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Naturschutz Hecke entfernen

08.09.2018 05:22 |
Preis: 62,00 € |

Hauskauf, Immobilien, Grundstücke


Beantwortet von


Guten Tag,
Wir haben vor ca 4 Jahren unser Haus mit ca 8000qm großem Grundstück gekauft welches sehr ländlich ist, dieses ist komplett von einer Hecke umzäunt und wie mir der Mensch von der unteren Naturschutz Behörde erklärt hat befindet sie sich im Außenbereich und unterliegt dem Naturschutz
Ich würde diese Hecke jedoch gerne entfernen, da ich dadurch finanzielle Einbußen habe (Schnitt).durch den hohen Anteil an Weißdorn bekomme ich a mein Grundstück nicht verpachtet und b muss nach dem Schnitt akribisch jeden noch so kleinen Ast von der Nachbarwiese aufsammeln da Mann sich sonst die Reifen der Heu Maschinen zerstört.
Die Behörde verbietet mir dies jedoch. gibt es einen Weg dieses dennoch durchzusetzen?
08.09.2018 | 06:58

Antwort

von


(1918)
Damm 2
26135 Oldenburg
Tel: 0441 26 7 26
Web: http://WWW.RECHTSANWALT-BOHLE.DE
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

einschlägig ist hier § 39 des LNatSchG NRW:

"Gesetzlich geschützte Landschaftsbestandteile
(zu § 29 des Bundesnaturschutzgesetzes)

(1) Folgende Landschaftsbestandteile sind gesetzlich geschützt:

1. mit öffentlichen Mitteln geförderte Anpflanzungen für Zwecke des Naturschutzes und der Landschaftspflege außerhalb des Waldes und im Außenbereich im Sinne des Bauplanungsrechts,

2. Hecken ab 100 Metern Länge im Außenbereich im Sinne des Bauplanungsrechts und Wallhecken und

3. Anpflanzungen, die als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen nach § 15 Absatz 2 des Bundesnaturschutzgesetzes festgesetzt wurden und im Kompensationsflächenverzeichnis nach § 34 Absatz 1 Satz 1 zu erfassen sind.

Dies gilt nicht für Begleitgrün von Verkehrsanlagen. § 41 bleibt unberührt. Einer besonderen Ausweisung bedarf es nicht.

(2) Maßnahmen, die zu einer erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung oder zu einer Zerstörung der in Absatz 1 Nummer 1 bis 3 genannten Landschaftsbestandteile führen können, sind verboten.

(3) Zulässig sind schonende Form- und Pflegeschnitte zur Beseitigung des Zuwachses der Anpflanzungen oder zur Gesunderhaltung von Bäumen sowie die bestimmungsgemäße Nutzung der Anpflanzungen."

Nach dieser Vorschrift sind Maßnahmen, die zur Zerstörung führen, verboten.

Danach kommt zunächst einmal eine Entfernung nicht in Betracht.

Sie sollten aber versuchen, eine Ausnahmegehmigung zu erlangen.

Grundsätzlich ist diese nämlich im Bereich der Landwirtschaft nach § 4 LNatSchG NRW möglich. Es kann danach auch eine Ausnahmegenehmigung erteilt werden,

"............wenn die Beeinträchtigungen ausgeglichen oder ersetzt werden."

Suchen Sie auf dieser Basis das Gespräch, auch wenn Sie vermutlich keine Landwirtschaft betreiben. Verweisen Sie auf die Gleichbehandlung.

Unter Umständen können Sie auch vom Nachbarn eine Bestätigung erhalten, dass wegen der Pflege (Schnitt) für diesen auch eine Beeinträchtigung vorliegt, da durch die Äste eine Gefährdung gegeben ist, wenn diese auf seinem Grundstück liegen bleiben, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass Schnittgut auch einmal übersehen werden kann.

Das allein wird nicht entscheidend sein, aber kann sicher hilfreich sein.

Das Problem wird aber sein, dass man von Ihnen möglicherweise einen Ausgleich, bzw. einen Ersatz verlangen könnte. In Anbetracht der Größe des Grundstückes wird dieses natürlich auch einen nicht unerheblichen finanziellen Aufwand erfordern. Es wird dann für die Zukunft ein Rechenexempel sein, was für Sie wirtschaftlich günstiger ist.

Versuchen Sie demnach auf dem Gesprächswege eine Ausnahmegenehmigung zu erlangen. Sie können dann entscheiden, ob diese wirtschaftlich tragbar sein wird.



Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle


Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2018 | 08:18

Ja diese Hecke würde früher Mal finanziell gefördert und ist ca 200m lang,
Das Gespräch habe ich bereits gesucht U d ein Mann von der unteren Naturschutz Behörde war bereits vor Ort, ich hatte Ausgleichspflanzungen an einem anderen Ort im Innenbereich jedoch auf dem selben Grund angeboten auch die Gefährdung habe ich angesprochen , eigentlich alles so wie sie es beschrieben haben. die Behörde war da sehr unflexibel und hat alles abgelehnt
Das dies nicht so einfach ist und gesetzlich verboten ist sie zu entfernen weiß ich,
Aber gibt es da keine Möglichkeit das ganze über Umwege zu erreichen?
Lohnt es sich da vor Gericht zu ziehen?
Es kann ja nicht sein das ich meine. Leben lang für diese Hecke aufkommen muss.
Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.09.2018 | 08:43

Sehr geehrter Ratszchender,

leider gibt es keinen Umweg, den Sie beschreiten könnten:

Wenn die Behörde sich nicht darauf einlässt, bleibt Ihnen nur der Rechtsweg. Sie müssen dann über das Widerspruchsverfahren die Klage erheben.

Das Gericht wird dann alle Gesamtumstände prüfen und entscheiden müssen, ob die Behörde dann mit der unflexiblen Verweigerung nicht ihren Ermessensbereich überschritten hat.

Der Ausgang des Verfahrens lässt sich so nicht einschätzen.

Nach Ihrer Schilderung besteht aber durchaus die Möglichkeit, dass das Gericht Ihnen die Entfernung erlaubt.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin

Sylvia True-Bohle

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