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Namensänderung Kind nach Heirat bei Beibehaltung der Namen beider Ehepartner


| 27.11.2017 13:56 |
Preis: 48,00 € |

Verwaltungsrecht


Beantwortet von



Wir wollen mit fast 50 Jahren Lebensalter und nach 15 gemeinsamen Jahren standesamtlich heiraten. Wir haben beschlossen, dass mein Mann und ich jeder seinen Famliiennamen behält. Unser gemeinsamer 13-jähriger Sohn hatte bisher den Namen der Mutter. Es wurde bei Geburt eine Vaterschaftsanerkennung unterschrieben, aber bisher noch kein gemeinsames Sorgerecht beantragt. Nun wollten wir, dass unser Sohn nach der Heirat den Namen des Vaters bekommt, wir möchten aber keinen gemeinsamen Familiennamen, sondern jeder Ehepartner möchte den bisherigen Namen behalten. Beim Standesamt wurde uns gesagt, es wäre nicht möglich, dass unser Sohn seinen Familiennamen ändert, wenn wir keinen gemeinsamen Ehenamen wählen. ist diese Auskunft wirklich richtig? Im Internet habe ich den Sachverhalt anders gelesen. Ist die Voraussetzung für eine Namensänderung des Sohnes auf den Namen des Vaters das gemeinsame Sorgerecht? Und wird das Sorgerecht nicht automatisch dem leiblichen Vater nach der Heirat zugesprochen?
27.11.2017 | 15:27

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt:

1.
"Beim Standesamt wurde uns gesagt, es wäre nicht möglich, dass unser Sohn seinen Familiennamen ändert, wenn wir keinen gemeinsamen Ehenamen wählen. ist diese Auskunft wirklich richtig?"

Zunächst ist es richtig, dass Ihr Sohn Ihren Namen erhielt (§ 1617a Abs. 1 BGB).

Die beiden Elternteile möchten heiraten, keinen Ehenamen führen. Ihr Sohn soll den Namen des Vaters tragen.

- Auch ohne Heirat könnten Sie Ihrem Sohn den Nachnamen des Vaters geben.
§ 1617a Abs. 2 S. 1 BGB: "Der Elternteil, dem die elterliche Sorge [...] allein zusteht, kann dem Kind durch Erklärung gegenüber dem Standesamt den Namen des anderen Elternteils erteilen."
Vater und Kind müssen einwilligen, Die Einwilligungen müssen öffentlich beglaubigt werden (§ 1617a Abs. 2 S. 2 und 3 BGB) und gegenüber dem Standesamt erklärt werden

- "Wird die gemeinsame Sorge der Eltern erst begründet, wenn das Kind bereits einen Namen führt, so kann der Name des Kindes binnen drei Monaten [...] neu bestimmt werden." (§ 1617b Abs. 1 S. 1 BGB).

- § 1626a Abs. 1 Nr. 2 BGB regelt:
"Sind die Eltern bei der Geburt des Kindes nicht miteinander verheiratet, so steht ihnen die elterliche Sorge gemeinsam zu,
[...] wenn sie einander heiraten [...]."

> D.h. innerhalb von drei Monaten nach der Heirat können Sie den Namen des Kindes nach dem Nachnamen des Vaters gegenüber dem Standesamt bestimmen.

Prütting / Wegen / Weinreich / Friederici, BGB 12. Auflage 2017, § 1617, Rdnr. 5 :
"Heiraten die Eltern nach der Geburt des Kindes, ohne einen Ehenamen anzunehmen, haben sie nach § 1617b I 1 das Recht zur Neubestimmung des Geburtsnamens des Kindes."

2.
a) "Ist die Voraussetzung für eine Namensänderung des Sohnes auf den Namen des Vaters das gemeinsame Sorgerecht?

Nein. siehe oben, § 1617a Abs. 2 BGB.

b) "Und wird das Sorgerecht nicht automatisch dem leiblichen Vater nach der Heirat zugesprochen?"

Richtig, s.o. § 1626a Abs. 1 Nr. 2 BGB.


Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 27.11.2017 | 16:09


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