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Namenswahl bei Heirat Deutsche-Halbspanier

| 24.03.2018 16:44 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


Ich (deutsche Staatsangehörigkeit) werde demnächst heiraten. Jetzt stellt sich die Frage der Namenswahl. Mein Freund hat die deutsche Staatsangehörigkeit, eine deutsche Mutter, aber einen spanischen Vater und deshalb einen zweigliedrigen Namen wie in Spanien üblich (Nachname des Vaters, Nachname der Mutter). Laut Standesamt müssten wir einen gemeinsamen Ehenamen wählen. Als Varianten zur Namenswahl wurde uns vorgeschlagen:
1. Mein Mädchenname für beide
2. Jeder behält seinen Namen
3. Ich kann den zweigliedrigen Namen meines Freundes annehmen
Meine Fragen: Wieso muss ich beide Nachnamen annehmen? Ist es nicht möglich, nur den 1., also den Nachnamen des Vaters anzunehmen? Könnte mein Freund den zweiten Teil (also den Nachnamen der Mutter) ablegen und wir hätten dann den Nachnahmen des Vaters als gemeinsamen Ehenamen?
Falls ich den zweigliedrigen Namen annehme: Muss ich überall mit beiden Teilen unterschreiben oder kann ich nur den 1., also den Nachnamen des Vaters verwenden? Mein Freund nutzt (bis auf offizielle Dokumente wie Personalausweis) nur den 1. Nachnamen und "unterschlägt" den zweiten Teil einfach.


Einsatz editiert am 25.03.2018 13:57:20
26.03.2018 | 17:30

Antwort

von


(83)
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:
Wieso muss ich beide Nachnamen annehmen? Ist es nicht möglich, nur den 1., also den Nachnamen des Vaters anzunehmen?
Nein das ist so nicht möglich.
Hintergrund ist, dass bei Eheschließung die Ehegatten einen der beiden Familiennamen zum Ehenamen bestimmen sollen. Also den Nachnamen des Mannes oder den der Frau. Mit Nachname ist der vollständige Nachname gemeint. Bestimmen beide künftige Ehegatten keinen Namen als Ehenamen, führen beide ihre zuvor geführten Namen weiter.
Wer einen Ehenamen annimmt, kann seinen bisherigen Familiennamen mit Bindestrich voranstellen oder anhängen (§ 1355 Abs. 4 S. 1 BGB). Nach § 1355 Abs. 4 S. 2 und 3 BGB darf die Anzahl der Einzelnamen in dem zusammengesetzten Namen zwei jedoch nicht überschreiten. Mit Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 5. Mai 2009 ist die Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz dieser Beschränkung auf einen Ehedoppelnamen bestätigt worden.

Hat einer der Ehegatten eine ausländische Staatsangehörigkeit oder mehrere Staatsangehörigkeiten, können die Ehegatten in Ausübung ihres Selbstbestimmungsrechtes ihre künftig zu führenden Familiennamen auch nach dem Recht desjenigen Staates wählen, dem der ausländische Ehegatte angehört (Art. 10 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB). Aber hier verhält es sich so, dass Ihr zukünftiger Ehemann zwar spanische Wurzeln hat, jedoch deutscher Staatsangehöriger ist und demzufolge gilt das deutsche Recht, dieses ist dahingehend wie bereits erläutert leider eindeutig.

Könnte mein Freund den zweiten Teil (also den Nachnamen der Mutter) ablegen und wir hätten dann den Nachnahmen des Vaters als gemeinsamen Ehenamen?

In Ihrem Fall halte ich das aufgrund des Fehlens eines wichtigen Grundes leider für ausgeschlossen.

