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Nachteile beim gemeinsamen Sorgerecht?


| 16.10.2007 20:33 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

seit April 2007 habe ich eine Tochter und bereits seit September 2006 war klar, dass die Beziehung mit der Mutter nicht weiter besteht. Weil die Mutter aus Ukraine stammt, wenig deutsch spricht und sich nicht mit dem deutschen System auskennt, habe ich mit ihr vereinbart, dass sie so lange bei mir bleiben kann/soll, bis das Kind in Ruhe geboren ist. Nun geht es bald darum, dass sie über das Wohnungsamt eine Wohnung sowie über das Arbeitsamt Arbeitslosengeld 2 beantragen soll.
Bisher hat die Mutter auch zugestimmt, dass ich ebenfalls das Sorgerecht bekomme (wir waren nicht verheiratet), momentan hat sie das alleinige Sorgerecht. Mir ist klar, dass ich sowohl dem Kind gegenüber zu Unterhaltszahlungen verpflichtet bin, als auch gegenüber der Mutter bis zum dritten Geburtstag des Kindes, sobald sie nicht mehr bei mir wohnen. Das ist auch OK.

Meine Frage ist:
Entstehen mir irgendwelche weiteren Verpflichtungen oder Nachteile, z. B. gegenüber der Mutter, wenn wir das gemeinsame Sorgerecht haben?
Entstehen der Mutter Nachteile z. B. bei Wohnungsamt oder ALG2, wenn sie nicht das alleinige Sorgerecht hat (Nachteile, die dann wieder auf mich zurückfallen können)?


Mit freundlichen Grüßen

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Sehr geehrter Ratsuchender,


Ihre gut nachvollziehbare Fragestellung lässt sich in groben Zügen beantworten wie folgt:

1.
Wie Ihnen bekannt ist, sieht der gesetzliche Regelfall bei nicht verheirateten Eltern die Alleinsorge der Mutter gemäß § 1626a Abs. 2 BGB für das Kind vor, wenn keine gemeinsame Sorgeerklärung, und damit auch kein Einverständnis der Mutter vorliegt.

Im Falle des gemeinsamen Sorgerechts ergeben sich in unterhaltsrechtlicher Hinsicht unmittelbar keine Unterschiede.

Allerdings ist zu bedenken, dass immer derjenige barunterhaltspflichtig ist, bei dem das Kind nicht lebt, wenn es von dem anderen Elternteil betreut wird, vgl. § 1606 Abs. 3 Satz 2 BGB.

Dies bedeutet, dass hier die Mutter im Falle der Alleinsorge und damit auch des alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechtes die Möglichkeit hat, jederzeit bzw. sobald sie eine anderweitige Unterkunft gefunden hat, Sie mit Unterhaltsansprüchen zu konfrontieren.

Die gemeinsame Sorge ist für Sie insofern also eher von Vorteil, da Sie auf den Aufenthalt des Kindes Einfluss nehmen können.

2.
Im Übrigen kann die gemeinsame Sorge Schwierigkeiten nach sich ziehen, insofern als dann immer die Zustimmung beider Elternteile für Angelegenheiten erforderlich ist, die über Entscheidungen im alltäglichen Leben hinausgehen.
Gerade in Fällen, bei denen eine große räumliche Trennung oder auch eine mangelnde Kommunikation eine Rolle spielen, kann dies durchaus eine gewisse Beanspruchung darstellen, z.B. später wenn es um die Wahl der Schulausbildung oder ähnliches geht.

3.
Für Sie können sich im Übrigen vorbehaltlich einer näheren Kenntnis der Umstände eigentliche keine wirklichen Nachteile aus der gemeinsamen Sorge ergeben.

4.
Die Mutter wird auch nicht besser gestellt, wenn sie die Alleinsorge innehat, was Ansprüche auf Sozialleistungen betrifft.
Insofern können auch keine Nachteile auf Sie zurückfallen, wenn die Mutter sozusagen nicht im vollen Recht ist. Insofern wird es wiederum maßgeblich darauf ankommen, bei wem das Kind zur Zeit der Beantragung von Sozialleistungen lebt und wie dann die jeweiligen Einkommens- und Vermögensverhältnisse sind.


Ich hoffe, meine geraffte Darstellung der Rechtslage reicht Ihnen zunächst aus. Sie können aber gerne noch Verständnisfragen stellen. Falls sich im Verlauf der Angelegenheit noch weitere Fragen oder Probleme ergeben, stehe ich Ihnen gerne auch persönlich für eine weitere Interessenwahrnehmung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Wolfram Geyer
Rechtsanwalt
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