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Nachträgliche Neubewertung einer Teilprüfungsleistung an Hochschule

| 26.09.2021 23:37 |
Preis: 32,00 € |

Schule, Hochschule, Prüfungen


Beantwortet von


Die Ausgangssituation
===

- Prüfungsleistung in einem Master-Hochschulkurs besteht aus der Bewertung von Übungsblättern in Gruppen und einer mündlichen Prüfung zu den Kursthemen
- Meine Gruppe erhält als Gruppe volle Punktzahl über alle Übungsblätter, die mündlichen Prüfungen laufen auch sehr gut, und eine sehr gute Gesamtnote wird protokolliert und mitgeteilt

Die Ankündigung der Neubewertung
===

- Einige Wochen später werden wir vom Professor, der den Kurs leitet, per E-Mail informiert, dass eine Neubewertung des letzten Übungsblattes gemacht werden müsse
- Grund sei, dass in dem letzten Übungsblatt möglicherweise nicht alle in der Gruppe in gleichem Maße beteiligt gewesen wären und dies fälschlicherweise vom Tutor bei der Bewertung nicht erkannt worden sei
- Außerdem erhalten wir die Aufforderung alle eigenen Arbeitsanteile schriftlich zu schildern und zu belegen (Dabei war genau eine solche Auflistung in der Übungsblatt-Abgabe bereits enthalten)
- Zu diesem Zeitpunkt waren Teile der Gruppe nicht mehr zu erreichen (Später stellte sich heraus, dass diese sich kurz zuvor beschwert hatten)
- Vorschlag den Sachverhalt in einer gemeinsamen Besprechung zu klären oder zu besprechen, wurde durch den Professor ignoriert

Erkenntnisse über die Beschwerde
---

- Beschwerende klagen darüber, dass sie in jeder Gruppenarbeit immer fast alles alleine machen
- Wahrnehmung der übrigen Gruppenmitglieder war, dass die sich Beschwerenden sich nicht an die Absprachen zur Aufgabenteilung hielten
- So kam es in mehreren Fällen dazu, dass Teile des Übungsblattes schon erledigt worden waren, ohne dies zu kommunizieren, sodass die dafür zuständige Person ihre begonnene oder fertiggestellte Arbeit nicht mehr einbringen konnte
- Laut dem Professor könnten nachträglich bekannt gewordene Gruppenprobleme nicht berücksichtigt werden

Anfrage an Rechtsstelle
---

- Antwort: Sollte erstmal über den zuständigen Prüfungsausschuss geklärt werden

Nach der Übermittlung der Arbeitsanteile
===

- Nachfrage unsererseits, als nach einem Monat noch nichts damit passiert ist
- Daraufhin sollen wir Arbeitsanteile erneut übermitteln und umfassender belegen
- Anfrage nach Gesprächstermin mit Professor wird erneut ignoriert

Die Neubewertung
===

- Originale Punktzahlen lagen für ganze Gruppe bei 100%
- Neubewertete Punktzahlen der Betroffenen liegen exakt bei 50%, 25% und 0% (Wirkt nicht basiert auf den nachvollziehbaren Angaben über die Leistungen, eher willkürlich)
- Großer Einfluss auf die Gesamtnote
- Nur die neuen Noten wurden eingetragen ohne Prüfungsausschuss über Neubewertung zu informieren

Einzelgespräche im Anschluss
---

- Es wird deutlich, dass der Professor sich in seiner Ansicht eines strukturellen Problems mit Betrügern in Prüfungen bestätigt fühlt
- Der Professor vergleicht uns mit Trittbrettfahrern, Leuten die zu Unrecht Geld erhalten hätten, Leuten die bei einem Wettlauf stolpern und wieder zum Start zurückgehen und Noten seien kein ansteckendes Virus

Einspruch beim Prüfungsausschuss
---

- Ausführlichen Antrag mit Beleuchtung aller hier geschilderten Hintergründe gestellt
- Nach zwei bis drei Monaten Nachfrage, wann es einen Bescheid gibt, wenig später postalischer Bescheid
- In juristischen Formulierungen wird sich auf das Verwaltungsverfahrensgesetz bezogen, dass zu Unrecht ein erheblicher rechtlicher Vorteil entstanden sei, und kein milderes Mittel gegeben sei
- Auf den Antrag oder den Fall selber wird nicht eingegangen

Widerspruch beim Prüfungsausschuss
---

- Widerspruch beim Prüfungsausschuss mit Vorschlag, dass auch Lösungen wie erneute Erbringung und Bewertung der umstrittenen Teilprüfungsleistung zur Klärung akzeptabel wären
- Über ein halbes Jahr später ist ziemlich sicher, dass der Prüfungsausschuss keine zufriedenstellende Lösung ohne Einwilligung des Professors anbieten kann
- Der Professor bleibt stur und bietet allenfalls den kompletten Kurs mit allen Prüfungsleistungen erneut zu machen

---

Ich würde mich über eine juristische Einschätzung zu dem Fall freuen.
Mich interessiert vor allem, ob es bei einem mir so fragwürdig vorkommenden Vorgehen von Seiten des Professors juristische Ansatzpunkte gibt, die Rückgängigmachung dieser Neubewertung einzuklagen.
Den Glauben an eine Klärung (geschweige denn in akzeptabler Zeit) innerhalb der Hochschule habe ich verloren.
Vielen Dank dafür, dass Sie sich die Zeit nehmen.

