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Namensänderung aus der DDR

20.02.2018 22:28 |
Preis: 51,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Zusammenfassung: Der „Geburtsname" ist nach dem Gesetz nicht der Name, der bei der Geburt getragen wurde, sondern „der Name, der in die Geburtsurkunde eines Ehegatten zum Zeitpunkt der Erklärung gegenüber dem Standesamt einzutragen ist" (§ 1355 Abs. 6 BGB).

Mein Freund ist 1981 in Sebnitz (DDR) mit dem Nachnamen seiner Mutter (Helbig) geboren. 1982 heirateten seine Eltern und mein Freund bekam den Nachnamen seines Vaters (Riedel). 1983 verstarb sein Vater. Darauf heiratete seine Mutter 1984 wieder und mein Freund bekam den Ehenamen (Pietsch). Also den Namen seines Stiefvaters. Da er kein gutes Verhältnis zu seinem Stiefvater hat, würde er gern wieder Riedel heißen und den Namen in Ehren halten für sein Vater, da wir nun auch Nachwuchs erwarten. Falls dies nicht möglich Ist, wäre es dann möglich seinen Geburtsnamen Helbig wieder anzunehmen? Er hat keinerlei Bezug zum Namen Pietsch und möchte diesen Namen nicht mehr weiterführen.
20.02.2018 | 23:34

Antwort

von


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Sehr geehrte Fragestellerin,

auch bei einer Heirat könnte Ihr Freund nicht den Mädchennamen seiner Mutter oder den Namen seines Vaters als Ehenamen wählen. Sie könnten zwar seinen „Geburtsnamen" als Ehenamen wählen. Der „Geburtsname" ist jedoch nach dem Gesetz nicht der Name, der bei der Geburt getragen wurde, sondern „der Name, der in die Geburtsurkunde eines Ehegatten zum Zeitpunkt der Erklärung gegenüber dem Standesamt einzutragen ist" (§ 1355 Abs. 6 BGB ). Das ist der Name des Stiefvaters. Ihr Freund könnte jedoch Ihren Namen annehmen.

Es bliebe ihm lediglich die Möglichkeit, die Namensänderung nach dem Namensänderungsgesetz zu beantragen. Die bloße Unzufriedenheit mit dem bisherigen Namen ist allerdings kein ausreichender Grund für eine behördliche Namensänderung. Die Verwaltungspraxis richtet sich nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Gesetz über die Änderung von Familiennamen und Vornamen (NamÄndVwV). Dort heißt es in Nr. 40: „eine nur emotionale Ablehnung des nicht sorgeberechtigten Elternteils durch das Kind vermag für sich allein die Namensänderung nicht zu rechtfertigen."

Die Einbennung nach dem Stiefvater war in der BRD nur bei nichtehelichen Kindern möglich, in der DDR jedoch nach § 65 FGB in weiterem Umfang zulässig.

In Nr. 41 der NamÄndVwV heißt es zu den Fällen, in denen die Einbennung nach BRD-Recht stattgefunden hatte: „Soll der Familienname eines nichtehelichen Kindes, das infolge einer Namenserteilung nach § 1618 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuchs den Ehenamen seiner Mutter und seines Stiefvaters führt, nach Eheauflösung dem neuen Familiennamen der Mutter angepaßt werden, so ist dem Antrag stattzugeben, wenn die Namensänderung dem Wohl des Kindes förderlich ist."

Ein Antrag auf Namensänderung wäre für Ihren Freund daher wohl durchaus aussichtsreich.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Auskünften gedient zu haben und weise darauf hin, daß diese auf Ihren Angaben beruhen. Bereits geringfügige Abweichungen des Sachverhalts können zu einer anderen rechtlichen Bewertung führen.

Nutzen Sie im Zweifelsfall gern die kostenlose Nachfragefunktion!

Mit freundlichen Grüßen

Vasel
Rechtsanwalt


Ergänzung vom Anwalt 26.06.2018 | 14:12

Ein aufmerksamer Leser hat mich darauf hingewiesen, daß es im 3. und 4. Absatz statt "Einbennung" richtig "Einbenennung" heißen muß. Danke!

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