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Nachtrunk

12.08.2008 11:16 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von


15:38

Ein Gast der kneipe rief die Polizei wegen angeblicher Trunkenheitsfahrt. Eine Stunde später Blutabnahme nachdem die Polizei mich aus der Kneipe eskortierte. In der Stunde 1 L Bier Bier, einer Irish Coffe mit doppeltem Whiskey 8cl und 10 cl Vodka konsummiert der sich im geparkten Auto befand. Grund Liebeskummer.

Anzeige Trunkenheitsfahrt BAK 1,34

Wie kann ich beweisen dass kein nennenswerter Alkohol vor dem Abstellen des Autos konsumiert wurde?

12.08.2008 | 12:18

Antwort

von


(1253)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
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Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:

1.

Ihre Sachverhaltsschilderung ist nicht ganz eindeutig. Ggfls. müßten Sie den Sachverhalt präzisieren.

Aufgrund Ihrer Schilderung gehe ich von folgendem Sachverhalt aus:

Sie sind mit Ihrem PKW zu der Kneipe gefahren. Zum Zeitpunkt der Fahrt hatten Sie keinen bzw. keinen nennenswerten Alkohol zu sich genommen. Getrunken haben Sie erst in der Kneipe und zwar die Alkoholmengen, die Sie genannt haben. Ein Teil des Alkohols hatte sich im abgestellten Fahrzeug befunden. Hier nehme ich an, daß sich dieser Hinweis auf den Wodka und/oder den Whiskey bezieht. Ihrer Schilderung entnehme ich, daß Sie den Alkohol in der Kneipe zu sich genommen haben.

2.

Von einem Nachtrunk spricht man, wenn der Betreffende nach der Trunkenheitsfahrt aber vor der Blutabnahme Alkohol zu sich nimmt, mit dem Ergebnis, daß eine höhere Alkoholkonzentration als ohne Nachtrunk vorliegt.

Wenn Anhaltspunkte für einen Nachtrunk bestehen, müßte geprüft und protokolliert werden, wenn der Nachtrunk stattgefunden hat. Ferner wäre zu prüfen und zu protokollieren, welche Getränke in welcher Menge im Zusammenhang mit dem Nachtrunk konsumiert worden sind. Darüber hinaus ist festzustellen, wo der Nachtrunk (Gaststätte, Fahrzeug) stattgefunden hat. Ferner müßte die Polizei Zeugen namentlich feststellen.

3.

Grundsätzlich müssen nicht Sie nachweisen, daß keine Trunkenheitsfahrt vorgelegen hat, vielmehr muß die Staatsanwaltschaft Ihnen nachweisen, daß eine Trunkenheitsfahrt vorliegt.

Besteht der Verdacht des Nachtrunks, sollten zwei Blutproben entnommen werden. Die Entnahme sollte im zeitlichen Abstand von 30 Minuten erfolgen.

4.

Zum Nachweis des Nachtrunks ist die sog. Begleitstoffanalyse entwickelt worden. D.h., Sie lassen sich dahingehend ein, Sie hätten keinen nennenswerten Alkohol, was immer Sie darunter verstehen mögen, konsumiert, als sie mit dem PKW gefahren seien und das Fahrzeug abgestellt hätten. Erst als das Fahrzeug abgestellt worden sei, hätten Sie mit dem Trinken begonnen.

Bei der Feststellung, wann der Alkohol konsumiert worden ist, ist der zeitliche Aspekt entscheidend. Jede Sprirituose hat eine charakteristische Abbaugeschwindigkeit und erlaubt eine zeitliche Bestimmung, wann der Betreffende sie zu sich genommen hat.

5.

Sie haben sich in der Kneipe eine bestimmte Zeit lang aufgehalten. Dies wird sich ggfls. durch Zeugen nachweisen lassen. Wenn ich Ihre Sachverhaltsschilderung richtig verstehe, belief sich Ihr Aufenthalt in der Kneipe auf ca. 1 Stunde, innerhalb die Sie jene Alkoholmengen zu sich genommen haben, die Sie aufgelistet hatten.

Man kann nun feststellen, ob der Alkohol, den Sie behaupten im Lokal zu sich genommen zu haben, zu einer Blutalkoholkonzentration von 1,34 Promille geführt haben kann. Wenn diese Alkoholmenge nicht für eine Blutalkoholkonzentration von 1,34 Promille ausreicht, müssen Sie also vor dem Betreten der Kneipe bereits Alkohol zu sich genommen haben. Damit stellt sich die Frage, haben Sie diese Alkoholmengen vor Antritt der Fahrt mit dem PKW oder nach dem Abstellen des Fahrzeugs vor der Kneipe konsumiert. Gibt es Zeugen, die Sie begleitet haben? Was ist mit den Alkoholika geschehen, die sich im geparkten Fahrzeug befunden haben? Haben Sie diese Alkoholika mit in die Kneipe genommen oder zu irgendeinem Zeitpunkt im Fahrzeug getrunken? Diese Punkte können von Bedeutung sein, wenn sich anhand der Begleitstoffanalyse ein für Sie negatives Ergebnis ergeben sollte. Allerdings gebe ich folgendes zu bedenken: Alkoholische Getränke enthalten neben dem Wirkstoff Alkohol auch andere aromatische Bestandteile. Diese Bestandteile haben ein unterschiedliches Abbauverhalten. Die Begleitstoffanalyse trennt die verschiedenen Bestandteile voneinander und läßt damit Rückschlüsse zu, zu welcher Zeit Alkohol getrunken worden ist. Aufgrund dieser Analyse kann man somit feststellen, wie die Aussage über den behaupteten Nachtrunk zu werten ist.

D.h., wenn die Begleitstoffanalyse für Sie negativ ausfällt, haben Sie „schlechte Karten", sich zu entlasten.

Mit freundlichen Grüßen



Gerhard Raab
(Rechtsanwalt)


Rückfrage vom Fragesteller 12.08.2008 | 12:47

Hallo der Vodka wurde im Wagen konsumiert.
Strafbefehl oder Gerichtsverhandlung?

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 12.08.2008 | 15:38

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

Die Frage, ob gegen Sie ein Strafbefehl erlassen wird oder ob es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, hängt davon ab, wie die Staatsanwaltschaft verfährt. Die Staatsanwaltschaft hat hier die Möglichkeit, zu entscheiden, ob das Strafbefehlsverfahren gewählt wird oder ob man Anklage erhebt. Wird Anklage erhoben, kommt es zu einer Gerichtsverhandlung.

Grundsätzlich empfehle ich Ihnen, einen Rechtsanwalt mit Ihrer Verteidigung in der Strafsache zu beauftragen. Der Rechtsanwalt hat die Möglichkeit, Akteneinsicht zu nehmen. Anhand der Akteneinsicht kann beurteilt werden, welche Verteidigungsmöglichkeiten bestehen.


Mit freundlichen Grüßen



Gerhard Raab
(Rechtsanwalt)

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