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Nacktaufnahmen bei unter 18 jährigen


23.02.2007 13:33 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andrej Wincierz



Ich habe eine Frage zur Veröffentlichung von Filmaufnahmen im Akt-oder Teilaktbereich bei Models zwischen 16 und 18.

Ich weiss, dass Aktaufnahmen oder zumindest Teilaktaufnahmen im Bereich der Fotografie generell erlaubt sind, wenn diese mit Einwilligung von Model und Erziehungsberechtigten entstehen. Zudem ist ja die Aktfotografie eine anerkannte Kunst.

Wie jedoch sieht es mit ästhetischen Videoaufnahmen aus? Gemeint ist auf keinen Fall Pornografie, sondern vielmehr künstlerische Erotik/Hochglanz im Stil bekannter Männermagazine. Ich habe gelesen, dass es kürzlich eine Änderung des JuSchG gegeben hat, wonach es verboten ist, Jugendliche unter 18 Jahren in geschlechtsbetonten Posen darzustellen (im Bereich Internet). Das ist natürlich eine sehr schwammige Formulierung.

Gibt es zudem einen Unterschied, ob man solche Aufnahmen (Foto oder Video) nichtkommerziell anfertigt, zum Beispiel in Fotografenforen ausstellt oder aber kommerziell verwertet.

Konkret gefragt: Ist es theoretisch erlaubt, Videoaufnahmen im Aktbereich von unter 18 jährigen anzufertigen und beispielsweise auf DVD zu veröffentlichen oder mache ich mich damit strafbar (natürlich vorausgesetzt, dass die Aufnahmen unter Einwilligung von Model und Erziehungsberechtigten geschehen).

Als Beispiel kenne ich nur die Filme von David Hamilton aus den 70ern und 80ern, der auch mit minderjährigen Darstellerinnen gedreht hat (allerdings im Spielfilmbereich).

Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

auf Grund der von Ihnen gemachten Angaben beantworte ich die Frage wie folgt:

Das von Ihnen zitierte Gesetz ist nach meinem Kenntnisstand noch nicht erlassen worden.

Durch eine Anhebung des Schutzalters sollen demnach künftig bereits der Besitz und die Verbreitung pornografischer Abbildungen von Minderjährigen - also Personen unter 18 Jahren - strafbar sein. Bislang lag die Altersgrenze bei 14 Jahren.

Der vorliegende Entwurf soll außerdem eine Gesetzeslücke schließen, auf die unter anderem die Sicherheitsinitiative „no abuse in internet“ in den vergangenen Wochen aufmerksam gemacht hatte. Durch die Änderung des Sexualstrafrechts im Jahr 2004 hatte der Gesetzgeber in laienhafter Manier sexuell aufreizende, geschlechtsbetonte Nacktfotos von Kindern legalisiert. Das so genannte Posing soll nun wieder unter Strafe gestellt werden.

Sicherlich fällt sodann die Aktfotografie auch unter diesen Tatbestand.

Das heißt nicht, dass Sie sich mit Ihrem Vorhaben noch nicht auf strafrechtlichen Boden bewegen, denn es kann durch entsprechende Darstellungen der § 184 b StGB einschlägig sein.

Unter Strafe ist die Herstellung von kinderpornografischen Schriften gestellt.

Grundsätzlich sind davon auch fiktive Darstellungen betroffen. Darunter fällt auch die Darstellung von wirklichkeitsnahen Geschehen. Für die Beurteilung der Strafbarkeit kommt es darauf an, dass die dargestellte Person als kindlich erscheint. Wenn als eine Darstellerin den Anschein erregt, ein Kind zu sein, kann eine Strafbarkeit verwirklicht sein.

Sofern Sie Aktfotos mit einem künstlerischen Gehalt planen, sollten Sie dringend auf Darstellerinnen zurückgreifen, die nicht minderjährig sind.

Im Übrigen stellt sich auch eine moralische Frage, warum auf so junge Darstellerin zurückgegriffen wird.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit Beantwortung der Frage weiterhelfen.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Wincierz
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.02.2007 | 16:20

Sehr geehrter Herr Wincierz,

erstmal vielen Dank für Ihre Erläuterungen.

Ich war mir sicher, dass ein solches Gesetz bereits erlassen wurde. Haben Sie vielleicht die Information, wann dieses Gesetz erlassen wird, bzw. für wann die Erlassung geplant ist.

Wie schon erläutert, geht es nicht um pornographische Darstellungen. Pornographische Darstellungen beinhalten z.B. Nahaufnahmen des Genitalbereichs. Auf solche Aufnahmen würde ich selbstverständlich bei Personen unter 18 Jahren verzichten.

Es geht mir auch nicht darum, Models kindlich erscheinen zu lassen. Die meisten 16 oder 17 jährigen Models wirken ja schon eher reif als kindlich. Meine Frage ist, ob es zur Zeit erlaubt ist, Videoaufnahmen im Bereich des künstlerischem Akts herzustellen und zu vertreiben, wenn es sich eindeutig nicht um Pornografie, sondern um eine ästethische Darstellung von Nacktheit handelt.

Wie schaut es aus, wenn diese Aufnahmen von der FSK geprüft werden und eine Freigabe erhalten. Dürfen sie dann nachträglich indiziert werden, falls ein solches Gesetz erlassen wird?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.02.2007 | 12:31

Über den Verlauf des Gesetzgebungsverfahren können Sie sich auf der Web-Seite des Bundejustizministerium und des Bundestages informieren (Drucksache 16/3439).

Ein nachträgliche Indizierung ist möglich.

Spätestens mit Erlass des Gesetzes in der eingebrachten Form können Sie mit dem dann neugefassten § 184 b StGB in Konflikt kommen.

Sinn und Zweck des Gesetzes ist der Schutz von Minderjährigen. In Hinblick darauf, dass Personen in bestimmten Bereichen erst mit Erreichen des 18ten Lebensjahres eine Entscheidungsfindung zugebilligt wird, sollte Sie Ihr Vorhaben noch einmal überdenken. Wegen mangelnder Einsichtsfähigkeit schützt der Gesetzgeber Personen unter 18.

Ob die Kunstfreiheit diesen Schutzgedanken zu überwiegen vermag, bezweifele ich. Im Übrigen muss immer konkret auf die einzelnen Kunstwerke abgestellt werden. Ein abschließende Bewertung aber sprengt den Rahmen dieser Plattform.

Mit freundlichen Grüßen

Andrej Wincierz
Rechtsanwalt.

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