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Nasse Garagenwand durch Anschüttung


23.03.2007 09:47 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damen und Herren
Bei meiner Frage geht es um einen nachbarschaftlichen Streitpunkt.

Vor ca. 9 Jahren bin ich in mein selbst gebautes Haus eingezogen. Die 8 m lange Garage steht auf der Grenze und wurde ca. 1/2 Jahr vorher nach telefonischer Rücksprache mit den Nachbarn verklinkert. Die Wand zeigt nach Norden.
Nachdem die Nachbarn ca. 3 Monate nach mir in ihr Haus gezogen sind, haben sie sich die Einfahrt machen lassen.
Diese ist ansteigend und stützt sich zum Teil an meine Garagenwand ab.
Zwischen Einfahrt und Garagenwand ist lediglich eine dünne Styroporplatte lose eingelegt, sie hat keine feuchtikeitsisolierende Funktion.
Die Steigung der Einfahrt beginnt an der Garage vorne bündig mit den Klinkern und endet hinten ca. 40 cm höher und verdeckt damit einige Klinkerreihen. Die Klinker beginnen ebenerdig.
Die Garagenwand ist ca. ab der Hälfte am Boden nass, dort, wo die Garagenwand ca. 20 - 40 cm tief in der Einfahrt liegt.

Die nasse Garagenwand ist mir im letzten Herbst zum ersten Mal aufgefallen. Allerdings hatte ich vorher schon nasse Stellen auf dem Estrich bemerkt, deren Herkunft ich aber nicht zuordnen konnte. An dieser Stelle stehen in der Garage auch der Rasenmäher, der Schlauchwagen und andere Gartenutensilien.
Nach dem Feststellen der nassen Garagenwand hatte ich diese Gegenstände entfernt, um zu prüfen, ob diese Nässe auch aus Richtung Garagenwand kommt.
Gerade in den letzten Wochen nach heftigen Regenfällen und definitivem Nichtbenutzen der Gartenutensilien steht für mich fest, dass auch die Nässe auf dem Estrich von der Garagenwand herkommt.

Für mich ist daher die Ursache der Feuchtigkeit die nicht isolierte Garagenwand.

Die Einfahrt wurde von den Nachbarn (zu 99 %) ohne Rücksprache mit mir angeschüttet. Somit hatte ich selbst keine Gelegenheit, die Wand zu isolieren. Die Nachbarn haben dies bis auf die oben erwähnte Styroporplatte auch nicht getan.
Die Bemerkung zu 99 % bedeutet, daß ich damals noch verheiratet war und deshalb nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es eine Absprache zwischen den Nachbarn und meinem Exmann gegeben hat. Mir ist eine solche Absprache nicht bekannt, und eine schriftliche Unterlage habe ich auch nicht.
Die Klinker sind innerhalb der Anschüttung nicht verfugt, da ich dies erst ca. 2 Jahre später für das ganze Haus in Angriff genommen habe und später nicht mehr drangekommen bin.

Nachdem ich die Nachbarn darauf angesprochen hatte, reagierten sie sehr erbost und behaupten, die Feuchtigkeit käme von einer undichten Stelle in der Regenrinne. Diese Stelle habe ich untersucht und kann dort keine Undichtigkeit feststellen. Diese Stelle ist ausserdem in der Mitte der Garage und demnach müßte dann das Wasser die Einfahrt hinauflaufen. Was an dieser Stelle zwischen Einfahrt und Wand passiert, kann ich nicht sagen, da ich diese Stelle ja nicht einsehen kann.

Meine Fragen:
Wer ist für die Beseitigung dieser Feuchtigkeit und/oder nachträglichen Isolierung zuständig?
Muß zunächst eindeutig geklärt werden, woher die Feuchtigkeit kommt (Sachverständiger ?), wer muß diese Klärung bezahlen?
Trägt event. eine Haftpflichtversicherung (o.a.) die Kosten für eine nachträgliche Isolierung?
Was wäre in diesem Fall eine sinnvolle Vorgehensweise, zum Beispiel im Hinblick auf Nachbarschaftsstreit bzw. dessen Vermeidung, Schiedsmänner, Anwälte, Ämter o.a.?