28.09.2021 | 13:56

Antwort

von


(809)
Stedinger Str. 39a
27753 Delmenhorst
Tel: 04221-983945
Web: http://www.drseiter.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Die Bekanntgabe der Noten ist ein Verwaltungsakt. Dieser kann nicht so einfach geändert werden - von keiner Seite. Hier haben Sie, so wie ich das verstehe, eine schlechtere Bewertung erhalten. Während die anderen Einspruch eingelegt haben, hätte deren Not geändert werden dürfen, nicht aber Ihre.

Beachten Sie aber bei einer Klage die Frist. Warten Sie nicht zu lange und lassen dies alles unter Vorlage von Unterlagen von einem Anwalt prüfen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Dr. Corina Seiter
Fachanwältin für Familienrecht, Fachanwältin für Strafrecht

Rückfrage vom Fragesteller 28.09.2021 | 18:52

Sehr geehrte Frau Seiter,

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Somit scheint eine Beschäftigung mit dem weitergehendem Vorgehen im Details nicht notwendigerweise erforderlich zu sein, da bereits die vorgenommene Korrektur des Verwaltungsaktes bei angenommener Rechtmäßigkeit nicht legal war (Es sei denn der originale Verwaltungsakt wäre nicht rechtmäßig gewesen).

Als optionale Präzisierung meiner Anfrage in Bezug auf Ihre Antwort:
- Als Ergebnis der betreffenden Teil-Prüfungsleistung erhielten alle Gruppenmitglieder als Gruppe die volle Punktzahl.
- Aufgrund eines nachträglichen Feedback-Gesprächs zum Kurs, in dem Unmut über die Gruppenarbeit geäußert wurde, strebte der Professor dann eigenständig einen Neubewertungsprozess an, der nicht von mir oder anderen Gruppenmitgliedern beantragt wurde, und vom Professor als alternativlos dargestellt wurde.
- Die Begründung war, dass wir irrtümlicherweise / fälschlicherweise ("Tutor könnte Fehler bei Bewertung unterlaufen sein") als Gruppe so bewertet worden wären, und er verpflichtet sei, Hinweisen nachzugehen.

Wie in meiner Schilderung im Abschnitt "Einspruch beim Prüfungsausschuss" ersichtlich, wurde erst im Nachgang die Korrektur des Verwaltungsaktes gerechtfertigt oder bescheinigt:
- Dies wurde mit dem Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG) § 48 "Rücknahme eines rechtswidrigen Verwaltungsaktes" Absätze 1 und 4 begründet

---

Meine Nachfrage:
Aus Ihrer Antwort ist für mich noch nicht klar, warum in Ihrer Einschätzung offenbar diese rechtliche Möglichkeit der Rücknahme eines Verwaltungsaktes bei der "unrechtmäßigen" Erlangung eines "erheblichen rechtlichen Vorteils" nicht greift.
Können Sie mir dies bitte begründen bzw. präzisieren?

Vielen Dank für Ihre Mühe und viele Grüße

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.09.2021 | 21:58

Genau, die Begründung wäre, dass ein rechtswidriger Verwaltungsakt erlassen worden wäre.

Laut OVG NRW gilt: Gerade bei Prüfungsentscheidungen sei im Rahmen der Ermessensentscheidung der Vertrauensschutz des Prüflings besonders zu gewichten. Dieser Vertrauensschutz wachse in der Regel mit dem Zeitablauf zwischen Prüfung und Rücknahmeentscheidung. Eine Abänderung (zum Nachteil) verstosse zudem gegen Treu und Glauben. der Prüfling muss nach Bekanntgabe der Note davon ausgehen dürfen, dass diese durch richtige Ermessensausübung erteilt worden ist.

Ob dies für eine aussichtsreiche Klage ausreichend ist, kann nur direkt am Fall geprüft werden.

Bewertung des Fragestellers 28.09.2021 | 22:32

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Nachdem mehrere andere Anwälte aufgrund der Komplexität des Falls oder der Kategorie Hochschulrecht, eine Erhöhung der angebotenen Entlohnung vorschlugen, reduzierte Frau Seiter den geschilderten Fall auf einen Verwaltungsakt.
Ihre initiale Antwort war inhaltlich knapp, aber legte auf verständliche Weise einen Ansatzpunkt dar, der in Aussicht stellt den Fall schon auf Ebene von Verwaltungsverfahren klären zu können.
Auf meine ausführliche Rückfrage aufgrund der Unklarheit wie die juristische Rechtfertigung in dem Fall mit Ihrer Antwort zusammenspielt, erhielt ich sehr zeitnah eine zufriedenstellende Antwort mit Verweis auf gängige Rechtssprechung.

Vielen Dank und Grüße aus Norddeutschland

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BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 28.09.2021
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Nachdem mehrere andere Anwälte aufgrund der Komplexität des Falls oder der Kategorie Hochschulrecht, eine Erhöhung der angebotenen Entlohnung vorschlugen, reduzierte Frau Seiter den geschilderten Fall auf einen Verwaltungsakt.
Ihre initiale Antwort war inhaltlich knapp, aber legte auf verständliche Weise einen Ansatzpunkt dar, der in Aussicht stellt den Fall schon auf Ebene von Verwaltungsverfahren klären zu können.
Auf meine ausführliche Rückfrage aufgrund der Unklarheit wie die juristische Rechtfertigung in dem Fall mit Ihrer Antwort zusammenspielt, erhielt ich sehr zeitnah eine zufriedenstellende Antwort mit Verweis auf gängige Rechtssprechung.

Vielen Dank und Grüße aus Norddeutschland


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