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Nachlassverwaltung - persönliche Haftung

02.11.2004 13:35 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Wird die persönliche Haftung eines Erben bereits mit dem Antrag auf Nachlass-Verwaltung bez. Antrag auf Eröffnung eines Nachlass-Insolvenzverfahrens beschränkt oder erst mit dem richterlichen Beschluss Nachlass-Pflegschaft oder Nachlassinsolvenz anzuordnen ?

Wird ein Nachlassgericht in diesem Zusammenhang den Antrag eines Erben auf Nachlass-Pflegschaft bzw. Nachlass-Insolvenz zurückweisen, wenn sich dieser Erbe bereits in der unbeschränkten persönlichen Haftung befindet ?

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Guten Tag,

die Beschränkung der persönlichen Haftung auf den Nachlaß tritt erst gem. § 1975 BGB mit der Anordnung der Nachlassverwaltung bzw. der Eröffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens ein.

Vorher haftet der Erbe noch uneingeschränkt. In dieser Haftung befindet sich der Erbe bereits mit dem Anfall der Erbschaft. Insoweit hat das Bestehen dieser Haftung auch keinen Einfluß auf die Entscheidung des Nachlassgerichtes. Anderenfalls könnte ja nie eine Haftungsbeschränkung erreicht werden.

Ich hoffe, Ihnen weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel. 04941 60 53 47
Fax. 04941 60 53 48
e-mail info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 02.11.2004 | 15:39

Dem Erben kann die positive Kenntnis der Zahlungsunfähigkeit des Nachlasses bereits zum Zeitpunkt des Todesfalles des Erblassers nachgewiesen werden.

Erst 3 Monate nach der Testaments-Eröffnung stellt er Antrag auf Nachlass-Verwaltung w/ Zahlungsunfähigkeit des Nachlasses.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist ihm aber auch die positive Kenntnis der Überschuldung des Nachlasses nachweisbar.

Kann, wird und würde das Nachlass-Gericht unter welchen Voraussetzungen dennoch Nachlass-Verwaltung anordnen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 02.11.2004 | 16:57

Guten Abend,

einzige Voraussetzung der Anordnung der Nachlassverwaltung ist der Antrag des Erben. Nur wenn ein Nachlaßgläubiger den Antrag stellt, muß das Gericht auch prüfen, ob die Befriedigung der Nachlassgläubiger aus dem Nachlass gefährdet ist. Der Antrag kann bis zu zwei Jahren nach Antritt des Erbes gestellt werden.

Es gibt allerdings für den Erben das Risiko, daß er bei Kenntnis der Überschuldung den Antrag verspätet stellt und deshalb sich schadensersatzpflichtig macht. Der Erbe haftet hier aber nur auf den sogenannten Differenzschaden. Dies ist der Schaden, der den Gläubiger nur durch die späte Antragsstellung entsteht.

Mit freundlichen Grüßen
Michael Weiß


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