhnlichen Wohnhaus bei der vorliegenden Wohnungsgröße Nebenkosten in Höhe von € 75,-- monatlich sich in einem angemessenen Rahmen halten.

Nebenkosten darf der Vermieter grundsätzlich nur 12 Monate nach dem Schluss des Abrechnungsjahres noch abrechnen. Das Abrechungsjahr 2006 schließt mithin zum 31.12.2007. Daher haben Sie die Nebenkostenabrechnung fristgerecht erhalten.

Ich rate Ihnen, gegen die Nebenkostenabrechnung zunächst Widerspruch einzulegen, um Vorlage der Rechnungsunterlagen in Kopie zu bitten und zum Abzug der Kosten, die nach Ihrem Auszug entstanden sind, aufzufordern. Sodann ist die Wohnungsgesellschaft in der Pflicht, ihre Ansprüche geltend zu machen.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen ersten Einschätzungen weiterhelfen konnte und verweise bei Unklarheiten auf die kostenlose Nachfragefunktion.

Einstweilen verbleibe ich

mit besten Grüßen


Inga Dransfeld-Haase
Rechtsanwältin
E-Mail: dr-haase@dr-schwoebbermeyer.de


Ich bitte noch folgendes zu beachten:

Die Beratung ist beschränkt durch die von Ihnen gegebenen Informationen. Es kann entsprechend den vorliegenden Bedingungen nur ein erster Überblick geboten werden, der eine abschließende, umfassende und verbindliche Anwaltsberatung nicht ersetzen kann. Der Umfang der Antwort steht weiterhin in Abhängigkeit zu Ihrem eingesetzten Honorar.
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60124 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Meine Frage wurde verständlich und ausführlich beantwortet. Vielen herzlichen Dank! ...
FRAGESTELLER
4,6/5,0
Klar und unumwunden im Ganzen zu empfehlen ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antworten auf meine Fragen waren ausführlich und verständlich. ...
FRAGESTELLER