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Nachtragsliquidation

| 13.05.2019 18:31 |
Preis: 80,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Nachtragsliquidation

Ich bin einer von vier Mitgesellschaftern einer GmbH A. Einer unserer Co-Gesellschafter, die juristische Person GmbH B, wurde von Amts wegen wegen Vermögenslosigkeit gelöscht, obwohl auf der Aktivseite ja noch die Anteile an der GmbH A vorhanden waren. Wir prüfen daher die Möglichkeit, dass ich mich als Nachtragsliquidator (nach richterlichem Beschluss) zur Verfügung stelle, um gemäß Satzung die Anteile von der GmbH B an der A gegen Zahlung der in der Satzung definierten Abfindung einzuziehen.

Fragen:

1. Kann ich nach Beendigung des Amtes als Nachtragsliquidator von irgendeiner Partei (ehemalige Gläubiger der B, ehemaliger Gesellschafter der B etc.) haftbar gemacht werden wegen einer eventuell zu niedrigen Abfindung?

2. Wie kann die Abfindung der B zufließen, da sie ja kein Bankkonto mehr besitzt? Bzw. was passiert mit dem Zufluss, nachdem ich als Nachtragsliquidator wieder abtrete?

Viele Dank vorab.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Für die Bestellung eines Nachtragsliquidators bedarf es eines Gesellschafterbeschlusses durch die B GmbH. Dabei ist in dem Gesellschafterbeschluss festzulegen, wer zum Liquidator bestellt wird und dass die Kosten für die Nachtragsliquidation durch die B GmbH zu tragen sind.

Die B GmbH ist danach mit ausreichend Mittel auszustatten, so dass die anfallenden Kosten der Liquidation auch getragen werden können.

Hier kann auch die A GmbH eine entsprechende Deckungszusage erteilen.

Alternativ kann der Liquidator auch angewiesen werden seine Vergütung aus den Erlösen der B GmbH zu entnehmen.

Eine Haftung von Ihnen kann nur bei einem Fehlverhalten geltend gemacht werden, § 43 Abs. 1 GmbHG . Insoweit haften Sie als Liquidator wie ein Geschäftsführer. Hinsichtlich der Ermittlung des Abfindungswertes sollten Sie ein Gutachten einholen lassen. Hierbei ist ein Gutachten eines Steuerberaters ausreichend. Zur Vermeidung einer persönlichen Haftung sollte im Zweifel die Gesellschafterversammlung der B GmbH über die Höhe des Abfindungsanspruches nach Vorlage einer Bewertung entscheiden.

2. Der Abfindungsanspruch wird zunächst an den Liquidator zur Deckung seiner Kosten verwendet. Bei einer entsprechenden Regelung kann dieser Betrag von der A GmbH an den Liquidator gezahlt werden. Soweit nach Ausgleich der Kosten noch ein Erlös verbleibt, ist dieser bei Gericht zu hinterlegen oder an die Gesellschafter der B GmbH auszuschütten. Wenn möglich sollte dies über ein Notaranderkonto oder ein Rechtsanwalttreuhandkonto erfolgen. In der Regel verbleibt aber nach Ablauf der Liquidation bei der noch eine Bewertung zur erfolgen kann, kein nennenswerter Übererlös.

3. Der Antrag ist bei dem Registergericht/Amtsgericht zu stellen, bei dem die Gesellschaft zuletzt registriert war. Das Gericht wird dem Vorschlag für einen Liquidator entsprechen, außer es liegt ein Hinderungsgrund nach § 6 Abs. 2 GmbHG vor.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.05.2019 | 12:21

Hallo Herr Schröter,

zunächst vielen Dank für Ihre Antwort.

Ad 1.
"Für die Bestellung eines Nachtragsliquidators bedarf es eines Gesellschafterbeschlusses durch die B GmbH" – wie gesagt, ist die B GmbH bereits gelöscht, ein Gesellschafterbeschluss somit nicht realisierbar (unabhängig davon ist der ehemalige 100%-Gesellschafter der B nicht verfüg- oder auch nur auffindbar, da er offensichtlich das Land verlassen hat). Daher kann auch "die Gesellschafterversammlung der B GmbH über die Höhe des Abfindungsanspruches" NICHT zur Sicherheit entscheiden. Hier genau besteht das eigentliche Problem: Kann

a) der ehemalige Gesellschafter – sollte er wieder auftauchen – mich als Nachtragsliquidator haftbar machen (wenn ich sie richtig verstanden habe, langt für die Abwehr dann bereits das Gutachten eines Steuerberaters)?
b) ein beliebiger Gläubiger der B mich irgendwie belangen, solange ich Nachtragsliquidator bin oder danach?

Vielen Dank nochmals.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.05.2019 | 12:43

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Der Gesellschafter kann Sie haftbar machen, wenn er Ihnen ein konkretes und vorsätzliches Fehlverhalten nachweisen kann. Wenn im Rahmen der Nachtragsliquidation ein Gutachten über den Anteilswert vorgelegt wird und Sie entsprechend veräußern, wird eine Inanspruchnahme zwar keinen Erfolgt haben, ist aber grds. nicht ausgeschlossen. Im übrigen tritt nach Ablauf der Verjährungsfrist auch eine Verjährung eines möglichen Anspruches ein.

Ein Gläubiger wird nicht Sie, sondern die zu liquidierende Gesellschaft in Anspruch nehmen müssen. Da Sie durch Ihre Tätigkeit für die Gesellschaft nicht in direkten Kontakt mit einem Gläubiger treten, scheidet eine Handelndenhaftung vom Grundsatz her aus, so dass ich keine Anspruchsgrundlage für eine Durchgriffshaftung sehe.

Ich hoffe, dies hilft Ihnen weiter.

Mit besten Grüßen

Marcus Schröter
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14.05.2019 | 13:11

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