Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nasse Wände durch andere Eigentümer


| 17.04.2006 23:39 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben uns eine gebrauchte Eigentumswohnung im Souterrain in einem 3- Familien Haus gekauft.

Zurzeit sind wir am renovieren und mussten feststellen, dass verschiedene Innenwände nass waren und einfach nicht trockneten. Der Installateur sagte uns, dass hier etwas nicht stimmt und ging im ganzen Haus herum. Später zeigte er uns die Bescherung: Die oberen Familien sind miteinander Verwandt (unsere Wohnung war früher an eine Tochter die ebenfalls zum Haus gehörte vermietet) und benutzen einen größeren Raum welcher über unserer Wohnung liegt als Waschraum. Dort steht die Gemeinschaftswaschmaschine dieser zwei Familien welche das Abwasser der Waschmaschine einfach über den Fußboden laufen lassen und welches in einem Ablauf in der Raummitte abläuft. Der Raum ist mit Fliesen ausgelegt, die sehr schadhaft sind und zum Teil nur lose auf dem Boden liegen.

Die Erde unter den Fliesen hat sich voll gesogen und auch Feuchtigkeit zieht sich an den Wänden in diesem Raum hoch. Bei der Nachfrage was dies soll wurde uns mitgeteilt, dass man dies schon seit Jahren (über 30 Jahre) so macht. Der Installateur sagte uns, dass wir so nie unsere Räume trocken bekommen würden und es wäre ratsam einen Anwalt einzuschalten.

Wir bitten Sie nun um Auskunft wie wir hier weiter verfahren sollen, denn wir wollten diese Wohnung ab Mai vermieten, was uns aber leider nicht möglich ist. Man kann keine Wohnung mit nassen Wänden vermieten. Es wurde uns auch schon angeraten das Umweltamt einzuschalten und das wir Entschädigung geltend machen sollten.

Für Ihre Mühe im Voraus vielen herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
18.04.2006 | 00:07

Antwort

von


192 Bewertungen
Unnaer Str. 3
58636 Iserlohn
Tel: 02371/13000
Tel: 0172/5256958
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich auf Grundlage Ihrer gegebenen Informationen wie folgt beantworten.

Zunächst können Sie gegen Ihre Nachbarn einen Anspruch auf Unterlassung gem. § 1004 BGB geltend machen. Aus Ihrer Schilderung entnehme ich, dass das eindringende Wasser inzwischen auch den Teil der Bausubstanz angegriffen hat, der zu Ihrer Wohnung gehört. Dies stellt rechtlich gesehen eine Besitzstörung dar, die die Nachbarn offenkundig auch zu vertreten haben und auf deren Unterbindung Sie ein Recht haben. In welcher Art die Nachbarn dies bewerkstelligen ist ihnen überlassen. Jedenfalls haben sie Sorge dafür zu tragen, dass von ihrem Eigentum keine Beeinträchtigungen für das Eigentum anderer, sprich Ihre Wohnung, ausgeht.

Sie sollten Ihre Nachbarn hierzu schriftlich (per Einschreiben oder Einwurf unter Zeugen) oder mündlich unter Hinzuziehung eines neutralen Zeugen auffordern. Dies im Sinne der Eigtentümergemeinschaft. Grundsätzlich wäre die direkte gerichtliche Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen möglich, aufgrund der zukünftigen Zusammenarbeit in der WEG jedoch nicht zu empfehlen.

Des Weiteren kommen Schadensersatzansprüche gegen Ihre Nachbarn in Betracht und zwar sowohl für den Ihnen entstandenen Schaden am Gebäude als auch für evtl. Mietausfälle. Für letztere wäre es jedoch erforderlich, und das stellt zumeist das Problem dar, nachzuweisen, dass Ihnen ein konkreter Mietausfallschaden entstanden ist.

Nicht zuletzt haben Sie gegen die Nachbarn auch einen Anspruch aus § 14 WEG auf Instandhaltung deren Sondereigentums. Dort heisst es u.a.:

Jeder Wohnungseigentümer ist verpflichtet:
1. die im Sondereigentum stehenden Gebäudeteile so instand zu halten und von
diesen sowie von dem gemeinschaftlichen Eigentum nur in solcher Weise
Gebrauch zu machen, daß dadurch keinem der anderen Wohnungseigentümer über
das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinaus ein
Nachteil erwächst;

(...)


Dieser Anspruch wäre im Verfahren der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FGG-Verfahren), vor dem Amtsgericht geltend zu machen.

Aufgrund der Komplexität der "Probleme" dürfte es ratsam sein, sich an einen Kollegen vor Ort zu wenden und mit ihm das weitere Vorgehen, auch unter Berücksichtigung der bestehenden Eigentümergemeinschaft, abstimmen.

Ich hoffe Ihnen im Rahmen dieser Erstberatung einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben und stehe im Rahmen der Nachfragefunktion gerne für ergänzende Ausführungen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt






Nachfrage vom Fragesteller 18.04.2006 | 08:41

Sehr geehrter Herr Ra. Wandt,

vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

Es sei noch zu vermerken, dass keine direkte Eigentümergemeinschaft wie dies z. B. durch eine Eigentumsverwaltung besteht vorhanden ist. Hier hat eine Familie vor Jahren ein Haus gebaut und weil man in finanziellen Schwierigkeiten geraten ist, die untere Wohnung als Eigentumswohnung verkauft.
Später wurde die beiden anderen Wohnungen jeweils an die Töchter übergeben. Es sind auch wie sich jetzt im nachhinein herausgestellt hat, über die gesamten Jahre keine Rücklagen gebildet worden. Jeder macht in dem Haus wie er gerade denkt. Ist so etwas überhaupt zulässig und wenn nein wie gehen wir hier vor. Müssen Rücklagen gebildet werden?

Für Ihre Mühe recht herzlichen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.04.2006 | 09:03

Sehr geehrte Frau S.,

bitte haben Sie Verständnis, dass im Rahmender Nachfragefunktion nach den AGB dieses Forums nur eine Klarstellung bzw. Ergänzung zu der bereits erteilten Antwort gegeben werden kann.

Deshalb nur soviel:

Auch ohne gesonderte Vereinbarung liegt eine Eigentümergemeinschaft i.S.d. WoEigG vor. Als Mitglied derselben können Sie eine ordnungsgemäße Verwaltung, beinhaltend u.a. die Bildung von Instandhaltungsrücklagen und das Aufstellen eines Wirtschaftsplanes, verlangen (§ 21 Abs. 4 und 5 WoEigG).

M.E. ist es dringend erforderlich, das ausführliche Gespräch unter Berücksichtigung des v.g. mit den Nachbarn und Miteigentümern zu suchen. Sollte keine Einigung zu erzielen sein, verweise ich erneut auf einen örtlich tätigen Kollegen, um Ihre Interessen durchzusetzen.

Ich hoffe Ihnen gedient zu haben und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Marc N. Wandt
Rechtsanwalt





Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Super schnelle Hilfe - Toll "
Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Marc N. Wandt »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER
5/5.0

Super schnelle Hilfe - Toll


ANTWORT VON

192 Bewertungen

Unnaer Str. 3
58636 Iserlohn
Tel: 02371/13000
Tel: 0172/5256958
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Straßenverkehrsrecht, Mietrecht, Vertragsrecht, Internationales Recht, Fachanwalt Strafrecht