Nach dem Gesetz zur Änderung von Familiennamen und Vornamen ist aus wichtigem Grund die Änderung des Namens, gemäß § 1 NamÄndG möglich.
Als wichtige Gründe für eine Änderung des Nachnamens werden dabei angesehen:

1. Namen, die im engeren Lebensbereich des Namensträgers mehrfach vorkommen, wenn die Gefahr häufiger
Verwechslungen besteht (Nr. 34 NamÄndVwV);
2. Sammelnamen (im gesamten Geltungsbereich des Gesetzes oder in größeren Teilbereichen oft vorkommender Name) (Nr.
34 NamÄndVwV);
3. Anstößig oder lächerlich klingende Namen oder Namen, welche zu frivolen unangemessenen Wortspielen Anlass geben,
wobei die Anstößigkeit oder Lächerlichkeit nach dem sachliche Maßstab allgemeiner Erfahrungen zu beurteilen ist und
besondere Gründe, die etwa in der Person, dem Beruf oder der Umgebung des Antragstellers liegen, zu berücksichtigen
sind (Nr. 35 NamÄndVwV);
4. Namen, die in Schreibweise und Aussprache über das Normalmaß hinaus Schwierigkeiten zur Folge haben[16] (Nr. 36
NamÄndVwV);
5. Doppelnamen oder sehr lange Namen (Nr. 36 NamÄndVwV);
6. Namen mit orthografischen Problemen mit ß, ss oder Umlauten, die zu einer wesentlichen Behinderung führen (Nr. 38
NamÄndVwV);
7. Änderung des Familiennamens eines Straftäters und seiner Angehörigen, wenn der Familienname ein seltener oder
auffälliger ist und über die Berichterstattung von der Straftat eng mit Tat und Täter verbunden ist, zur Erleichterung der
Resozialisierung oder zum Schutz vor Belästigung (Nr. 39 NamÄndVwV);
8. Anpassung des Familiennamens des Kindes an den neuen Namen des sorgeberechtigen Elternteils, den dieser durch
Wiederheirat führt, wenn ausnahmsweise ein überwiegendes Interesse an der Namensänderung besteht[17] (Nr. 40
NamÄndVwV);
9. Anpassung des Namens eines unehelichen Kindes, welches infolge Einbenennung den Namen des Stiefvaters trägt, nach
Scheidung dieser Ehe an den neuen Namen der Mutter[18] (Nr. 41 NamÄndVwV);
10. Namensanpassung eines Pflegekindes an den Namen der Pflegeeltern, wenn eine Adoption nicht in Betracht kommt[19]
(Nr. 42 NamÄndwV);
11. Rückbenennung fremdsprachiger Umbenennungen Volksdeutscher (Nr. 44 NamÄndVwV);
12. Wiederherstellung eines durch Estland, Litauen, Rumänien oder die Tschechoslowakei aberkannten Adelsprädikats (Nr. 45
NamÄndVwV);
13. Gestattung der Führung eines mit einem Hof oder Unternehmen verbundenen Namens (Nr. 47 NamÄndVwV);
14. Beseitigung hinkender Namensführung eines Mehrstaatlers (Nr. 49 NamÄndVwV);
15. Änderung in einen langjährig gutgläubig, aber widerrechtlich geführten Namen (Nr. 50 NamÄndVwV).

Falls ich den zweigliedrigen Namen annehme: Muss ich überall mit beiden Teilen unterschreiben oder kann ich nur den 1., also den Nachnamen des Vaters verwenden?
Bei Ihrer Unterschrift muss sich zweifelsfrei ergeben, dass es sich um Ihre Unterschrift handelt. Eine Unterschrift mit dem vollen Doppelnamen ist dafür nicht erforderlich. Hierzu ein Urteil: BFH-Urteil vom 20.9.1991 (III R 36/90 ) BStBl. 1992 II S. 300
Leitsatz dieses Urteils ist:
"Die Unterzeichnung einer Prozeßvollmacht mit einem der beiden Namen eines Doppelnamens ist formwirksam, wenn diese Unterzeichnung sich deutlich von einer Paraphe unterscheidet und sicher ist, daß die Unterschrift von dem betreffenden Prozeßbeteiligten stammt."

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen. Ich wünsche Ihnen beiden eine wunderschöne Hochzeit und für die Ehe alles Gute.
Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Vicky Neubert, Dipl.-Jur.

Bewertung des Fragestellers 26.03.2018 | 18:56

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"Vielen Dank für die ausführliche, eindeutige Antwort. Dadurch kann ich mir unnötigen Stress mit dem Standesamt ersparen und werde wohl oder übel die beiden Namen annehmen."
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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 26.03.2018
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