Für die Beantwortung der Fragen bedanke ich mich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
Sehr geehrte Ratsuchende,


zunächst muss in der Tat die Ursache zweifelsfrei feststehen, da diese nach Ihrer Schilderung strittig ist. Sollte dafür ein Sachverständiger benötigt werden, werden Sie dieses zahlen müssen.

Denn nach Ihrer Schilderung haben ie diesen Zustand über nun fast neun Jahre hingenommen, ohne dass es vorab zu einer Schadensbildung gekommen ist. Ob es eine Absprache gegeben hat, ist insoweit irrelevant.

Der Sachverständige wird zur Feststellung dann auch Grabungen vornehmen müssen, wobei eine bestehende Haftpflichtversicherung mE den Schaden NICHT tragen wird. Dieses hängt aber vom Vertrag ab, sollte ggfs. im Vorfeld gesondert abgeklärt werden; viel Hoffnung kann ich Ihnen aber nicht machen, so dass Sie die Kosten wohl alleine tragen werden.


Die einzig sinnvolle (und kostengünstige) Vorgehensweise wäre nun Folgende:

Setzen Sie sich mit dem Nachbarn zusammen und graben Sie gemeinsam die Wand auf (zu dieser Maßnahme MUSS der Nachbar seine Zustimmung erteilen). Danach sollte die Wand dann mit Bitum o.ä. isoliert und die Anschüttung wieder aufgefüllt werden.

Dieses wäre der kostengünstigste Weg, ohne dass es dann eines teueren Sachverständigen bedarf. Ist dieses nicht möglich, sollte der Schiedsmann der Gemeinde eingeschaltet werden, da auch diese Kosten (rund 100,00 EUR) in einem überschaubaren Rahmen bleiben.

Greift auch dieses nicht, sollten Sie dann, aber auch erst dann, einen Anwalt einschalten, um diese Rechte (Ausgraben und Isolieren der Wand) durchzusetzen, vorab aber den Nachbar zur Zustimmung der Maßnahme mit einer Frist von 14 Tagen auffordern, damit er dann in Verzug ist.

Sicherlich werden Sie sich eine andere Antwort erwünscht haben; "Schönschreiberei" nützt Ihnen aber nicht viel.




Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 26.03.2007 | 09:22

Vielleicht ist in meiner Anfrage nicht deutlich geworden, daß ich die fehlende Feuchtigkeitsisolierung erst im letzten Herbst bei Prüfung des Schadens festgestellt habe.
Da die Einfahrt von einer Firma gemacht wurde, bin ich von einer fachgerechten Ausführung der Arbeiten ausgegangen, die nach Meinung von Fachleuten auch eine Feuchtigkeitsisolierung enthalten müßte.
Unter der Prämisse, daß der Schaden durch die fehlende Isolierung erfolgt: Ist es daher richtig, daß die unsachgemäße Ausführung ohne Konsequenzen für die Nachbarn bleibt und ich die Beseitigung dieses Fehlers übernehmen muß?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.03.2007 | 09:31

Leider ja, da die fehlende Isolierung eben weder dem Nachbarn, noch der ausführenden Firma anzulasten ist.

Hier ist es so, dass diese Isolierung entweder von Ihnen hätte aufgebracht werden müssen, oder Sie gleich bei den Arbeiten vor 8 1/2 Jahren dann der Anschüttung hätten widersprechen müssen.

Ich kann ja verstehen, dass Ihnen die Antwort vom Ergebnis her nicht gefällt; die Rechtslage ist aber leider so und ein Verfahren, dass Sie hinsichtlich der Kostenübernahme nicht gewinnen können, sollten Sie nicht anstrengen.

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