Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nächtliche Lärmbelästigung Hahnenschreie


28.03.2006 09:03 |
Preis: ***,00 € |

Nachbarschaftsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

im Oktober 2005 habe ich versucht mit einem Nachbar der in seinem Garten eine Hühnerzucht ( ca. 30 Stück) betreibt im Hinblick auf die nächtliche Ruhestörung durch Hahnenschreie vor dem Schiedsmann eine Einigung zu erzielen.

Leider ist es zu keiner Einigung gekommen, da sich der Nachbar geweigert hat einen schriftlichen Vorschlag des Schiedsmannes zu unterschreiben.
Vielmehr als eine mündliche Zusage den bzw. die Hähne über Nacht wegzusperren war nicht zu erreichen.

Unser Dorf hat ca. 2000 Einwohner und liegt in Rheinland Pfalz. Der Nachbar wohnt in einem Mischgebiet das mit seinem Garten an unser Wohngebeit angrenzt.

Leider wurde diese Zusage nur sehr kurze Zeit eingehalten und nun ist wieder alles wie früher. Die Tiere sind aufgrund der Stallpflicht nicht in einem geschlossenen Raum sondern unter einem Vordach mit Drahtverhau untergebracht.

Die Belästigung startet variabel zwischen 11.30 Uhr abends und 2.00 Uhr in der Frühe und zieht sich mit ca. halbstündlichen Unterbrechungen bis zum Morgen hin.

Ich kann nicht glauben, das auf dem Dorf die Bewohner kein Anrecht auf Nachtruhe haben und hoffe das mir hier das Landesimmisionsschutzgesetzt Rückendeckung gibt.
In vergleichbaren Urteilen habe ich gelesen, das eine Nachtruhe von 19.00 - bis 7.00 Uhr Morgens vereinbart wurde.

Ich habe bisher davon abgesehen weitere Schritte zu unternehemen, weil ich gehofft habe, das aufgrund der Vogelgrippe der Nachbar vieleicht die Zucht komplett aufgibt.

Da dies nicht der Fall ist und ich eine weitere Belästigung nicht mehr bereit bin hinzunehemen, habe ich gestern Nacht die Polizei um Unterstützung gebeten.
Aufgrund dessen habe ich seit langem wieder eine sehr ruhige Nacht verbracht.

Um das Problem nun entgültig aus der Welt zu schaffen wurde mir angeraten den gerichtlichen Weg einzuschlagen.

Hier nun meine Fragen:



1; Ist es möglich auch ohne Anwalt vor dem Amtsgericht eine Klage zu erheben?

2; Welche Schritte müssen getan werden um eine erfolgreiche Klage zu erreichen?

3; Reicht die Situation aus um eine sofortige Verfügung zu erwirken, das die Tiere über Nacht so gehalten werden, das keine Beeinträchtigung mehr entsteht?

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Frage beantworte ich unter Zugrundelegung Ihrer Angaben und unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes summarisch wie folgt:


1. Eine Klage vor dem Amtsgericht können Sie selbst einreichen. Anwaltszwang besteht dort nicht.
2. Die nächtlichen Störungen sollten Sie beweisbar -,insbesondere mit Datum, Dauer und Urzeit-, dokumentieren. Sinnvollerweise sollten auch Zeugen vorhanden sein, die sowohl das Ausmaß der Belästigungen, als auch die jeweiligen Zeiträume bestätigen können.
3. Die Beurteilung, ob die Situation für eine einstweilige Verfügung ausreicht, ist schwierig. Dagegen spricht insbesondere auch, dass Sie die Störungen offenbar seit geraumer Zeit hinnehmen. Dafür spricht die von Ihnen vorgetragene erhebliche Lärmbelästigung zur Nachtzeit und die Tatsache, dass Sie erst vor kurzem ein Schiedsverfahren angestrengt haben und der Nachbar sich im Zuge dessen verpflichtete, die Hähne über Nacht wegzusperren, was er aber nicht eingehalten hat.


Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen ersten Überblick verschaffen.

Ergänzend weise ich auf folgendes hin:
Die Auskunft im Rahmen dieses Forums kann nur die wesentlichen Gesichtspunkte, die in Fällen der geschilderten Art im Allgemeinen zu beachten sind, umfassen. Daneben können weiterere Tatsachen von Bedeutung sein, die im Einzelfall auch zu einem völlig anderen Ergebnis führen können Verbindliche Empfehlungen darüber, ob und gegebenenfalls wie Sie Ihre Rechte durchsetzen können, sind nur im Rahmen der Erteilung eines Mandats möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Iris Lemmer-Krueger
-Rechtsanwältin-

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER