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Nachlassverzeichnis - Wie ermittelt man den geschätzten Verkaufswert von Gegenständen?


16.12.2008 09:54 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



- wie können wir den "geschätzten" verkaufswert wertvoller gegenstände wie schmuck, nerzmantel, münzsammlung ermitteln?
müssen wir zu einem sachverständigen? sollen wir den betrag offen lassen? was ist sinnvoll?

- wie wissen wir, ob wir "vollständig" auskunft gegeben haben? wir kannten unsere verstorbene tante nicht so gut. finanzamt?

- wir haben keine bankvollmacht, kommen wir trotzdem an die gegenstände im safe? wir haben den schlüssel und das schreiben des nachlassgerichtes, in dem wir aufgefordert werden, das nachlassverzeichnis zu erstellen.

- wir würden gerne die wohnung auflösen, sie kostet jeden monat sehr viel geld. dürfen wir das?

vielen dank

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Sehr geehrte Fragestellerin, Sehr geehrter Fragesteller,

Aufgrund Ihrer Informationen beantworte ich Ihre Anfrage wie folgt:

Zunächst möchte ich Sie aber darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich eine erste rechtliche Orientierung bieten soll. Durch Hinzufügen oder Weglassen von Sachverhaltsangaben kann die rechtliche Beurteilung anders ausfallen und somit zu einem anderen Ergebnis führen.

Das Nachlassverzeichnis stellt ein geordnetes Bestandsverzeichnis über die Nachlassgegenstände dar, in dem alle Aktiva und Passiva aufgeführt werden.

Ein Pflichtteilsberechtigter z.B. hat hierbei die Möglichkeit, einen Wertermittlungsanspruch über die Nachlassgegenstände einzufordern. Sollte dies der Fall sein, so erfolgt die Ermittlung des Wertes der Nachlassgegenstände durch ein Gutachten eines unabhängigen Sachverständigen.
Der Betrag kann jedoch auf gar keinen Fall offen gelassen werden, wenn eine Berechnung von Erbteilen bzw. eines Pflichtteilsanspruchs aufgrund des Nachlassverzeichnisses erfolgen soll.
Dies Kosten des Gutachtens und der gesamten Nachlassermittlung fallen dem Nachlass zur Last und sind somit aus dem Nachlass zu zahlen.

Grundsätzlich muss das Nachlassverzeichnis vollständig Auskunft geben. Es werden von Ihnen bei der Erstellung aber nur zumutbare Aufwendungen abverlangt. Sie müssen das Nachlassverzeichnis somit nach bestem Wissen und Gewissen erstellen.

Um an das Schließfach zu kommen, benötigen sie notfalls einen Erbschein, wenn der Bank der Nachweis durch das Schreiben des Nachlassgerichtes nicht ausreicht. Ein Erbschein entfaltet zwar keine materielle Rechtswirkung, d.h. alleine hierdurch wird keine Erbenstellung begründet, er reicht jedoch als Nachweis für Banken und Behörden aus.

Die Auflösung der Wohnung hängt von den Erbverhältnissen ab. Als Alleinerbe könnten Sie hierüber verfügen, auch wenn weitere Pflichtteilsberechtigte bestehen. Ein Pflichtteilsanspruch ist immer nur ein Geldanspruch, so dass ein Pflichtteilsberechtigter die Auflösung der Wohnung nicht verhindern kann.
Sollten mehrere Erben vorhanden seine und damit eine Erbengemeinschaft bestehen, dann könnte die Auflösung der Wohnung grundsätzlich nur stattfinden, wenn alle Miterben zustimmen.

Ich hoffe, dass meine Antworten für Sie hilfreich gewesen sind und darf zusätzlich auf die kostenfreie Nachfragefunktion verweisen.

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin Götten
(Rechtsanwältin)
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