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Nebenberuflich Musiker

03.04.2008 18:15 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter


Sehr geehrte/r Anwalt/Anwältin,

Ich produziere in meiner Freizeit elektronische Musik. Diese biete ich auch bei verschiedenen Veranstaltungen als sogenannter "Live Act" da und lasse sie von einigen kleineren Plattenlabels vertreiben. Für die Auftritte bekomme teilweise eine kleine Gage zwischen 50 und 100 EUR, sehr oft aber auch nur die Reisekosten erstattet. Dazu habe ich durch Anteile an Plattenverkäufen im letzten Jahr habe ich nur ca. 25 EUR verdient.
Obwohl die gesamten Einnahmen im Jahr bisher gerade mal 500-700 EUR betragen, beschleicht mich langsam ein Unbehagen, denn ich habe diese Tätigkeit noch nicht angemeldet. Das ergab sich, weil ich da so nach und nach reingekommen bin.
Nun zu meinen Fragen.
1. Kann man diese Tätigkeit "rückwirkend" für 2007 anmelden (habe die Steuererklärung noch nicht gemacht)?
2. Was soll ich tun, wenn ich überhaupt keine Rechnungen ausgestellt habe und auch nicht über meine Einnahmen und Ausgaben buchgeführt habe? Ich kann also auch überhaupt nicht belegen, wann ich wieviel bekommen habe bzw. was ich an Aufwendungen hatte.
3. Muss ich für so eine Tätigkeit überhaupt grundsätzlich ein Gewerbe anmelden oder kann man das einfach so in die Steuererklärung eintragen? Gibt es für Künstler irgendwelche Sonderbedingungen, was die ganze Gewerbe- und Steuersache angeht? Gerade zu Punkt 3 sagt einem jeder etwas anderes. :-/

Vielen Dank schonmal für Ihre Antwort

Grüße

Sehr geehrter Fragender,

zunächst ist entscheidend, ob Sie überwiegend Künstler sind (scratchen, eigene Kompositionen) oder ihre Tätigkeit rein in der Produktion besteht (dann müssten Sie Gewerbe anmelden – Frage 3).

Eine Gewerbeanmeldung ist rückwirkend nicht möglich (Frage 1), die Einnahmen müssen Sie jedoch für 2007 selbstverständlich versteuern, sofern der Gewinn nicht richtig feststellbar ggf. im Wege der Schätzung. Daher sollten sie genauestens darlegen, welche Einnahmen und Ausgaben Sie haben (Kontoauszüge über die Bank besorgen, Geschäftspartner fragen – Frage 2). Die Nichterklärung dieser Einkünfte - sofern diese nicht ausschließlich den Bereich der Liebhaberei zuzuordnen sind - kann Steuerhinterziehung darstellen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. C. Seiter

Rückfrage vom Fragesteller 04.04.2008 | 11:23

Sehr geehrte Frau Seiter,

vielen Dank schonmal für die Antwort. Es handelt sich ausschließlich um Eigenkompositionen. Daher würde ich mich mal Künstler sehen. Was muss ich also zukünftig beachten? Muss ich meine künstlerische Tätigkeit irgendwie anmelden? Kann ich ohne Gewerbe trotzdem Rechnungen schreiben?

Wie muss ich die Einnahmen von 2007 nun erklären? Ich kann davon letztendlich nichts belegen, da es stets in bar ausgezahlt wurde. Außerdem kann ich die gegenüberstehenden Reisekostenausgaben nicht mehr belegen. Gibt es die Möglichkeit, Schätzwerte anzugeben? Gibt es für meinen Fall überhaupt die entsprechenden Anlagen?

Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 11.04.2008 | 00:25

Sehr geehrter Fragender,

aufgrund Ihrer Angaben gehe ich davon aus, dass Sie als freiberuflich tätiger Künstler Einkünfte aus selbständiger Arbeit erzielen (zur Beseitigung etwaiger Unsicherheiten besteht die Möglichkeit, sich an die Gutachterkommission für Musik bei der Oberfinanzdirektion Ihres Bundeslandes zu wenden).

Sodann entfällt eine Gewerbeanmeldung, da diese - wie der Name schon sagt - grds. nur für Gewerbebetriebe erforderlich ist.

Anmelden müssen Sie Ihre Tätigkeit nur beim Finanzamt. Den sog. "Eröffnungsbogen" hierfür können Sie im Übrigen hier als pdf downloaden:
http://www.kanzlei-seiter.de/werner/formulare/eroeffnungsbogen-einzelunternehmung.pdf

Auch als selbständig Tätiger sind Sie selbstverständlich zur Rechnungsstellung verpflichtet (beachten Sie hierzu die zivil- und umsatzsteuerrechtlichen Mindestanforderungen, die an eine ordnungsgemäße Rechnung gestellt werden. Näheres hierzu unter:
http://www.kanzlei-seiter.de/werner/aktuelles/pflichtangaben-in-rechnungen.html)

Die Einnahmen für 2007 müssen Sie in jedem Falle im Rahmen der Einkommensteuererklärung - Anlage GSE und Anlage EÜR - (sofern Sie nicht auf Antrag als umsatzsteuerlicher Kleinunternehmer - Einnahmen unter 17.500 EUR im Jahr - gelten, auch Abgabe einer Umsatzsteuererklärung) erklären und versteuern.

Sie sind natürlich verpflichtet, Ihre Einkünfte - insbesondere die Einnahmen - ordnungsgemäß zu ermitteln (durch Einnahmen-Überschussrechnung, Anlage EÜR zur Einkommensteuererklärung) und nachzuweisen. Grds. sind Sie auch verpflichtet, Belege über betriebliche Einnahmen und Ausgaben mindestens 10 Jahre aufzubewahren. Sofern Sie nicht oder nicht mehr im Besitz entsprechender Unterlagen sind, sollten Sie diese möglichst genau rekonstruieren/beschaffen. Sie werden ja vermutlich noch wissen, wo Ihre Auftritte stattgefunden bzw. von wem Sie Aufträge erhalten haben (z.B. Terminkalender). Schätzungen sind nicht so ohne weiteres möglich. Ansonsten besteht für Sie die grds. die Gefahr eines Steuerstrafverfahrens wegen Steuerhinterziehung oder leichtfertiger Steuerverkürzung.

Sollten Sie hinsichtlich der steuerlichen Eröffnung/Betreuung Ihrer selbständigen Tätigkeit bzw. zur Vermeidung eines Strafverfahrens weitere Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen hierfür selbstverständlich gerne zur Verfügung und würde mich über eine entsprechende weitere Beauftragung freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Corina Seiter

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