Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Nachträgliche Gesamtstrafenbildung


29.07.2005 16:26 |
Preis: ***,00 € |

Strafrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Stefan Steininger



Ist die nachträgliche Gesamtstrafenbildung möglich, wenn die neue Gesamtstrafe aus einer schon vollstreckten Strafe besteht und einer Bewährungsstrafe, die aber während der Haftzeit nicht widerrufen wurde? Bewährungsstrafe 8 Monate vom 16.04.98 Landgericht Hamburg. Schon verbüßte Strafe in Höhe von 15 Monaten vom 04.04.2001. Verbüßt (voll) von 2002 bis 2003. Die neue Gesamtstrafe soll 16 Monate betragen, zzgl. 6 Monate als Einzelstrafe aus dem Urteil vom 04.04.2001. Diese Einzelstrafe habe ich aber schon verbüßt innerhalb der 15 Monate. Ein Widerruf der Bewährungsstrafe von 1998 ist während der Haftzeit 2002 vom Landgericht Berlin wegen rechtlicher Mängel abgelehnt worden. Zum Haftantritt bin ich 2002 aus der Schweiz unter Spezialitätenvorbehalt ausgeliefert worden.
Ist es überhaupt jetzt noch möglich die Bewährungsstrafe zu widerrufen, bzw. in eine neue Gesamtstrafe packen. Muss ich die 6 Monate noch einmal verbüßen?
Herzliche Grüße

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrte Fragestellerin,
sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage, diese möchte ich an Hand Ihrer Angaben wie folgt beantworten:

Sofern die Strafe bereits vollstreckt wurde, ist eine nachträgliche Gesamtstrafenbildung gesetzlich ausgeschlossen:

§ 55 StGB: Nachträgliche Bildung der Gesamtstrafe
(1) Die §§ 53 und 54 sind auch anzuwenden, wenn ein rechtskräftig Verurteilter, bevor die gegen ihn erkannte Strafe vollstreckt, verjährt oder erlassen ist, wegen einer anderen Straftat verurteilt wird, die er vor der früheren Verurteilung begangen hat. Als frühere Verurteilung gilt das Urteil in dem früheren Verfahren, in dem die zugrundeliegenden tatsächlichen Feststellungen letztmals geprüft werden konnten.
(2) Vermögensstrafen, Nebenstrafen, Nebenfolgen und Maßnahmen (§ 11 Abs. 1 Nr. 8), auf die in der früheren Entscheidung erkannt war, sind aufrechtzuerhalten, soweit sie nicht durch die neue Entscheidung gegenstandslos werden. Dies gilt auch, wenn die Höhe der Vermögensstrafe, auf die in der früheren Entscheidung erkannt war, den Wert des Vermögens des Täters zum Zeitpunkt der neuen Entscheidung übersteigt.


Ist die Bewährungszeit der Strafe ohne Widerruf abgelaufen, wird Ihnen die Straf vom Gericht erlassen (§56 g StGB).

Ist dies geschehen, käme die nachträgliche Gesamtstrafenbildung wegen des Erlasses nicht mehr in Betracht.

Sollte die Bewährungszeit aber noch laufen und ein Erlass nicht erfolgt sein, könnte eine Gesamtstrafe gebildet werden. Ein Widerruf der Bewährung wäre dann auch möglich.

Grundsätzlich müssen Sie eine verbüßte Freiheitsstrafe nicht noch einmal absitzen.

Allerdings erscheinen im Hinblick auf den Zeitablauf und die Strafen hier doch einige komplizierte Konstellationen gegeben zu sein. Daher rate ich, einen Strafverteidiger vor Ort aufzusuchen und sich von diesem – unter Vorlage aller Unterlagen und Urteile – beraten zu lassen.

Ich hoffe, Ihre Frage umfassend und zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet zu haben. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanke ich mich recht herzlich. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.


Mit freundlichen Grüßen


Stefan Steininger
Rechtsanwalt

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER