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Namensgebung und Namensänderung

| 27.03.2018 10:03 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Zusammenfassung: Namensrecht bei Wiederheirat und Patchworksituation

Hallo, meine Lebensgefährtin ist eine geborene Müller. 2007 hat sie geheiratet und hat den Namen des Mannes angenommen also Schmitt. In dieser Ehe wurden 2 Kinder geboren, die jetzt ebenfalls Schmitt heißen.
2016 wurde meine Lebensgefährtin wieder geschieden, heißt aber nach wie vor Schmitt.
Jetzt 2018 wollen wir heiraten zudem erwarten wir VOR der Hochzeit ein weiteres Kind.
Um die Bindung zu ihren 2 Kindern nicht zu verlieren möchte Sie gern ihren Geburtsnamen , also Müller , mit dem Nachnamen der 2 Kinder verbinden . Müller - Schmitt oder Schmitt - Müller . Ist das möglich ? Kann unser gemeinsames Kind , was vor unserer Hochzeit zu Welt kommt, nur den Geburtsnamen , also Müller , haben, denn es hat ja nichts mit Schmitt zu tun ? Kann ich dann bei unserer Hochzeit ebenfalls nur den Geburtsnamen der Mutter, also ebenfalls Müller , annehmen ?
Hier scheiden sich die Geister .
Einen Anwalt den ich schon beauftragt haben und mit 300€ entschädigt habe sagt es geht so, das Standesamt sagt aber nein.
Bitte um Ihre Hilfe , vielen Dank .

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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Wenn zwei Liebende heiraten, lässt das deutsche Namensrecht also verschiedene Möglichkeiten zu.

Die Eheleute sind dazu angehalten, per Namenserklärung einen gemeinsamen Namen anzunehmen. Dazu verpflichtet sind sie allerdings nicht.
Sollten sie einen Ehenamen bestimmen, kann der Ehepartner den neuen Namen entweder übernehmen oder seinem bisherigen Namen anhängen beziehungsweise voranstellen.
Im Falle einer Scheidung behält jede Partei regelmäßig den angeheirateten Namen, weshalb dieser bei einer neuen Eheschließung auch vom neuen Partner übernommen werden kann.
Das Namensrecht, das in Deutschland die Heirat und damit verbundenen Namens-Fragen regelt, beinhaltet also auch das Namensrecht bei Scheidung.

Margot Muster und Berthold Beispiel verlieben sich und heiraten. Nun können beide ihre Nachnamen behalten oder sich für einen von beiden als Ehenamen entscheiden. Sollte "Muster" als solcher festgelegt werden, kann Herr Beispiel entweder seinen alten Namen ablegen oder von nun an

Berthold Muster-Beispiel
beziehungsweise

Berthold Beispiel-Muster
heißen.

Ein gemeinsames Kind, würde den Namen "Muster" tragen, da dies der durch eine Namenserklärung festgelegte Ehename ist. Den Doppelnamen hätte also einzig Berthold. Geht die Ehe in die Brüche, so behält Berthold den neuen (Dopple)Namen, wenn er nicht mit einer Erklärung an das Standesamt herantritt und seinen früheren Namen wieder annimmt.

Sollte er nun auf die schöne Erika Exempel treffen und wieder in den Bund der Ehe eintreten, könnte auf Erika die Entscheidung zukommen entweder ihren Namen zu behalten oder aus dem Doppelnamen ihres frischen Ehemannes einen herauszusuchen, den sie ihrem eigenen hinzufügt. So könnte sie theoretisch auch den Namen von Frau Muster übernehmen. Margot oder ihre Familie hätte keine gesetzliche Handhabe dagegen.

Die Paragraphen 1616 ff. BGB behandeln die Frage, welchen Geburtsnamen Kinder erhalten sollen. Die zwei entscheidenden Festlegungen seien nachfolgend genannt:

§ 1616 BGB Geburtsname bei Eltern mit Ehenamen

Das Kind erhält den Ehenamen seiner Eltern als Geburtsnamen.

§ 1617 Geburtsname bei Eltern ohne Ehenamen und gemeinsamer Sorge

(1) Führen die Eltern keinen Ehenamen und steht ihnen die Sorge gemeinsam zu, so bestimmen sie […] den Namen, den der Vater oder die Mutter zur Zeit der Erklärung führt, zum Geburtsnamen des Kindes. […] Die Bestimmung der Eltern gilt auch für ihre weiteren Kinder.

Bei einem gemeinsamen Ehenamen trüge das Kind also automatisch denselben. Sollten die Eheleute keinen solchen gewählt haben, haben Sie einen Namen zu bestimmen. Doppelnamen sind nicht zulässig.

Für Ihren Fall bedeutet dies also folgendes:

Ihre Lebensgefährtin heißt Müller Schmidt.
Sie können nach der Eheschließung einen der Namen aussuchen. Also z.B. Müller. Sie können Müller auch an Ihren Nachnahmen anhängen.
Damit bestimmen Sie Müller zum Ehenamen.

Für Ihr gemeinsames Kind ist dann der Ehename zu bestimmen. Als auch Müller. Einen Doppelname können Sie dem Kind nicht geben.

Es wäre dann also ggf. folgende Konstellation

Ihre Frau: Müller Schmitt
2 Kinder Schmitt (die Kinder aus erster Ehe können natürlich auch keinen Doppelnamen bekommen)
Sie: Herr Müller
Das gemeinsame Kind: Müller

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Die von Ihnen entrichtete Beratungsgebühr würde im Falle einer Beauftragung angerechnet werden.

Mit freundlichen Grüßen



Gutzeit
Rechtsanwältin

Ergänzung vom Anwalt 27.03.2018 | 11:21

Sehr geehrter Fragesteller,

auf Ihre Nachfrage kann ich Ihnen mitteilen:

Der geschiedene Ehegatte behält den Ehenamen. Er kann durch Erklärung gegenüber dem Standesbeamten aber seinen Geburtsnamen oder den Namen wieder annehmen, den er bis zur Bestimmung des Ehenamens geführt hat. Außerdem besteht die Möglichkeit, seinen Geburtsnamen oder den Namen bis zur Bestimmung des Ehenamens dem Ehenamen voranzustellen oder anzufügen.

§1355 Absatz 5 am Ende BGB ist die für Sie maßgebliche Bestimmung.

Mit freundlichen Grüßen

Gutzeit
Rechtsanwältin

Bewertung des Fragestellers 27.03.2018 | 11:45

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Mike Puckade "
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 27.03.2018 5/5,0
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