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Nachtdienst

| 03.02.2018 15:37 |
Preis: 30,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Daniel Saeger


Guten Tag,
ich arbeite seit ca 5 Jahren in einem Hotel in der Nachtschicht, jedoch seit paar Monaten nicht mehr möglich da ich die Nachtschicht wegen gesundheitlichen sowie privaten Problemen nicht mehr ertragen kann, habe deswegen einen attest von meinem Hausarzt bekommen...nun verweigert sich das Hotel mich am tagdienst zu stellen da ich einen "Nacht Vertrag" habe und somit ignoriert mein Arbeitgeber ds Attest und dementsprechend muss ich nun Nachtschicht machen!ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag und möchte dort weiter arbeiten...wollte nun fragen ob mein Arbeitgeber verpflichtet ist wegen meine gesundheitlichen Problemen mich am tagdienst zu stellen?was soll ich nun machen, bin momentan von mein Hausarzt krankgeschrieben.
Vielen dank im voraus.
Mfg

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Sehr geehrter Fragensteller,

vorrangig hat natürlich der Arbeitgeber auch die gesundheitlichen Belange seines Arbeitnehmers zu berücksichtigen.

§ 2 ArbzG und § 6 ArbzG machen klaren Vorgaben hinsichtlich dessen, was verlangt werden darf. § 6 ArbzG:

"(1) Die Arbeitszeit der Nacht- und Schichtarbeitnehmer ist nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung der Arbeit festzulegen.
(2) 1Die werktägliche Arbeitszeit der Nachtarbeitnehmer darf acht Stunden nicht überschreiten. 2Sie kann auf bis zu zehn Stunden nur verlängert werden, wenn abweichend von § 3 innerhalb von einem Kalendermonat oder innerhalb von vier Wochen im Durchschnitt acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden. 3Für Zeiträume, in denen Nachtarbeitnehmer im Sinne des § 2 Abs. 5 Nr. 2 nicht zur Nachtarbeit herangezogen werden, findet § 3 Satz 2 Anwendung.
(3) 1Nachtarbeitnehmer sind berechtigt, sich vor Beginn der Beschäftigung und danach in regelmäßigen Zeitabständen von nicht weniger als drei Jahren arbeitsmedizinisch untersuchen zu lassen. 2Nach Vollendung des 50. Lebensjahres steht Nachtarbeitnehmern dieses Recht in Zeitabständen von einem Jahr zu. 3Die Kosten der Untersuchungen hat der Arbeitgeber zu tragen, sofern er die Untersuchungen den Nachtarbeitnehmern nicht kostenlos durch einen Betriebsarzt oder einen überbetrieblichen Dienst von Betriebsärzten anbietet.
(4) 1Der Arbeitgeber hat den Nachtarbeitnehmer auf dessen Verlangen auf einen für ihn geeigneten Tagesarbeitsplatz umzusetzen, wenn
a)nach arbeitsmedizinischer Feststellung die weitere Verrichtung von Nachtarbeit den Arbeitnehmer in seiner Gesundheit gefährdet oder
b)im Haushalt des Arbeitnehmers ein Kind unter zwölf Jahren lebt, das nicht von einer anderen im Haushalt lebenden Person betreut werden kann, oder
c)der Arbeitnehmer einen schwerpflegebedürftigen Angehörigen zu versorgen hat, der nicht von einem anderen im Haushalt lebenden Angehörigen versorgt werden kann,
sofern dem nicht dringende betriebliche Erfordernisse entgegenstehen. 2Stehen der Umsetzung des Nachtarbeitnehmers auf einen für ihn geeigneten Tagesarbeitsplatz nach Auffassung des Arbeitgebers dringende betriebliche Erfordernisse entgegen, so ist der Betriebs- oder Personalrat zu hören. 3Der Betriebs- oder Personalrat kann dem Arbeitgeber Vorschläge für eine Umsetzung unterbreiten.
(5) Soweit keine tarifvertraglichen Ausgleichsregelungen bestehen, hat der Arbeitgeber dem Nachtarbeitnehmer für die während der Nachtzeit geleisteten Arbeitsstunden eine angemessene Zahl bezahlter freier Tage oder einen angemessenen Zuschlag auf das ihm hierfür zustehende Bruttoarbeitsentgelt zu gewähren.
(6) Es ist sicherzustellen, daß Nachtarbeitnehmer den gleichen Zugang zur betrieblichen Weiterbildung und zu aufstiegsfördernden Maßnahmen haben wie die übrigen Arbeitnehmer."

Hier ist insbesondere der Absatz 4, Satz 1, Buchstabe a) für Sie von Relevanz. Ob dringende betriebliche Erfordernisse dem entgegenstehen hängt sicher auch von der Größe des Betriebes ab. In einer Gesamtabwägung spielt auch die Schwere ihrer Erkrankung eine Rolle.

Nicht verschwiegen sei, dass in Kleinbetrieben nach § 23 KSchG eine Kündigung recht einfach unter Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfristen möglich ist. Dabei ist zu beachten, dass man innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Klage beim Arbeitsgericht auf Feststellung erheben muss, dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufgelöst ist. Zwar kann auch in diesem Rahmen der Arbeitsrichter eine Verhältnismäßigkeitsprüfung durchführen. Ohne Geltung des KSchG wird es aber immer ein wenig schwieriger.

Über eine Bewertung mit 5,0 freue ich mich.

MfG
D. Saeger
- RA -

Nachfrage vom Fragesteller 05.02.2018 | 23:54

Hallo Herr Saeger,
Erstmal Vielen dank für diese ausführlichen Informationen...
Wollte nur fragen was ich nun machen soll falls der Betriebsrat mich nicht hilft bzw. Falls Mein Arbeitgeber weiterhin mich in die Nachtschicht einteilt...
Mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.02.2018 | 08:28

Sehr geehrter Fragensteller,

sollte der Arbeitgeber zu Unrecht die Einteilung in die Tagschicht verweigern, sollte man die Frage beim Arbeitsgericht klären lassen.

MfG
D. Saeger
- RA -

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Bewertung des Fragestellers 05.02.2018 | 23:57

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 05.02.2018 5/5,0
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