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Nachträglich Probearbeitstag vereinbaren oder nach ersten Arbeitstag kündigen?

| 17.09.2017 16:17 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


Guten Tag,

ich habe ein paar Fragen zur richtigen Vorgehensweise zu meiner Kündigung nach dem ersten Arbeitstag.

Vor einigen Wochen hatte ich mein Vorstellungsgespräch zu einem 450-€-Job/Werkstudentenjob. Ich schreibe beides rein, da beide Optionen an dem Tag noch offen waren. Jedoch denke ich, dass es eher zur Werkstudentenstelle gekommen wäre (falls das relevant ist). Den Tag darauf erhielt ich einen Anruf, ob ich den Job annehmen würde, was ich zusagte. Daraufhin wurde mir ein Termin genannt an dem ich angenommen habe, meinen ersten Arbeitstag zu haben (da nichts näher dazu gesagt wurde) und ich meinen Vertrag unterschreiben würde.

Seitdem war von beiden Seiten kein Kontakt mehr da.

Als ich vor kurzem zu meinem ersten Arbeitstag angetreten bin, hatte ich eine Ansprechpartnerin die mich Einwies, jedoch keinerlei Unterlagen oder Zugänge. Meine weiteren eingeteilten Arbeitszeiten für die nächsten zwei Wochen wurden mir mitgeteilt.

Während der Unterweisung habe ich festgestellt, dass ich mein Arbeitsverhältnis dort nicht fortsetzten möchte.

Zu meinen Fragen:

Könnte ich nachträglich mit dem Unternehmen vereinbaren, dass es nicht als erster Arbeitstag, sondern als Probearbeitstag betrachtet wird? Hier wäre dann ja auch keine Kündigung von Nöten, oder? Ich will keine Bezahlung, sondern das ganze nur schnellstmöglich und so unkompliziert wie möglich klären.

Sollte dies nicht gehen oder der Arbeitgeber es nicht wollen, welche Frist müsste ich bei der Kündigung beachten? Da ich keinen Arbeitsvertrag vorliegen habe greifen ja die gesetzlichen Fristen. Mündlich wurde aber auch nie eine Probezeit erwähnt. Kann ich trotzdem von einer Probezeit ausgehen und innerhalb von zwei Wochen kündigen?

Könnte ich den Arbeitgeber fragen (sollte die Kündigung nötig sein), ob ich trotzdem keine der weiteren Arbeitstage erscheinen muss? Da sie sich so weiteren aufwand bezüglich der Anfertigung von Unterlagen und Zugängen sparen können?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen
17.09.2017 | 18:35

Antwort

von


(38)
Schwerinstraße 13
40477 Düsseldorf
Tel: + 49 211 233 956 70
Web: http://www.commari.de
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Lieber Fragesteller.

vielen Dank für Ihre Frage. Ich empfehle Ihnen Folgendes:

1. Bitte kontaktieren Sie Ihren Arbeitgeber und sagen, dass Sie von einem Schnupperarbeitsverhältnis ausgehen. Für die Möglichkeit sich darauf zu berufen, spricht die bloße Einweisung.

Dabei sollte man klarstellen, dass kein Arbeitsverhältnis entstanden ist.

2. Sieht der Arbeitgeber das anders, könnte man vor Arbeitsbeginn kündigen.

3. Die 2-Wochen für die Probezeit gelten grds. nur, wenn diese vereinbart sind. Hier ist noch keine Probezeit vereinbart. Das wäre noch ein Ausweg, wenn die Argumentation zu 1. nicht vom Arbeitgeber akzeptiert wird.


Rechtsanwalt Dr. Lars Maritzen LL.B MLE

Nachfrage vom Fragesteller 17.09.2017 | 19:10

Sehr geehrter Herr Dr. Maritzen,

hier hätte ich noch eine Verständnisfrage zu zweitens. Wenn der Arbeitgeber das anders sieht, also nicht als Schnupperarbeitsverhältnis/Einfühlungsverhältnis sehen wird. Würde er ja meinen schon geleisteten Arbeitstag als normalen Arbeitstag ansehen, wie könnte ich dann vor meinem Arbeitsverhältnis kündigen?

In diesem Falle müsste ich hier dann (da hier keine Probearbeitszeit ausgemacht wurde, wie sie erwähnt haben) mit der normalen vier Wochenfrist kündigen, da ich heute meine Kündigung nicht mehr schicken kann würde der 15. damit wegfallen und ich könnte erst zum Ende des nächsten Monats kündigen. Oder sehe ich hier etwas falsch?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 17.09.2017 | 21:06

Liebe Fragestellerin,

also: Das sehen Sie soweit richtig. Wenn ein Arbeitsvertrag zustande gekommen wäre (was auch mündlich möglich ist), dann gilt die Frist gemäß 622 Abs. 1 BGB: 4 Wochen zum Monatsletzten, genau richtig, da eine Probezeit hier nicht vereinbart ist und man nicht auf die diesbezügliche Frist abstellen kann. Die Kündigung hat schriftlich zu erfolgen (623 BGB). Alternativ ist auch ein Aufhebungsvertrag möglich.

Wie Sie vielleicht gesehen haben, ist die Grenze zwischen einem Einfühlungsverhältnis und einem Arbeitsvertrag fließend. Entscheidend ist, welche Rechte und Pflichten vereinbart wurden. Für einen Arbeitsvertrag spricht, dass Sie die nächsten Arbeitstermine bereits ausgemacht haben und die Erbringung ihrer Arbeitsleistung damit entsprechend versprochen haben. Dagegen und für Einfühlungsverhältnis spricht, dass Sie am ersten Tag lediglich den Betrieb kennengelernt haben und lediglich die Voraussetzungen für eine mögliche, künftige, Zusammenarbeit gelegt haben. Ich sehe da rechtlich Raum, dass Sie gegenüber dem Arbeitgeber erklären, dass Sie von einem Einfühlungsverhältnis ausgehen und daher keine Rechte und Pflichten entstanden sind. Aus Dokumentationsgründen erklären Sie das bitte kurz schriftlich und bitten Sie um eine kurze Rückbestätigung durch den Arbeitgeber. Erfolgt die Bestätigung, ist nichts weiter zu veranlassen.

Ich hatte die Empfehlung so aufgebaut, da ich mich nach ihrer Beschreibung gefragt habe, ob der Arbeitgeber in ihrem Fall ein so großes Interesse an der Erbringung der Arbeitsleistung hat und auf die Erbringung der Arbeitsleistung besteht, wenn er weiß, dass Sie dann ohnehin mit gesetzlicher Frist von vier Wochen kündigen. Ob das so ist, kann ich aber natürlich mangels Kenntnis des Arbeitgebers nicht abschließend beurteilen.

Sollte er sich nicht darauf einlassen, müssen mit einer Frist von vier Wochen kündigen.

Ich hoffe, dass diese Antwort meine Empfehlung verdeutlicht und Ihnen geholfen hat.

Bei weiteren Fragen schreiben Sie mir gerne auch über die Kanzleiadresse.

Beste Grüße,
Lars Maritzen

Bewertung des Fragestellers 22.09.2017 | 10:51

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