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Nachzug ausländische Ehefrau

| 06.02.2017 11:26 |
Preis: ***,00 € |

Ausländerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Zusammenfassung: Notwendigkeit der Beantragung eines nationalen Visums bei Bestehen eines EU Daueraufenthaltrechts und Familienzusammenführung bzw. Ehegattennachzug eines Nicht-EU-Ausländers zu einem deutschen Staatsbürger

Ich bin deutscher Staatsbürger und lebe und arbeite in Deutschland. Vor kurzem haben meine kolumbianische Frau und ich in Kolumbien standesamtlich vor einem Notar geheiratet (Heiratsurkunde/registro civil de matrimonio vorhanden). Nun möchten wir in Deutschland zusammenleben, d.h. meine Ehefrau hier anmelden und eine Aufenthaltsbewilligung beantragen. Meine Frau kann ohne Visum für 90 Tage als Tourist in Deutschland einreisen. Auf dem Ausländeramt meines Wohnortes wurde mir mitgeteilt, dass im Rahmen eines solchen Aufenthalts der Ehegattennachzug NICHT vor Ort, d.h. hier an meinem deutschen Wohnsitz, beantragt werden kann. Stattdessen sollen wir bei der deutschen Botschaft in Bogota ein Visum zum Zweck der Familienzusammenführung beantragen. Diese Vorgehensweise ist sehr aufwendig (Rückflug, Aufenthalt in Bogota, Sprachprüfung A1 welche in Kolumbien (!) durchgeführt werden soll, etc). Unabhängig davon hat meine Frau einen Aufenthaltstitel in Spanien der bis 2024 gültig ist: "Extranjeros Espana, Regimen Comunitario, Aspectos Laborales o motivo de concesion: Familiar ciudadano de la union permanente". Meine konkrete Frage: Können wir mit diesem Aufenthaltstitel den Nachzug/Anmeldung meiner Frau vor Ort in Deutschland beantragen um den aufwendigen Prozess des Visumantrags in Kolumbien zu vermeiden ? Besten Dank für Ihre Stellungnahme.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Soweit Ihnen auf dem Ausländeramt Ihres Wohnortes mitgeteilt wurde, dass im Rahmen eines solchen Aufenthalts der Ehegattennachzug NICHT vor Ort, d. h. hier an Ihrem deutschen Wohnsitz, beantragt werden kann und stattdessen Sie bei der deutschen Botschaft in Bogota ein Visum zum Zweck der Familienzusammenführung beantragen sollen, so ist dieses zutreffend.
Denn ein Schengen-Visum hilft hier nicht weiter, sondern nur ein sogenanntes nationales Visum, welches in Bogota, Kolumbien, beantragt werden muss.
Mit diesem Visum kann die Einreise in Deutschland erfolgen und später kann dann, also direkt nach der Einreise, ein längerfristiger Aufenthaltstitel in Form einer Aufenthaltserlaubnis bzw. Niederlassungserlaubnis beantragt werden.
Das ist in der Tat nicht unaufwendig, aber letzten Endes alternativlos.

Das gilt aber nur im Grundsatz.

Wenn Ihre Frau, und so verstehe ich es, ein EU-Daueraufenthaltsrecht in Spanien erworben hat, dann gilt jedoch ggf. ausnahmsweise etwas anderes.

Für längerfristige Aufenthalte ist an sich grundsätzlich ein Visum für das Bundesgebiet (nationales Visum) erforderlich, das vor der Einreise erteilt wird. Die Erteilung richtet sich nach den für die Aufenthaltserlaubnis, die Blaue Karte EU, die Niederlassungserlaubnis und die Erlaubnis zum Daueraufenthalt – EU geltenden Vorschriften.

Dieses wird aber wiederum natürlich dann nicht benötigt, wenn ein EU Daueraufenthaltsrecht in Spanien bereits vorliegt. Fragen Sie deshalb bei der deutschen Ausländerbehörde an, ob hier das Visum überhaupt benötigt wird, da wenn ein EU Daueraufenthaltsrecht vorliegt, ist das im Wege der europäischen Freizügigkeitsregelungen auch von Deutschland anerkannt. Denn dieses berechtigt dazu, sich in einem EU Land seiner Wahl aufzuhalten, ohne dass man vorher ein Visum beantragen muss.

Lebt Sie denn hauptsächlich in Spanien oder Kolumbien?

Ich antworte Ihnen im Wege der unten erwähnten kostenlosen Nachfragefunktion gerne ergänzend.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 06.02.2017 | 13:03

Besten Dank für Ihre Antwort. Kurze Nachfrage: Ja, meine Frau lebt bereits seit einigen Jahren in Spanien. In Kolumbien hat sie keinen Wohnsitz mehr und ist dort max. 1x im Jahr zu Besuch bei Ihrer Mutter.

Die spanische Ausweiskarte meiner Frau ist bis 2024 gültig (diese wurde im Jahr 2014 erneuert). Mir ist nicht ganz klar ob ihr Ausweis/Aufenthaltstitel: "Extranjeros Espana, Regimen Comunitario, Aspectos Laborales o motivo de concesion: Familiar ciudadano de la union permanente" ein EU-Daueraufenthaltsrecht darstellt ? Die deutsche Ausländerbehörde erwähnte einen Aufenthaltstitel "Residente de larga curacion UE". Ist das nun dasselbe ?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.02.2017 | 16:34

Sehr geehrter Fragesteller,

ich antworte Ihnen auf Ihre Nachfrage gerne wie folgt:
Gut, das dachte ich mir fast, dass sich Ihre Ehefrau zumeist in Spanien bzw überwiegend dort aufhält.
Der Status eines langfristig Aufenthaltsberechtigten (EU-Daueraufenthalt) ist stets gegeben, wenn auf dem Aufenthaltstitel Landessprache folgendes vermerkt ist:
""Residente de larga duración -- CE" oder „(...) -- UE"

Zu "Extranjeros Espana, Regimen Comunitario, Aspectos Laborales o motivo de concesion: Familiar ciudadano de la union permanente":
Das kann sich schon als Bezeichnung aufgrund der neueren Gesetzgebung wiederholt haben. Auffallend ist, dass Ihre Ehefrau ja noch sehr lange in Spanien blieben darf und wohl eine 10-jährige Befristung hat, was eher für ein EU-Daueraufenthaltsrecht spricht.

Das müsste allerdings gesondert geprüft werden, was ich für Sie gerne unternehme. Ich habe auch eine spanisch sprechende Kollegin, die mir dabei helfen könnte. Denn möglicherweise reicht es leider in der Tat nicht aus, da ist kein EU Daueraufenthaltsrecht ist, wobei es auch anders sein kann. Ich meine es spricht mehr dafür, so dass sie kein Visum benötigen sollte und hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben. Mit freundlichen Grüßen Daniel Hesterberg Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 09.02.2017 | 00:10

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