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Nachträgliche Gläubigerforderung in Privatinsolvenz

| 12.09.2018 15:54 |
Preis: 25,00 € |

Insolvenzrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Henning


Guten Tag,

ich befinde mich seit November 2012 in Privatinsolvenz und zur Zeit in der Wohlverhaltensphase.

Jetzt habe ich allerdings Kenntnis von einer Forderung erlangt, die nicht im Gläubigerverzeichnis aufgeführt ist und die mir gar nicht bekannt war. Die Forderung stammt von einem Onlinekauf aus dem Jahr 2005 und wurde an ein Inkassounternehmen übergeben. Ich kann mich nicht erinnern ob die Forderung damals beglichen oder evtl. tituliert wurde, da das Konto von damals nicht mehr existiert. Aufgefallen ist das Ganze auch erst als ich wieder bei dem Onlinehändler bestellt habe und mir mitgeteilt wurde das noch eine Forderung in Höhe von ca. 70€ besteht.

Meine Fragen:

- Was würde passieren wenn ich die Forderung noch anmelden würde? Könnte das zur Versagung der Restschuldbefreiung führen?
- Wenn ich die Forderung nicht anmelde und die Restschuldbefreiung erteilt wurde, betrifft das auch die nicht angemeldete Forderung oder kann der Gläubiger noch nachträglich Nachteile gegen mich erwirken?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


Da Sie sich in der Wohlverhaltensphase befinden, kann der neu bekannt gewordene Gläubiger seine Forderung nicht mehr zur Tabelle anmelden. Die fehlende Berücksichtigung des Gläubigers kann anders herum aber auch nicht (mehr) zu einer Versagung der Restschuldbefreiung führen, da dies einen entsprechenden Antrag erfordert, der nach alter (für Sie maßgeblicher) Rechtslage spätestens im Schlusstermin hätte gestellt werden müssen. Schließlich wäre die Forderung wohl auch nicht zur Tabelle festgestellt worden, da sie, sofern eine Titulierung nicht nachgewiesen worden wäre, verjährt ist.

Wird die Restschuldbefreiung erteilt, so gilt das für alle Insolvenzforderungen, sprich alle Forderungen, die spätestens am Tag vor der Eröffnung des Insolvenzverfahrens entstanden sind. Die nun bekannt gewordene Forderung wäre daher auch erfasst. Allerdings könnte der Gläubiger eine Schadensersatzforderung gegen Sie aus dem Grund haben, dass die Forderung nicht gemeldet wurde, und diese Schadensersatzforderung als Neuforderung wäre nicht von der Restschuldbefreiung erfasst. Ein solcher Schadensersatzanspruch erfordert aber ein Verschulden, welches ich hier nicht erkennen kann.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 14.09.2018 | 07:23

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Also sehe ich das richtig das es im Prinzip nicht nötig, evtl. sogar gar nicht möglich ist die Forderung zu melden, vor allem da der Gläubiger scheinbar kein Interesse an einer Beitreibung hat (mein Kundenkonto wurde nur gesperrt, ansonsten wurden keine weiteren Maßnahmen eingeleitet)? Oder sollte ich es dem Insolvenzverwalter trotzdem mitteilen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 14.09.2018 | 16:01

Hallo

und vielen Dank für Ihre Nachfrage, die mich parallel auch per E-Mail erreichte, die ich aber der Übersichtlichkeit halber gerne auf dieser Plattform beantworten möchte.

Nachdem angabegemäß der Schlusstermin bereits stattgefunden hat und das Insolvenzverfahren aufgehoben wurde, ist in der Tat eine Teilnahme des Gläubigers am Insolvenzverfahren nicht möglich und damit eine Nachmeldung an sich nicht geboten. Nur um der beschriebenen Möglichkeit, dass der Gläubiger seine Nichtteilnahme zum Anlass nehmen könnte, eine neue Forderung geltend zu machen, entgegenzuwirken, sollte der Gläubiger dennoch dem Insolvenzverwalter mitgeteilt werden. Eine Gefahr hierdurch sehe ich nicht, da nach altem Recht insbesondere ein Versagungsantrag nicht mehr gestellt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Henning
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 14.09.2018 | 17:27

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