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Nachmieter abgesprungen - obwohl ausgezogen soll ich die fehlende Miete zahlen


07.11.2005 14:14 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe meinen Wohnungsmietvertrag fristgerecht im Juli 2005 zum 01.11.2005 gekündigt.
Da ich seit Mai 2005 bereits überwiegend bei meiner Freundin gewohnt habe und somit auch schon meine "neue" Wohnung bereit stand habe ich auch schon im August begonnen meine persönlichen Sachen in die neue Wohnung zu bringen. Übernachtet habe ich in diesem Zeitraum bis auf eine Ausnahme in meiner gekündigten Wohnung nicht mehr.
Deshalb verwunderte es mich umso mehr als meine Vermieterin mich anrief und mir mitteilte das sie für meine gekündigte Wohnung einen Nachmieter gefunden hätte.
Sie hat die Wohnungsbegehung mit dem möglichen Nachmieter vorgenommen ohne mich darüber zu informieren und/oder mir die Möglichkeit zu geben daran teilzunehmen. Da sich persönliche Gegenstände nach wie vor in meiner Wohnung befanden war ich über diese Vorgehensweise wenig begeistert.
Doch weil dieser Nachmieter zugesagt hat die Wohnung zu übernehmen und sich mir dadurch die Möglichkeit erschloß die Miete für einen Monat einsparen zu können habe ich die buchstäbliche "Faust in der Tasche" gemacht um möglichst ohne Ärger dieses Mietverhältnis einen Monat früher zu beenden.

In einem persönlichen Gespräch fragte mich meine Vermieterin wenige Tage später ob ich die Wohnung nicht auch schon bis zum 01.10.2005 geräumt haben könnte damit der Nachmieter Gelegenheit hätte bereits zum 01.10. die Wohnung beziehen zu können. Mit diesem Vorschlag erklärte ich mich einverstanden.
In der Folgezeit bis zum 01.10. habe ich die Wohnung den Ausführungen des Mietvertrages entsprechend renoviert und fristgerecht einige Tage vor dem 01.10. die Schlüssel für die Wohnung sowie den Keller- und Briefkastenschlüssel an meine Vermieterin zurückgegeben. Sie hat mir daraufhin mein Kautionssparbuch ausgehändigt und die Wohnung von mir somit auch wieder übernommen.
Lediglich 4 Möbelstücke verblieben in der Wohnung die der Nachmieter ggf. gegen eine kleine Gebühr übernehmen wollte.
Die Vermieterin wollte sich mit mir in Verbindung setzen und mir mitteilen um wen es sich handeln würde damit ich den Preis mit dem Nachmieter aushandeln kann.
Ich dachte das die Sache damit erledigt war.

Jetzt erhielt ich heute (07.11.2005) einen Anruf von meiner Vermieterin. Sie erklärte mir das der Nachmieter sich nicht mehr gemeldet hätte und der Mietvertrag trotz mündlicher Zusage nicht zustande gekommen wäre.
Sie hätte nun erneut Nachmieter gefunden die allerdings erst zum 01.01.2006 die Wohnung anmieten werden.
Dadurch würde sie ja soviel Mietausfall haben das sie nicht mehr
auf meine Mietzahlung für Oktober 2005 (525 Euro) und auch die Kosten für die Putzfrau (26 Euro) verzichten "kann".
Nun soll ich die Miet- und Putzkosten tragen weil der Mietvertrag mit dem Nachmieter (der mdl. zugesagt hatte die Wohnung zu nehmen) nicht zustande gekommen ist.
Dabei hatte meine Vermieterin sogar schon den Mietvertrag für diesen Nachmieter bereits ausgefüllt, er mußte nur noch unterschrieben werden.

Jedenfalls beruft sie sich dabei auf die von mir schriftlich eingereichte Kündigung zum 01.11.2005 die meines Erachtens ja keine Gültigkeit mehr haben kann weil sie

a) die Wohnung mit einem Nachmieter betreten hat ohne mich zu informieren und dies eine fristlose Kündigung rechtfertigen würde und
b) weil sie auf Ihre Bitte hin die Wohnung bereits 1 Monat vor Ablauf des Mietvertrages in vorgegebener Weise zum 01.10. vollständig übernommen hat und
c) weil mir durch die Übernahme der Wohnung durch meine Vermieterin eine tatsächliche Nutzungsmöglichkeit fehlte

Sie erklärte mir überdies das die neuen Nachmieter die zum 01.01.2006 die Wohnung übernehmen wollen an meinen in der Wohnung befindlichen und für den "ersten Nachmieter" dort belassenen Gegenständen interessiert seien worauf ich ihr erklärte das ich weder Geld noch sonst eine Leistung dafür haben möchte. Die neuen Mieter könnten darüber frei verfügen.
Somit sehe ich zumindest diese Angelegenheit schoneinmal geklärt.


Doch nun zu meinen Fragen:

1. Muß ich der mündlichen Aufforderung meiner Vermieterin folge leisten und die Miete für den Monat Oktober 2005 i.H.v. 525,00 Euro sowie die Kosten für die Putzfrau i.H.v. 26,00 Euro tatsächlich zahlen oder ist diese Forderung nicht rechtens?

2. Sollte ich Ihrer Ansicht nach die Miete nicht mehr zahlen müssen wie kann ich dann meiner Vermieterin nachweisen das sie im Unrecht ist (Paragraphen, Urteile etc. auf die ich mich berufen könnte)

3. Ist es richtig das die Begehung meiner Wohnung (in der sich auch persönliche Gegenstände von mir befinden) mit Mietinteressenten ohne meine Einwilligung und ohne mein Wissen mittels eines Schlüssels der für Notfälle und Wartungsarbeiten bei der Vermieterin hinterlegt ist, nicht erlaubt ist und somit eine fristlose Kündigung gerechtfertigt ist bzw. gewesen wäre?

Über Ihre schnelle Hilfe würde ich mich sehr freuen.
Vielen Dank!
Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen darf ich Ihnen aufgrund der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Zwischen Ihnen und Ihrer Vermieterin ist ein sog. Aufhebungsvertrag geschlossen worden, der zum Inhalt hat, dass der Mietvertrag mit Ende des 30.09.2005 beendet war. Demgemäß brauchen Sie für Oktober keine Miete mehr zu zahlen.

Diesen Mietaufhebungsvertrag, der auch mündlich gültig ist, können Sie Ihrer Vermieterin vorhalten. Problematisch ist natürlich, dass Sie im Streitfall den Vertragsschluss beweisen müssen. Hier haben Sie aber gewichtige Indizien, die für Sie sprechen. Insbesondere die Rückzahlung der Kaution und die Entgegennahme der Schlüssel.

Die Wohnungsbegehung war tatsächlich nicht zulässig, da Sie bezüglich der Wohnung das alleinige Hausrecht besaßen und die Vermieterin nicht ohne vorherige Ankündigung und ohne Ihre Erlaubnis nicht in Ihrer Abwesenheit die Wohnung betreten durfte. Dies ist zwar ein grober Verstoß gegen Ihre Rechte, rechtfertigt aber nicht ohne weiteres eine fristlose Kündigung. Wobei diese Frage nun aber nur noch akademischer Natur ist, da Sie nicht rückwirkend fristlos kündigen können und auch jetzt nicht mehr fristlos kündigen können, da die hierfür einzuhaltende Zweiwochenfrist seit Kenntnis lange abgelaufen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt
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