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Nachträgliche Eintragung der Mutter ins Grundbuch


25.11.2015 12:34 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Liubov Zelinskij-Zunik, M.mel.


Zusammenfassung: Schenkung einer Immobilie: Kind an Eltern


Hallo!

Mit Kaufvertrag vom 16.03.2014 habe ich eine immer noch im Bau befindliche Immobilie erworben. Die Abnahme der Immobilie soll zum 31.03.2016 erfolgen. Bis dahin soll auch der gesamte Darlehensbetrag verbraucht werden und dem Verkäufer zugeflossen sein.

Der Kaufpreis wird von mir und meiner Mutter finanziert. Das heißt wir haben BEIDE ein gemeinsames Darlehen aufgenommen. Kaufpreis der Immobilie beträgt EUR 243.000. Finanziert werden EUR 212.000.

Im Grundbuch bin lediglich ich eingetragen, so dass ich alleiniger Eigentümer dieser Wohnung sein werde.

Nun möchte ich entweder:

a) meine Mutter nachträglich mit 50% oder mehr % ins Grundbuch eintragen lassen
b) als alleinige Eigentümerin eintragen lassen.

Dass Notar- und Grundbuchkosten anfallen, weiß ich.

Welche steuerlichen Auswirkungen würde dieser Vorgang auslösen?

In meinen Augen würde es sich um eine Schenkung handelt auf die das ErbStG anzuwenden wäre.

GrErwSt würde meines Erachtens nicht mehr anfallen oder doch?

Können Sie mir sagen
Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:



1. In meinen Augen würde es sich um eine Schenkung handeln auf die das ErbStG anzuwenden wäre.
Ja, das ist korrekt, § 7 Absatz 1 Nr. 1 Satz 1 ErbStG. Die Höhe der Freibeträge richtet sich nach § 16 ErbStG. Bei der Überlegung, welcher Anteil übertragen wird, soll man auf die Freibeträge achten. Falls Ihre Mutter z. B. die Steuerklasse I hat, beträgt der Freibetrag 100 000 Euro, also steuerfrei wäre weniger als 50% Anteil
2. GrErwSt würde meines Erachtens nicht mehr anfallen
Auch richtig, § 3 Nr. 2 GrEStG.
3. Welche steuerlichen Auswirkungen würde dieser Vorgang auslösen?
Bis auf die oben genannte keine
Für 1-3: der Umstand, dass Ihre Mutter zu Hälfte Darlehensnehmerin ist, spielt für Ihr Vorhaben keine Rolle.
Nur als Hinweis (da das nicht Gegenstand Ihrer Frage war) im Falle , wenn die von Ihnen geplante Vorgehensweise – über den Freibetrag- hinausgehende Steuer verursacht:
Wenn es Ihnen darum geht, die Absicherung für Ihre Mutter zu schaffen (das sie ihr Geld, das sie für Darlehen bezahlt hat zurück bekommt), brauchen Sie nicht den Anteil zu veräußern, sondern für die Mutter eine Grundschuld einzutragen.




Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 25.11.2015 | 14:42

Vielen Dank für die schnelle Antwort:

damit verbunden habe ich ein paar Nachfragen -

a) der Freibetrag wird nur einmal gewährt?
b) der Freibetrag reduziert nicht zum relativen Schenkungswert des Eigentums (40% von 243 TEUR werden übertragen, also dürfen auch nur 40% des Freibetrags gewährt werden?)
c) ist eine etappenweise Schenkung möglich?

Besten Dank!
VG
MT

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 25.11.2015 | 17:54


Sehr geehrte Fragestellerin,
gerne beantworte ich Ihre Nachfragen:
a) der Freibetrag wird nur einmal gewährt?
Nein, Sie können innerhalb von 10 Jahren mehrere Schenkungen tätigen, wichtig ist, dass der Freibeitrag durch die Addition der Einzelbeträge nicht erreicht wird:
§ 14 ErbStG
Berücksichtigung früherer Erwerbe
(1) Mehrere innerhalb von zehn Jahren von derselben Person anfallende Vermögensvorteile werden in der Weise zusammengerechnet, dass dem letzten Erwerb die früheren Erwerbe nach ihrem früheren Wert zugerechnet werden."
Wenn Sie aber schon mit einer Schenkung den Freibetrag erreichen, müssen Sie 10 Jahre warten, bis Sie den nächsten Freibetrag nutzen können.

b) der Freibetrag reduziert nicht zum relativen Schenkungswert des Eigentums (40% von 243 TEUR werden übertragen, also dürfen auch nur 40% des Freibetrags gewährt werden?)
Nein, alle 100 % des Freibetrages dürfen genutzt werden.

c) ist eine etappenweise Schenkung möglich?
Ja, aber dadurch werden Sie nur dann im Sinne der Schenkungssteuer profitieren, wenn zwischen Schenkungen 10 Jahre liegen.

Freundliche Grüße
Zelinskij

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