Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
499.757
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachtragsangebot Erdarbeiten, Bodenplatte

29.11.2012 14:22 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Hesterberg


Bei unserem Hausbau über eine Hausbaufirma ist die notwendige Gründung nach dem Ergebniss eines Bodengutachtens vom 08/2012 aufwändiger als in der Bauleistungsbeschreibung. Die Mehrkosten wurden uns nie in einem Angebot geschildert. Bei Baubeginn (11/2012) wurde durch den Bodengutachter festgestellt, dass auch diese Gründungsvariante nicht reicht und es wurde vom Statiker eine neue Gründungsvariante durchgerechnet. Uns wurden vom Statiker und Bauleiter Beträge des Mehraufwandes von ca. 3000, 4000 € gennannt und somit stimmten wir dieser Variante zu. Die Erdarbeiten wurden begonnen ohne uns vorher zu Informieren. Das Nachtragsangebot vom 10200 € (4800€ Erdarbeiten, 5400 Grundplatte) bekamen wir mit einer Bestätigungsfrist von 4 Tagen erst nach den Erdarbeiten. Nach den 4 Tagen wurde der Bau gestoppt und eine Woche später bekamen wir ein Angebot mit 1000 € Preisnachlass. Nach Einholen von Angeboten anderer Firmen kamen wir auf einen Preis von etwa 4500 € für den Mehrauwand für die Bodenplatte und 2000 € für Erdarbeiten.
Lohnt es sich zeitlich (etwa 1000 € jetzige Miet- und Kreditkosten) und in Betracht der Erfolgsaussichten für ein ortsübliches Preisangebot zu klagen? Können die Tage im Baustopp auch der 6 monatigen Bauzeitgarantie angerechnet werden?

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Wenn Sie im Vertrag vereinbart haben, dass für die Ausführung des Bauvorhabens die technischen Bestimmungen der VOB und alle bestehenden DIN-Vorschriften maßgebend sind, dann wird hier sehr wahrscheinlich ein Baumangel vorliegen; gleiches gilt beim sonstigen alleinigem Eingreifen des BGB.

Denn der Bauträger muss sicherstellen, dass eine den Bodenverhältnissen entsprechende Gründung gewählt wurde, durch die die Bauwerkskräfte sicher in den Baugrund abgeleitet werden können, vgl. z. B. Bundesgerichtshof (BGH), Urteil vom 8. März 2012, Az. VII ZR 116/10; auch BGH Urteil vom 07.03.2002, Aktenzeichen:, VII ZR 1/00: „Die höhere Gründung des Hauses ist ein Mangel, weil sie von der vertraglich vereinbarten Ausführung abweicht und den nach dem Vertrag vorausgesetzten Gebrauch einschränkt. […]").

Sie haben dadurch voraussichtlich einen Anspruch auf Nacherfüllung/-besserung.

Verlangen Sie als der Besteller Nacherfüllung, so kann der Unternehmer nach seiner Wahl den Mangel beseitigen oder ein neues Werk herstellen.

Der Unternehmer hat die zum Zwecke der Nacherfüllung erforderlichen Aufwendungen, insbesondere Transport-, Wege-, Arbeits- und Materialkosten zu tragen.

Haben Sie jedoch einem Nachtragsangebot von 3.000,- - 4.000,- € schon rechtsverbindlich zugestimmt (hier unter Zeugen), ist dieses maßgeblich.

Aber:
Für alles Weitere können Sie aber nicht mehr haftbar gemacht werden.

Im Übrigen kam das Nachtragsangebot zu spät.
Für den Baustopp sind Sie sich nicht verantwortlich und darf zeitlich nicht zu Ihren Lasten gehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Daniel Hesterberg, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2012 | 16:13

Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich habe allerdings das Gefühl, dass ich unseren Bauvertrag etwas genauer erleutern muss, damit ihre Antwort mir in Bezug auf die erste Frage weiterhelfen kann.

In unserer Bauleistungsbeschreibung vom Haus ist eine Bodenplatte (15 cm Stärke usw.) von uns gekauft worden, mit deren Erstellung aufgrund des Baustopps noch nicht angefangen wurde. Nur die Erdarbeiten, inklusive deren Mehraufwand wurden durchgeführt. Der Mehraufwand (10 cm mehr Bodenplattenstärke, aufwändigere Erdarbeiten usw.) muss von uns zusätzlich gekauft werden. Dafür haben wir auch mündlich 3000, 4000 € abgesegnet. Das man bei einem "schlechten Boden" mehr für die Bodenplatte ausgeben muss geht aus der Bauleistungsbeschreibung hervor und war uns von Anfang an klar. Meine Frage war ja letztendlich, ob es zu klagen lohnt, wenn der Hausbauer für notwendige zusätzliche Leistungen etwa 40% höhere Preise als die ortsüblichen verlangt bzw. im Falle der zusätzlichen Erdarbeiten sogar im nachhinein verlangt.

Ich wünsche Ihnen auch einen schönen Tag

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2012 | 20:31

Sehr geehrte(r) Ratsuchende(r),

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich gerne wie folgt beantworte:

In Ordnung, dann müsste man aber mal den gesamten Vertrag rechtlich eingehend durchleuchten.

Im Übrigen gilt:
Nur wenn die Höhe der Vergütung nicht bestimmt ist, so ist bei dem Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die (orts-)übliche Vergütung als vereinbart anzusehen, § 632 BGB.

Da Sie aber nur 3.000,- bis 4.000,- € abgesegnet hatten, würde ich diese auch nur anbieten, alles andere war nicht (mündlich) abgesprochen und liegt nicht im Rahmen der ortsüblichen Vergütung.

Insofern ist dieses durchaus relevant und einwendbar.

Ich hoffe, Ihnen damit weitergeholfen zu haben und wünsche Ihnen noch einen schönen Tag.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 29.11.2012 | 15:14

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Sie sollten auch die 1000 € jetzigen Miet- und Kreditkosten rechtlich weiterverfolgen.

Nehmen Sie sich einen Anwalt Ihrer Wahl; die Anwaltskosten können als (Verzugs-)Schadensersatz mit verlangt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Hesterberg
Rechtsanwalt


Wir
empfehlen

Die Anwalt Flatrate

Sie sind als Bauherr oder Immobilienverkäufer den ganzen Tag mit den Umbau- und Umzugsplänen beschäftigt?

Mehr Informationen
FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 64106 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Rechtsanwalt war sehr Kompetent! Er hat mir sehr geholfen. Ich kann ihn nur weiter empfehlen! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles war für mich in Ordnung. Schnell und in einer verständlichen Ausdrucksart. Super - so soll es sein. Danke ! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Meine Frage wurde ausführlich beantwortet und es wurde eine neue Möglichkeit aufgezeigt, diesen "Fall" evtl zu lösen. Vielen Dank dafür ...
FRAGESTELLER