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Nachzahlung von Nebenkosten


21.01.2007 15:12 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

zum 1. Oktober 2006 haben wir eine Wohnung gemietet (Mitte November sind wir eingezogen).

Aufgrund zahlreicher Mängel und Unstimmigkeiten mit der Vermieterin (diese wohnt mit im Haus) haben wir den Mietvertag zum 31.03.2007 gekündigt und werden bis dahin die Miete zahlen (verlassen die Wohnung aber bereits zum 1. März).

Es wurde uns damals gesagt, wir müßten im Monat einen Pauschalbetrag von 630 Euro zahlen, eine Abrechnung gibt es nicht - ausserdem gibt es keine Zähler für die Heizung oder für Wasser.

Im Mietvertrag wurde dennoch die Miete wie folgt aufgeschlüsselt:
a) Grundmiete: 480 Euro
b) Vorauszahlung auf Heizkosten / Warmwasser: 80 Euro
c) Vorauszahlung auf Betriebskosten ohne Heizkosten: 60 Euro (nicht einzeln aufgeführt)

Ausserdem heißt es dort:"Falls vorstehend kein Verteilungsschlüssel vereinbart ist, sind die Betriebskosten vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen (§ 556a Abs. 1 Satz 1 BGB).

Ich habe heute ein Gespräch mitbekommen, in dem es darum ging, daß wir für die 6 Monate Mietdauer ca. 1000 Euro Nebenkosten nachzahlen sollen.

Insgesamt gibt es in diesem Haus 4 Mietparteien (einschl. Vermieter). Wir haben im Haus die größte Wohnung und leben hier mit 4 Personen (2 Erw./2 Kinder).

Die Wohnfläche in Quadratmetern ist allerdings nicht im Mietvertag aufgeführt.

Kann sie wirklich von uns eine so hohe Nachzahlung fordern, wenn sie nun den Verbrauch nach der Wohnungsgröße und Personen berechnet? Von den insges. 6 Monaten Mietdauer haben wir die Wohnung nur volle 4 Monate genutzt. Unser Wasserverbrauch ist normal, heizen mußten wir schon sehr viel, da es in der Wohnung sehr kalt ist. Allerding ist die Heizung so eingestellt, daß nur eine maximale Raumtemperatur von 20 Grad erreicht wird.

Da es wahrscheinlich schwierig wird, für die Wohnung neue Mieter zu finden, möchte die Vermieterin nun von uns noch so viel Geld wie möglich bekommen - nur deshalb müssen wir jetzt mit einer Abrechnung der Nebenkosten rechnen.

Ist sie dann verpflichtet, den anderen Hausbewohnern ebenfalls eine Abrechnung vorzulegen - oder kann sie nur bei uns eine Ausnahme machen?

Vielen Dank im Voraus.

MfG
J.S.
Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich gilt im Regelfall das, was im Mietvertrag festgehalten ist. Mündliche Nebenabreden sind meist unwirksam (lesen Sie in Ihrem Mietvertrag nach, meist ist gegen Ende das sogenannte Schriftlichkeitserfordernis vereinbart). Deshalb wird es auf die Ihnen mündlich mitgeteilte Pauschale wohl nicht ankommen, sondern auf die Regelung im Mietvertrag, welche von einer Abschlagszahlung ausgeht.

Ist im Mietvertrag nichts anderes geregelt, sind die Betriebskosten tatsächlich nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen. Betriebskosten, die von einem erfassten Verbrauch oder einer erfassten Verursachung durch die Mieter abhängen, sind nach einem Maßstab umzulegen, der dem unterschiedlichen Verbrauch Rechnung trägt (556a BGB).

Für Sie bedeutet dies, dass teilweise nach Fläche umgelegt werden wird (Ob die Fläche im Mietvertrag steht ist unerheblich, richtig berechnet muss sie bei der Umlage aber sein. Messen Sie am besten vorsorglich schon einmal die Wohnung aus), aber teilweise (Müll uä.) auch nach Personenzahl.

Die Nebenkostenabrechung muss Ihnen den Gesamtverbrauch und den jeweiligen Umlageschlüssel nennen. Ohne eine ordnungsgemäße, das bedeutet für Sie nachvollziehbare Nebenkostenabrechnung tritt keine Fälligkeit ein, Sie müssen also nicht bezahlen.

Überprüfen Sie, ob es nicht doch zumindest einen Wasserzähler in Ihrer Wohnung gibt und ab die Heizung nicht abgelesen werden kann (ista oä.) um den konkreten Verbrauch zu ermitteln.

Sollte Ihnen die Nebenkostenabrechnung, wenn Sie Ihnen vorliegt, als zu hoch erscheinen, lassen Sie diese bitte überprüfen, da hier sehr häufig Fehler gemacht werden. Wenn diese aber korrekt erstellt und richtig berechnet und umgelegt wurde, müssen Sie tatsächlich den dann ermittelten Betrag nachbezahlen. Wenn jemand nur in der "Heizperiode" eine Wohnung bewohnt kommt dies häufig vor, weil die Kosten im Winter deutlich höher sind.

Ich hoffe meine Antwort hilft Ihnen weiter.

Mit freundlichen Grüssen

RA Oliver Martin
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