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Nachzahlung für Energie gerechtfertigt?


02.01.2006 15:59 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Der lokale Energieversorger "N-Ergie" versucht mir gerade ca. 700 Euro für Nachzahlungen von Strom und Fernwärme abzuknöpfen.

Über zwei Jahre nach dem Auszug aus der Wohnung im September 2003 kommt ein Schreiben eines Inkasso-Büros mit undurchsichtigen Berechnungen. Die angeforderte Rechnung enthält wieder andere Posten, in einem Telefonat war immer wieder von "geschätztem Verbrauch" die Rede. Zahlungstermin ist nun der 3.2.2006, sonst folgten gerichtliche Schritte.

Der Betrag enthält einen hohen Anteil "Inkasso-Gebühren", durch fehlende Ummeldung der Adresse meinerseits, obwohl ich der N-Ergie (und auch Vermieter und Einwohnermeldeamt) die neue Adresse mitgeteilt habe, wie Rechnungen der N-Ergie an die neue Adresse zeigen.

Im ersten Schreiben verteilte sich die Nachzahlung auf die Gesamtmietzeit von ca. 2 Jahren, im zweiten Schreiben konzentrierte sich diese jedoch nunmehr nur noch auf den Zeitraum April bis September 2003 (Taktik gegen Fristen?). Dass die Wohnung bereits leer stand beantwortete man mir am Telefon lapidar damit, es handele sich um Nachzahlungen vom Jahr 2002.

Ich fragte, warum während der Vertragslaufzeit zwar mehrmals neue Abschläge berechnet wurden, diese jedoch keinen vernünftigen Wert aufweisen. Man gibt an, ich hätte die Personen zum Ablesen des Zählers nicht herangelassen bzw. die Ablesung nicht durchgeführt. (Dabei befand sich in der Wohnung überhaupt kein Zähler, diese waren vermutlich zentral angeordnet. Deshalb erhielt ich auch nie ein Anschreiben.)

Warum man zwei Jahre wartet, begegnet man damit, dass sich die Leute beschweren würden, wenn man sie recht schnell anmahnt. Auf das Kassieren der hohen Zinsen ging man erst gar nicht ein. Sie selbst machen da gar nichts und haben alles dem Inkassobüro übergeben.

Meine Frage:
* Wie sind die Fristen für die Nachberechnung?
* Wie ist das Beweisverfahren für eine Ummeldung der Rechnungsadresse?
* Muss ich Zinsen für zwei Jahre und hohe Inkassokosten bezahlen?
* Wer haftet in diesem Fall, falls z.B. ein Stromzähler defekt war?
* Wer ist für die Ablesung verantwortlich, darf ein Verbrauch einfach geschätzt werden?
* Welche Möglichkeiten gibt es gegen diese Forderung?
* Welche Risiken entstehen?

Bitte teilen Sie mir mit, welche Schritte des weiteren Vorgehens Sie mir empfehlen.
02.01.2006 | 16:50

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund der mitgeteilten Tatsachen wiefolgt beantworten möchte, jedoch aufgrund des geringen Einsatzes beschränkt sich die Antwort auf die maßgeblichen Punkte:

1.Die Ansprüche verjähren in drei Jahren, § 195 BGB, in Ihrem Fall für Nachforderungen aus dem Jahr 2002 zum 31.12.2005, für das Jahr 2003 zum 31.12.2006.

2.Wenn die Forderung berechtigt ist, müssen Sie dafür auch Zinsen zahlen. Allerdings ist fraglich, ob Sie auch die Inkassokosten zahlen müssen. Aus Ihrer Schilderung geht nicht hervor, dass Sie einmal vom Unternehmen ordnungsgemäß gemahnt worden sind. Sollten Sie umgezogen sein ohne Ummeldung können Sie für die Kosten der Adressuche herangezogen werden. Die Ummeldung müssen Sie vorerst nicht beweisen, vielmehr muß der Gegener die Kosten zur Auffindung darlegen.

3.Die Frage ist schon, ob Sie sich in Verzug befinden. Nach Ihrer Schilderung haben Sie zunächst keine Rechnung erhalten und jetzt nur eine unzureichende. Die Zahlung ist erst begründet, wenn Sie eine nachvollziehbare Rechnung erhalten haben. Sie sollten sich anwaltlich vertreten lassen. Alleine werden Sie wahrscheinlich keine weiteren Informationen erhalten, sondern den Mahnbescheid bekommen. Ob sich gerichtlich gegen die Forderung vorgehen läßt, muß anhand der Unterlagen geprüft werden, das ist bei dem momentanen Informationsstand nicht zu sagen.

4.Für die Tatsache, dass der stromzähler defekt war, wären Sie beweispflichtig.

Gerne empfehle ich einen Kollegen bei Ihnen vor Ort.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem Rechtsproblem weiter geholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

info@anwaeltin-heussen.de
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Nachfrage vom Fragesteller 03.01.2006 | 12:11

Sehr geehrte Frau Nina Heussen,

danke für die Antwort. Wenn Sie den Einsatz für die Anfrage bereits als gering beziffern, würden potenzielle Erfolge wohl schnell durch die Kosten aufgefressen werden.

Bitte erlauben Sie noch eine Frage: Wäre die Bezahlung der reinen Forderungen aus der Nachberechnung (also ohne Inkasso etc.) zielführend? Also in dem Sinne, dass dadurch die Grundlage für eine weitere gerichtliche Vorgehensweise entzogen wird.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 03.01.2006 | 12:48

Sehr geehrter Ratsuchender,

wenn Sie die Forderung des Energiekonzerns bezahlen, hat dieser keinen Grund mehr zu klagen.
Allerdings wird das Inkassounternehmen mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Kostenforderung bei Ihnen geltend machen.

Mit freundlichen Grüssen

Nina Heussen
Rechtsanwältin

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